Pam Bondi wird US-Justizministerin
: Frühere Staatsanwältin soll Trumps „Henkerin“ werden

Erste politische Schlappe für Trump: Matt Gaetz zieht seine Kandidatur als US-Justizminister zurück. Für ihn ernennt der zukünftige US-Präsident eine erfahrene Staatsanwältin.
Von
Amelie Schröer
Washington
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(COMBO) This combination of pictures created on November 21, 2024 shows
US Representative Matt Gaetz (L), Republican of Florida, on July 17, 2024, former US President and Republican presidential candidate Donald Trump (C) on November 4, 2024, and former Florida Attorney General Pam Bondi (R) on August 25, 2020.. US President-elect Donald Trump tapped Pam Bondi, a staunch ally who helped defend the ex-leader against impeachment and joined lawyers who sought to overturn President Joe Biden's election, as US attorney general on November 21, 2024, following US politician Matt Gaetz's withdrawal from consideration. (Photo by AFP)

Eigentlich sollte Matt Gaetz (links) der neue Justizminister in der Trump-Regierung werden. Er zog nun zurück. Für ihn beruft Trump die Juristin Pam Bondi (rechts).

ANDREW CABALLERO-REYNOLDS/AFP
  • Pam Bondi wird US-Justizministerin; Matt Gaetz zieht Kandidatur zurück.
  • Bondi war Staatsanwältin in Florida und ist enge Trump-Vertraute.
  • Gaetz zog sich wegen Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens zurück.
  • Bondi kämpfte gegen Obamacare und Gleichgeschlechtliche Ehen.
  • Bondi unterstützte Trumps Wahllüge 2020 über Biden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zwei Monate vor seinem Amtsantritt hat Donald Trump die erste politische Schlappe hinnehmen müssen. Nachdem der skandalumwitterte Matt Gaetz seine Kandidatur zurückgezogen hatte, berief Trump die Juristin Pam Bondi (59), die zuvor Staatsanwältin in Florida war, zur Justizministerin. Bondi ist eine enge Vertraute des Republikaners und hatte ihn während des ersten Impeachment-Prozesses im US-Repräsentantenhaus vertreten.

Es waren nur wenige Stunden verstrichen, seitdem Matt Gaetz (42), der umstrittenste unter den Kandidaten für das Trump Kabinett, das Handtuch geworfen hatte, schon hatte der Republikaner eine Nachfolgerin im Visier. Gaetz werden in mindestens zwei Fällen sexuelle Beziehungen mit einem minderjährigen Mädchen vorgeworfen. Trump hatte bis zuletzt an dem ehemaligen Kongressabgeordneten festgehalten. Der loyale Anhänger des künftigen Präsidenten galt nämlich in der potenziellen Rolle des Justizministers als Garant für den Rachefeldzug, den Trump gegen seine politischen Gegner angekündigt hatte. Mehrere republikanische Senatoren hatten aber erhebliche Bedenken gegen den politischen Flammenwerfer angemeldet. Als Einzelheiten eines Berichts des Ethikausschusses des Repräsentantenhauses ans Tageslicht kamen, war Gaetz nicht mehr tragfähig.

Als erste Frau Staatsanwältin von Florida

Die Rolle von „Trumps Henkerin“ soll nun Bondi übernehmen. Die promovierte Rechtsanwältin unterbrach ihre juristische Karriere für einige Jahre, um als Gastmoderatorin bei dem konservativen Nachrichtensender FOX News zu arbeiten. 2010 wurde sie dann als erste Frau zur Staatsanwältin ihres Heimatstaats Florida gewählt. Dort reichte sie eine erfolglose Klage ein gegen den „Affordable Care Act“ (ACA), auch als Obamacare bekannt. Die darin enthaltene Versicherungspflicht sei verfassungswidrig, argumentierte Bondi. Auch kämpfte sie gegen Ehen unter Gleichgeschlechtlichen und Rechte für die LGBTQ Gemeinde. Bondi wurde ferner vorgeworfen, während ihrer zweiten Kampagne für die Staatsanwaltschaft Wahlspendengesetze verletzt zu haben.

Verfechterin der „Wahllüge “2020

Als glühende Trump-Anhängerin setzte sich Bondi 2016 in Szene. Während des republikanischen Parteitags forderte sie die Verhaftung und Inhaftierung der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Clinton stand in dem Verdacht, als Außenministerin tausende von dienstlichen E-Mails von ihrem privaten Server verschickt und dann gelöscht zu haben. Vier Jahre später war Bondi eine Verfechterin der Wahllüge, wonach Präsident Joe Biden und die Demokraten Trumps angeblichen Sieg „gestohlen“ hätten.