Antrittsbesuch in Washington
: Merz will kein „Bittsteller“ bei Trump sein

Findet Kanzler Merz einen guten Draht zu US-Präsident Trump oder kommt es zur Konfrontation? Das entscheidet sich heute beim Antrittsbesuch des deutschen Regierungschefs im Weißen Haus.
Von
dpa
Washington
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Kanzler Merz in den USA

Kanzler Merz ist zu seinem Antrittsbesuch in den USA gelandet.

Michael Kappeler/dpa
  • Kanzler Friedrich Merz trifft US-Präsident Trump zu bilateralen Gesprächen im Weißen Haus.
  • Themen: Ukraine-Krieg, Nato-Reaktion, Zollstreit zwischen USA und EU.
  • Erster offizieller Besuch seit Amtsantritt, geplant sind Mittagessen und Pressekonferenz.
  • Beide sind seit Amtsantritt regelmäßig in Kontakt.
  • Weitere Treffen bei G7-Gipfel in Kanada und Nato-Gipfel in Den Haag im Juni.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Zukunft der Nato, ein Ende des Ukraine-Kriegs, der Zollstreit zwischen den USA und der EU - dies sind die Top-Themen beim Antrittsbesuch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei US-Präsident Donald Trump in Washington. Merz traf in der Nacht zum Donnerstag in der US-Hauptstadt ein und sollte später im Weißen Haus empfangen werden. Angesichts der Spannungen im Verhältnis zu den USA seit dem Amtsantritt Trumps wird besonders aufmerksam verfolgt, ob Merz und Trump einen guten persönlichen Draht zueinander finden.

Trump ist für Eklats gefürchtet

Merz hat bereits klargemacht, dass er nicht als „Bittsteller“ nach Washington reist und die europäischen Positionen dort selbstbewusst vertreten wird. Bei den Antrittsbesuchen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und des südafrikanischen Staatschefs Cyril Ramaphosa war es zur offenen Konfrontation gekommen.

Merz wird am Vormittag (11.30 Uhr Ortszeit) vom US-Präsidenten im Weißen Haus empfangen. In dem anschließenden Vier-Augen-Gespräch sowie bei einem gemeinsamen Mittagessen will er einen persönlichen Draht zu Trump entwickeln und einen Neustart für eine verbesserte Zusammenarbeit bei den außenpolitischen Top-Themen erreichen. Für 12.45 Uhr (Ortszeit) ist eine Pressebegegnung im Oval Office geplant.

SPD fordert klares Bekenntnis

SPD-Fraktionsvize Siemtje Möller hat vor dem Antrittsbesuch von Kanzler Friedrich Merz in Washington ein klares Bekenntnis zur militärischen, wirtschaftlichen und humanitären Unterstützung der Ukraine gefordert. „Er sollte gegenüber Präsident (Donald) Trump deutlich machen, wie wichtig die fortgesetzte Unterstützung durch die westlichen Partner für die Ukraine ist, um einen stabilen und gerechten Frieden zu erreichen. Dazu sollte er klarstellen, dass Deutschland bereit ist, gemeinsam mit der EU weitere Sanktionen gegen Russland vorzubereiten, sollte der Kreml seine Aggression fortsetzen“, sagte Möller der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Deutschland und die USA müssten in ihrer Unterstützung für die Ukraine eng abgestimmt bleiben.

Auch die Lage im Nahen Osten gehöre ganz oben auf die Agenda, sagte Möller weiter. Deutschland und die USA müssten geschlossen auf die sofortige Freilassung der Geiseln durch die Hamas drängen. „Gleichzeitig ist es an Präsident Trump, seinen Einfluss auf Ministerpräsident (Benjamin) Netanjahu geltend zu machen - mit dem Ziel einer sofortigen Waffenruhe und spürbarer Verbesserungen der katastrophalen humanitären Lage im Gazastreifen“, sagte sie. Und: „Bundeskanzler Merz sollte diese Erwartungen klar und unmissverständlich gegenüber Washington artikulieren.“

Der Besuch dauert nur kurz

Der Kanzler wird nur etwa 17 Stunden in der US-Hauptstadt sein. Im Juni werden Merz und Trump sich noch zweimal wiedersehen: Beim G7-Gipfel Mitte Juni in Kanada und beim Nato-Gipfel Ende des Monats im niederländischen Den Haag.