Neuer Deutschlandtrend
: Nur noch 5 und 3 Prozent – Junge wenden sich von CDU und SPD ab

Junge Menschen haben den Glauben an CDU und SPD verloren. Sie tendieren zu politischen Rändern, wie die neueste „Deutschlandtrend“-Umfrage zeigt:  Dass sie demonstrieren gehen, wird von einer großen Mehrheit der Deutschen unterstützt.
Von
Christian Gottschalk
Stuttgart
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GenZ Demo Leipzig: Rund 7000 Menschen haben sich nach Angaben der Polizei an der Demonstration der Initiative Gen Z regelt in der Leipziger Innenstadt beteiligt. Der Protestzug startete am Augustusplatz und führte über den Innenstadtring. Die überwiegend jungen Teilnehmer protestierten unter anderem gegen Sozialkürzungen, die geplante Wehrpflicht, mangelnde Investitionen in Bildung und die Klimapolitik. Die Demonstration verlief weitgehend friedlich. Vereinzelt wurden Pyrotechnik und Rauchtöpfe gezündet. GenZ Demo Leipzig *** According to police, around 7,000 people took part in the demonstration organized by the Gen Z Regelt initiative in downtown Leipzig. The protest march began at Augustusplatz and proceeded along the inner-city ring road. Th

Friedliche Prozeste, wie hier in Leipzig, stoßen auf große Sympathie.

IMAGO/ARCHEOPIX/GRUBE
  • Deutschlandtrend: Junge wenden sich von CDU und SPD ab, Ränder gewinnen Zuspruch.
  • 82 Prozent sehen Anliegen junger Menschen politisch schlecht berücksichtigt.
  • 95 Prozent lehnen Gewalt ab – angemeldete Demos gelten mehrheitlich als legitim.
  • Bei 18- bis 34-Jährigen: Linke 29 Prozent, AfD 21 Prozent, Grüne 12 Prozent.
  • Gesamt: AfD 27 Prozent, CDU/CSU 20, Grüne 16, SPD 13, Linke 11 – Koalition ohne Mehrheit.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Es war einer der prägenden Werbesprüche der 90er-Jahre. „Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?“, fragten die Hersteller der so beworbenen Orangenlimonade im Jahr 1995. Im Jahr 2026 könnte man die Werbebotschaft wiederbeleben. „Sind wir nicht alle ein bisschen GenZ?“. Der aktuelle Deutschlandtrend lässt das jedenfalls glauben.

Gewalt wird fast durchgehend abgelehnt

Fast drei Viertel der Deutschen haben demnach Verständnis für die Anliegen der Demonstranten. 82 Prozent sagen sogar, die Anliegen junger Menschen würden von der Politik in Deutschland nicht gut berücksichtigt. Bezahlbares Wohnen, ordentliche Schulen, soziale Gerechtigkeit: Für all das ist die Zustimmung groß. Noch größer ist die Mehrheit jener, die Gewalt als Mittel der Politik ablehnen. 95 Prozent haben das angegeben.

Für die Umfrage haben die Meinungsforscher von Infratest dimap für die ARD 1297 Menschen interviewt. Die Demonstranten sind sich des Wohlwollens der Menschen dabei sicher. Neun von zehn Befragten halten die Teilnahme an angemeldeten Demonstrationen für ein zulässiges Mittel, um seine Meinung kundzutun. Behindern sollen die Demonstranten aber so wenig wie möglich. Straßenblockaden lehnen gut zwei Drittel ab.

Ausschreitungen in Frankfurt am Main: Ein Feuer brennt bei Ausschreitungen in der Innenstadt. Die Initiative "Genz Z regelt" hatte für den 31. Oktober zu Protesten in rund 30 Städten aufgerufen. Sie setzt sich unter anderem für mehr Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen die Wehrpflicht ein. (zu dpa: «Dutzende Festnahmen und Verletzte nach Frankfurter Krawallen»)

Ausschreitungen wie in Frankfurt werden von den Deutschen nicht toleriert.

Andreas Arnold/dpa

Der Blick in die Zukunft ist je nach dem Alter der Befragten unterschiedlich. Zwar sagt eine Mehrheit in allen Altersgruppen, dass es die heutige junge Generation schwerer habe als frühere, eigenen Wohlstand aufzubauen. Trotzdem glauben nach wie vor 54 Prozent, dass es jeder in Deutschland durch Fleiß und Leistung zu etwas bringen kann. Nur die Jugend selbst hat diesen Glauben verloren. Unter den 18- bis 34-Jährigen sieht eine Mehrheit von 55 Prozent diese Chance nicht mehr.

Übersetzt in politische Zustimmung heißt das, dass die Jugend vor allem den Rändern des politischen Spektrums vertraut. Sich für die Belange junger Menschen einzusetzen, trauen die 18- bis 34-Jährigen am ehesten der Linkspartei (29 Prozent) zu, gefolgt von der AfD (21 Prozent). Die Grünen liegen mit immerhin zwölf Prozent auf Platz drei. Zappenduster sieht es hingegen für diejenigen aus, die als schwarz-rote Koalition derzeit tatsächlich bestimmen, was im Land geschieht. Fünf Prozent bei der CDU, drei Prozent bei der SPD sind Werte, die in den Parteizentralen die Alarmglocken klingeln lassen müssten.

Nur Rentner halten noch zur CDU und zur SPD

In einzelnen Politikfeldern sind die ehemaligen Volksparteien nur noch bei denen erfolgreich, die ihr Arbeitsleben hinter sich haben, bei den über 65‑Jährigen. Allerdings überwiegt in allen Altersgruppen die Unzufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung. Insgesamt stöhnen 87 Prozent über die Arbeit der Regierung und 85 Prozent über die des Kanzlers.

„Deutschlandtrend“: AfD bleibt vor Union und Grünen

Im aktuellen ARD-„Deutschlandtrend“ bleibt die AfD vor Union und Grünen. Für die AfD würden sich laut der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Infratest dimap 27 Prozent der Wählerinnen und Wähler entscheiden, für die CDU/CSU 20 Prozent. Es folgen die Grünen mit 16 Prozent.

Die SPD liegt demnach bei 13 Prozent, die Linkspartei bei elf Prozent. Bei allen genannten Parteien veränderten sich die Werte im Vergleich zur vorherigen Umfrage von Anfang Oktober nicht. Alle übrigen Parteien bleiben unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde.

Die regierende Koalition aus Union und SPD hätte damit weiterhin keine Mehrheit. Rechnerisch möglich wäre ein Dreierbündnis von CDU/CSU, Grünen und SPD. Eine Zusammenarbeit mit der AfD haben alle übrigen Parteien ausgeschlossen, die Unionsparteien zudem eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei.

Die Zustimmung zur Arbeit der Bundesregierung steigt auf sehr niedrigem Niveau. Zufrieden äußerten sich elf Prozent (plus ein Punkt), unzufrieden 87 Prozent (minus zwei). Mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerten sich zwölf Prozent zufrieden (plus zwei), unzufrieden sind mit ihm 85 Prozent (minus drei).