• Am 14. März 2021 ist Landtagswahl in Baden-Württemberg
Entschieden wird die Wahl nicht in den Umfragen sondern am Wahltag. Susanne Eisenmann, Noch-Kultusministerin von Baden-Württemberg und als CDU-Spitzenkandidatin Herausforderin von Amtsinhaber Winfried Kretschmann bei der Landtagswahl am 14.3.21 setzt genau darauf. Bei Interviews oder bei Wahlkampfveranstaltungen wird sie nicht müde, dieses Karma zu wiederholen.

Aktuelle Umfrage ein Desaster für CDU

Doch schafft die CDU-Frau tatsächlich den Endspurt gegen den grünen Landesvater? In Umfragen war die Union in der vergangenen Woche deutlich zurückgefallen. Neueste Zahlen zeigen einen regelrechten Absturz der CDU. Laut dem ZDF-„Politbarometer“ vom 11.03. kommen die Grünen von Ministerpräsident Kretschmann auf 34 Prozent und vergrößern ihren Vorsprung auf die CDU auf zehn Punkte. Käme die Südwest-CDU wirklich nur auf 24 Prozent, wäre das ihr historisch schlechtestes Ergebnis in der Geschichte des Landes. Es folgt die AfD mit 11 Prozent (bei der Wahl 2016 kam sie auf rund 15 Prozent), ebenso wie die FDP. Die SPD liegt mit zehn Prozent dahinter. Die Linke kommt auf 3 Prozent, alle anderen Parteien werden insgesamt mit 7 Prozent angegeben.
Und dann auch noch die Maskenaffäre rund um Politiker der CDU und CSU. Für die Partei ein Alptraum zur denkbar ungünstigsten Zeit.
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Machtkampf in der Südwest-CDU droht

Bei der CDU droht im Fall des vorhergesagten Absturzes ein Machtkampf um die künftige Aufstellung. Die 56-jährige Eisenmann, die auch um ihr Direktmandat bangen muss, dürfte schlechte Karten haben, wenn das CDU-Ergebnis weit unter den 27 Prozent von 2016 liegen sollte. Die Ministerin hatte sich im Machtkampf um die Spitzenkandidatur so manche Feinde in der Partei gemacht, als sie mit Hilfe der Fraktion Vize-Ministerpräsident und Landeschef Thomas Strobl zur Seite drängte. Strobl gilt als Vertrauter Kretschmanns und könnte wohl am ehesten Verhandlungen über eine neue grün-schwarze Koalition führen. Aber: Auch er muss um ein Direktmandat in Heilbronn bangen. Die CDU will unbedingt verhindern, neben der AfD in der Opposition zu landen.
Schon jetzt deutet sich eine Kampfkandidatur um den Fraktionsvorsitz an. Der Posten wäre im Fall eines Rauswurfs aus der Regierung einer der wenigen prestigeträchtigen und besser dotierten Jobs. Amtsinhaber Wolfgang Reinhart setzte am Freitag kurzfristig die Fraktionssitzung für Montagvormittag an. Dort will er sich gleich bestätigen lassen. Reinhart, der wohl sein Direktmandat im Wahlkreis Main-Tauber holen wird, sieht sich auch als „Brückenbauer“ zu den Grünen. Gegner des 64-Jährigen argwöhnen, Reinhart wolle schnell nach der Wahl Fakten schaffen, um möglichen Gegenkandidaten keine Zeit zu geben, sich zu organisieren. Als denkbarer Bewerber wird Generalsekretär Manuel Hagel (32) genannt, der für einen Generationswechsel stünde. Aber auch er muss erstmal sein Direktmandat in Ehingen holen und eventuelle Kritik an seiner Arbeit als Wahlkampfmanager überstehen.

Anteil der Briefwähler vor Landtagswahl laut Umfrage auf Rekordhöhe

Der Anteil der Briefwähler bei der baden-württembergischen Landtagswahl liegt nach einer Umfrage bereits deutlich über der Zahl der jüngsten Abstimmung vor fünf Jahren. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa und der Universität Hohenheim haben wenige Tage vor der Wahl am 14. März (Stand: 09.03.2021) bereits 34 Prozent der befragten Wahlberechtigten per Briefwahl abgestimmt. Weitere 14 Prozent haben dies laut Umfrage noch vor.