Linkspartei gegen Wagenknecht
: Für die Linke wäre die Wagenknecht-Partei eine Katastrophe

Der Parteivorstand hat entschieden: Eine Zukunft der Partei wird es nur ohne Sahra Wagenknecht und ihre Anhänger geben. Was macht nun die umstrittene Politikerin?
Kommentar von
André Bochow
Berlin
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Gründet sie eine eigene Partei? Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht.

Britta Pedersen/dpa

Die Zukunft der Linkspartei wird ohne Sahra Wagenknecht und ihre Anhänger gestaltet. Was nun aber genau passiert, ist unklar. Denn was genau hat der Parteivorstand eigentlich entschieden? Wagenknecht hat längst selbst angekündigt, dass sie bei Wahlen nicht mehr für die Linke antreten wird. Die Dissidenten sollen ihre Bundestagsmandate zurückgeben? Wer glaubt denn, dass das passiert? Vielmehr könnten die „Wagenknechte“ die Fraktion verlassen und ihre Mandate mitnehmen. Dann wäre der Fraktionsstatus für die Linken im Bundestag verloren. Und was bedeutet es, wenn die Parteichefs sagen, man lasse sich nicht mehr erpressen?

Karriere nicht mit Flop beenden

Gründen Wagenknecht und Co. eine neue Partei, bedeutet das eine Katastrophe für die Linkspartei. Dass es die neue Partei noch nicht gibt, liegt am mangelnden Organisationstalent Wagenknechts und daran, dass sie ihre Karriere nicht mit einem Flop beenden will. Die Linken warten mit angehaltenem Atem auf die Entscheidungen Wagenknechts und ihres Lagers. Das Nicht-Partei-Publikum schaut ungläubig zu. Die versprochene Oppositions-, Friedens- und Sozialpolitik bleibt indes auf der Strecke.