Messerattacke in Aschaffenburg
: Mann soll während Gedenkveranstaltung Hitlergruß gezeigt haben

Die AfD will in Aschaffenburg der Opfer des Messerangriffs gedenken. Mit dabei: der rechtsextreme Thüringer AfD-Politiker Höcke. Es gibt Gegenwind, und die Polizei schreitet ein.
Von
dpa
Aschaffenburg
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Nach tödlichem Angriff in einem Park in Aschaffenburg: 24.01.2025, Bayern, Aschaffenburg: Björn Höcke (AfD, r), Fraktions- und Parteivorsitzender in Thüringen, spricht während einer Gedenkveranstaltung der AfD im Park Schöntal. In dem Park waren am 22.01.2025 ein zweijähriger Junge und ein 41-jähriger Mann bei einem Messerangriff getötet sowie weitere Menschen schwer verletzt worden. Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Björn Höcke, Fraktions- und Parteivorsitzender der AfD in Thüringen, spricht während einer Gedenkveranstaltung im Park Schöntal in Aschaffenburg. Dagegen lehnen sich rund 500 Teilnehmende einer Gegendemo auf. In dem Park kam es am Mittwoch zu einem tödlichen Angriff, bei dem auch ein Kind starb.

Arne Dedert/dpa
  • Messerangriff in Aschaffenburg: AfD gedenkt der Opfer, 500 Gegendemonstranten protestieren.
  • Rechtsextremer AfD-Politiker Björn Höcke dabei, Polizei trennt Gruppen, ermittelt wegen Hitlergruß.
  • Rund 3.000 Menschen kamen bereits Donnerstag zu stillem Gedenken, Trauerfeier am Sonntag.
  • Bündnis „Aschaffenburg ist bunt“ plant Anti-Instrumentalisierungs-Demo am Samstag.
  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wird zur Trauerfeier erwartet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die AfD hat am Freitag (24.01.2025) in Aschaffenburg ein Gedenken an die Opfer der Messerattacke vom Mittwoch veranstaltet, an dem auch der rechtsextreme Thüringer Landesvorsitzende Björn Höcke teilnahm. Begleitet von Protesten, warf er Regierungspolitikern vor, verantwortlich für Taten wie die in Aschaffenburg zu sein.

An eine Andachtsstätte mit zahlreichen Kerzen nahe dem Tatort im Park Schöntal kam Höcke zunächst nicht heran, da Gegendemonstranten sich davor positioniert hatten. Später legten er und andere AfD-Funktionäre Blumen an einer anderen Andachtsstätte nieder. Höckes Auftritt war durchgehend begleitet von „Nazis raus“-Rufen. 

500 Menschen bei Gegendemo – Polizei ermittelt

70 Menschen nahmen an der Veranstaltung der AfD teil; bei der Gegenveranstaltung waren es nach Polizeiangaben rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. In der Gesamtschau sei das „eigentliche Versammlungsgeschehen“ friedlich gewesen, teilte die Polizei am späten Abend mit. Man habe die Gruppierungen weitgehend räumlich getrennt. 

Ein Mann auf Seiten der Gegendemo steht demnach in Verdacht, ein Mikrofon geworfen zu haben. Ob jemand dabei verletzt wurde, blieb zunächst unklar. In einem Fall soll ein Tatverdächtiger den Hitlergruß gezeigt haben.

Gedenken und Trauerfeier geplant

Bereits am Donnerstagabend waren etwa 3.000 Menschen zu einem stillen Gedenken zusammengekommen. Am Sonntag soll in der Stiftskirche in Aschaffenburg eine Trauerfeier stattfinden, zu der auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kommen will. Im Park Schöntal soll ein 28 Jahre alter Afghane am Mittwochmittag einen zweijährigen Jungen und einen einschreitenden Mann getötet haben.

Für Samstag, 25.01.2025, um 14 Uhr, plant ein Bündnis verschiedener gesellschaftlicher Akteure namens „Aschaffenburg ist bunt“ ein Gedenken am Theaterplatz der Stadt, wie das Bündnis auf Facebook mitteilte. Unter dem Motto „Aschaffenburg steht zusammen!“ wollen sich die Teilnehmer gegen eine Instrumentalisierung der Tat wenden. Oberbürgermeister Jürgen Herzing (SPD) will eine Rede halten.