Der Krieg in der Ukraine beherrscht seit Wochen und nun Monaten den Alltag der Menschen auf der ganzen Welt. Die internationale Politik kämpft seitdem auf unterschiedlichen Ebenen mit den Konsequenzen des russischen Angriffs. Die G7 arbeiten in enger Abstimmung miteinander, um Sanktionen und Waffenlieferungen zu koordinieren. Am 8. Mai 2022 haben die G7-Staaten gemeinsam ein Ölembargo gegen Russland beschlossen.
  • Was sind die G7?
  • Welche Staaten gehören zu dem Bündnis?
  • Wann findet der nächste G7-Gipfel statt?

Mitglieder, Gipfeltreffen, Gründungsjahr – die wichtigsten Infos zur G7

  • Name: G7 (Gruppe der sieben)
  • Gründungsjahr: 1975
  • Mitglieder: die größten Industrienationen der Welt (Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien, USA)
  • Beobachter: Europäische Union
  • Nächstes Gipfeltreffen: 24. März 2022 in Brüssel (Sondergipfel); 26. - 28. Juni in Bayern (regulär)

G7 Mitglieder: Welche Staaten gehören zu dem Bündnis?

Wie der Name sagt, gehören der G7 sieben Nationen an. Gemeinsam stellten sie zum Gründungszeitpunkt 1975 10 Prozent der Weltbevölkerung und erwirtschaften etwa 45 Prozent des weltweiten Bruttonationaleinkommens. Diese Nationen gehören zu dem Bündnis:
  • Deutschland
  • Frankreich
  • Italien
  • Japan
  • Kanada
  • Vereinigtes Königreich
  • USA
Gegründet wurde die Gruppe ursprünglich als G6. Kanada kam erst 1976, ein Jahr nach der Gründung dazu. Ab 1998 wurde die Gruppe durch die Aufnahme Russland zur G8 erweitert. Nach der Annexion der Krim und aufgrund der Zuspitzung des Konflikts mit der Ukraine im Jahr 2014, wurde Russland aus dem Bündnis ausgeschlossen. Vertreten bei den Treffen ist außerdem die Europäische Union in Person von Ursula von der Leyen und Charles Michel.

G7 Aufgaben: Was machen die sieben Industrienationen?

Einmal im Jahr treffen sich die Staats- und Regierungschefs der sieben Mitgliedsstaaten und stimmen sich in wirtschaftlichen, außen-, sicherheitspolitischen und klimapolitischen Themen ab. Genauso wie die G20, ist auch die G7 keine internationale Organisation, das heißt sie wird nicht von einer Verwaltung geleitet. Vielmehr übernimmt jährlich wechselnd eine der Mitgliedsnationen die Präsidentschaft und lädt zu den Treffen ein. 2022 ist das, erstmals seit 2015, Deutschland. In den Gesprächen tauschen sich die Regierungschefs zu ihren jeweiligen Standpunkten aus und geben am Ende eine Erklärung zu den besprochenen Themen ab.
Das Bundesfinanzministeriums informiert auf seiner Webseite umfassend über die G7. So entwickelte sich im Laufe der Jahre eine zusätzliche Kooperation auf der Ebene der Finanzminister und Notenbankgouverneure. Sie besprechen ihrerseits finanz-, geld- und währungspolitische Themen.

G7 beschließen Ölembargo gegen Russland

Die G7-Staaten haben den schrittweisen Ausstieg aus russischen Öl-Importen vereinbart. Alle G7-Staaten hätten sich verpflichtet, "unsere Abhängigkeit von russischer Energie schrittweise zu beenden, auch durch den schrittweisen Ausstieg aus russischem Öl beziehungsweise das Verbot von dessen Einfuhr", teilten die Staats- und Regierungschefs der Länder im Anschluss an eine Videokonferenz mit, zu der auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zugeschaltet war. Die USA kündigten eine Verschärfung ihrer Sanktionen gegen Russland an.
Die Einstellung der Importe von russischem Öl in die G7-Staaten werde die "Hauptschlagader der Wirtschaft" des russischen Präsidenten Wladimir Putin hart treffen und Moskau eine wichtige Einnahmequelle zur Finanzierung seines Krieges in der Ukraine entziehen, erklärte das Weiße Haus. Nähere Angaben zur konkreten Umsetzung des Importstopps in den einzelnen G7-Staaten wurden in der Abschlusserklärung zu dem Online-Gipfel nicht gemacht.
In ihrer Videokonferenz erinnerten die Staats- und Regierungschefs der G7 auch an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 77 Jahren - und ausdrücklich an die Rolle der westlichen Alliierten und der Sowjetunion bei der Befreiung der Opfer des Nationalsozialismus. Mit seinem "unprovozierten Aggressionskrieg" gegen die Ukraine bringe Putin 77 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges "Schande über Russland und die historischen Opfer seines Volkes", hieß es in der anschließenden Erklärung.
Durch die Invasion der Ukraine habe Russland gegen die "regelbasierte internationale Ordnung verstoßen, insbesondere die Charta der Vereinten Nationen", die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen worden sei, "um künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren", kritisierten die G7-Staats- und Regierungschefs.
Selenskyj habe in der Videokonferenz die "feste Entschlossenheit der Ukraine" unterstrichen, "ihre Souveränität und territoriale Unversehrtheit zu schützen". Ziel der Ukraine sei es, "dass die russischen Streitkräfte und das russische militärische Gerät vollständig aus dem gesamten Hoheitsgebiet der Ukraine abgezogen werden". Den G7-Mitgliedern habe er für ihre Unterstützung gedankt.
Deutschland hat seit Jahresbeginn den Vorsitz der G7 inne.

Nächster G7-Gipfel im Juni – Was besprechen die Regierungschefs?

Planmäßig soll der nächste G7-Gipfel vom 26. bis 28. Juni auf Schloss Elmau in Bayern stattfinden. Zentrale Themen dort sollen die Klimapolitik, die Coronapandemie und die internationale Zusammenarbeit sein. Der Krieg in der Ukraine wird wohl die Geschehnisse dominieren.