Landtagswahl Bayern 2023: Was ist der Unterschied zwischen Stimmkreis und Wahlkreis?

Der Plenarsaal des Bayerischen Landtags im Maximilianeum.
Peter Kneffel/dpaAm Sonntag, 8. Oktober 2023, können alle Wahlberechtigten in Bayern jeweils vier Kreuze machen. Nach fünf Jahren findet wieder die Landtagswahl statt. Bürgerinnen und Bürger können mit der Erststimme einen Direktkandidaten und mit der Zweistimme eine Partei wählen. Das dritte und vierte Kreuz setzen sie analog bei der Bezirkstagswahl. Bezirkstage gibt es in allen sieben bayerischen Regierungsbezirken. Das sind
- Niederbayern
- Oberbayern
- Unterfranken
- Mittelfranken
- Oberfranken
- Oberpfalz
- Schwaben
Wahlkreis und Stimmkreis – das ist der Unterschied
Nach jeder deutschen Landtagswahl werden kurz nach 18 Uhr die ersten Hochrechnungen bekannt. Daraus lässt sich eine Tendenz ablesen, wie gut oder schlecht die Parteien abgeschnitten haben. Später am Abend wird nach und nach bekannt, welche Kandidaten wo ein Direktmandat gewonnen haben. Im Gegensatz zu allen anderen deutschen Bundesländern gewinnen Direktkandidaten in Bayern Stimmkreise und keine Wahlkreise. Letztere gibt es trotzdem - wie passt das zusammen?
Während ein Stimmkreis meist deckungsgleich mit einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt ist, bilden die sieben Regierungsbezirke jeweils einen Wahlkreis. Die Ergebnisse in jedem Wahlkreis beeinflussen die Zusammensetzung des Bayerischen Landtags folgendermaßen:
- Parteien stellen keine Landeslisten auf, sondern eine für jeden Bezirk. In jedem Wahlkreis wird eine feste Zahl an Listenmandaten vergeben – plus die Direktmandate in den untergeordneten Stimmkreisen.
- Auf Wahlkreis-Ebene werden auch Überhangmandate vergeben. Gewinnt eine Partei mehr Direktmandate als ihr nach dem Zweitstimmen-Ergebnis zustehen, erhalten die anderen Parteien Überhangmandate, die mit Kandidatinnen und Kandidaten aus dem jeweiligen Wahlkreis besetzt werden. Diese Abgeordneten stehen in den Wahlkreis-Listen ihrer Parteien weit oben. Damit wird sichergestellt, dass die Sitzverteilung im Parlament dem Zweitstimmen-Ergebnis entspricht.
Es gibt noch eine weitere Besonderheit des bayerischen Wahlsystems: Bei der Auszählung werden Erst- und Zweitstimme zu einer Gesamtstimme addiert. Demnach beeinflusst in Bayern auch die Erststimme, welche Partei wie viele Sitze im Landtag erhält.
Landtagswahl: Nicht alles ist in Bayern anders
Es gibt auch Gemeinsamkeiten zwischen der bayerischen Landtagswahl, anderen Landtagswahlen und der Bundestagswahl: Auch in Bayern sind Wahlen allgemein, frei, geheim, gleich, und unmittelbar. Außerdem wichtig: Es gilt die Fünf-Prozent-Hürde.
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