Maskenbeschaffung in der Pandemie
: Milliardenkosten durch Corona-Masken – Interner Bericht belastet Jens Spahn

Bei der Beschaffung von Corona-Masken entstanden dem Steuerzahler enorme Schäden. Aufgeklärt wurde das nie. Nun liegt ein 170-Seiten-Bericht vor, der offenbar Jens Spahn belastet. Doch er soll unter Verschluss bleiben.
Von
afp
Berlin
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Spahn zur Corona-Pandemie: ARCHIV - 22.09.2021, Berlin: Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, setzt nach einem Pressestatement nach den Beratung über ein einheitliches Vorgehen bei Verdienstausfall-Entschädigungen wegen Quarantäne im Rahmen der Corona-Pandemie seine Maske auf. (zu dpa: «Einstiger Merz-Widersacher Spahn soll Fraktionschef werden») Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Damals Bundesgesundheitsminister, heute Fraktionschef der Union: Jens Spahn (CDU) holt seine Vergangenheit aus der Corona-Zeit ein.

Michael Kappeler/dpa
  • Interner Bericht belastet Jens Spahn (CDU) wegen Maskenbeschaffungen während Corona.
  • Auftrag an Fiege ohne Ausschreibung, trotz Warnungen, führte zu Milliardenverlusten.
  • Bericht von Margaretha Sudhoff bleibt unter Verschluss, obwohl drängende Forderungen zur Veröffentlichung bestehen.
  • Grüne fordern Aufklärung über Maskenbeschaffung und Verantwortung von Spahn.
  • Viele Masken wurden später vernichtet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein interner Bericht belastet laut NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ Unions-Fraktionschef Jens Spahn (CDU) bei Vorwürfen wegen Maskenbeschaffungen während der Corona-Pandemie. Der 170 Seiten umfassende Bericht der vom früheren Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eingesetzten Sonderbeauftragten Margaretha Sudhoff liegt den drei Medien demnach in Auszügen vor. Spahn war in der Pandemiezeit bis Ende 2021 Gesundheitsminister gewesen.

Die Vorwürfe richten sich insbesondere dagegen, dass Spahn das Logistikunternehmen Fiege aus seiner münsterländischen Heimat ohne Ausschreibung einen Auftrag zur Maskenbeschaffung im Volumen von 1,5 Milliarden Euro erteilt habe. Dies sei erfolgt, obwohl das eigentlich für Logistikfragen zuständige Bundesinnenministerium Spahn damals vor der Beauftragung der Firma Fiege gewarnt habe, hieß es in der „Süddeutschen Zeitung“. Auch im Corona-Krisenstab der Regierung habe es dagegen Widerstände gegeben, über die sich Spahn hinweggesetzt habe.

Durch das Beschaffungsvorhaben, das letztlich nicht funktioniert habe, sei dem Bund mutmaßlich ein Milliardenschaden entstanden, hieß es weiter in der „SZ“. Viele der Masken wurden später vernichtet. Bei den Vorwürfen geht es auch um die Beschaffung von Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln.

Auf „tagesschau.de“ hieß es zudem unter Berufung auf den internen Bericht, Spahn habe das Innenministerium erst im Nachhinein über das Vorhaben informiert. Außerdem habe er laufende Vorbereitungen im Krisenstab für einen Auftrag an die Logistik-Konzerne DHL und Schenker missachtet. Das Gutachten wurde laut „tagesschau.de“ durch Sudhoff im April 2025 fertiggestellt, jedoch nicht veröffentlicht. Vielmehr weigere sich die aktuelle Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), den Bericht dem Bundestag vorzulegen.

Die Grünen im Bundestag dringen auf die Veröffentlichung des internen Untersuchungsberichts. „Der Sonderbericht zur Maskenbeschaffung ist dem Parlament unverzüglich, vollständig und ungeschönt vorzulegen“, sagte Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Sie nannte es „skandalös“, dass die aktuelle Ministerin Nina Warken (CDU) den Bericht bisher zurückhalte.

„Bei der Maskenbeschaffung wurden Milliarden an Steuergeld verbrannt“, kritisierte Haßelmann. Damit dürften „der Verlust für den Bundeshaushalt und die Folgen für die Steuerzahler womöglich größer sein als seinerzeit bei der Pkw-Maut“ des früheren Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer (CSU). Die Grünen-Fraktionschefin forderte, die Verantwortung für das Vorgehen bei der Maskenbeschaffung in der Corona-Pandemie müsse aufgeklärt werden. Besonders gehe es hier „um die Verantwortung für Entscheidungen und Auftragsvergaben des damaligen Gesundheitsministers Jens Spahn“.