Krieg in Nahost
: Israelisches Kabinett billigt offenbar Waffenruhe mit der Hisbollah

Nach mehr als einem Jahr heftiger gegenseitiger Angriffe will Israel den Krieg mit der libanesischen Hisbollah beenden. Vor einer Billigung durch sein Kabinett verteidigt Netanjahu eine Waffenruhe.
Von
dpa
Tel Aviv
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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. (Archivbild)

Abir Sultan/Pool European Pressphoto Agency/AP/dpa
  • Israels Premier Netanjahu befürwortet Waffenruhe mit der Hisbollah nach über einem Jahr Krieg.
  • Netanjahu will Kabinett über Entwurf abstimmen lassen und warnt vor Verletzungen der Vereinbarung.
  • Hisbollah nach schweren Verlusten stark geschwächt, Führung und Raketenarsenal zerstört.
  • Fokus soll nach Waffenruhe auf Konflikt mit Iran gelegt werden.
  • Ende des Kriegs könnte Hamas isolieren und Geiselabkommen ermöglichen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mehr als ein Jahr nach Beginn des Kriegs mit der libanesischen Hisbollah-Miliz hat das israelische Sicherheitskabinett unter Leitung von Regierungschef Benjamin Netanjahu nach übereinstimmenden Berichten israelischer Medien eine von den USA vermittelte Waffenruhe gebilligt. Sie solle am Mittwochvormittag in Kraft treten, berichteten das Nachrichtenportal ynet und der Sender Channel 12. Zuvor war berichtet worden, die Waffen sollten zunächst für 60 Tage schweigen. „Die Dauer der Waffenruhe hängt davon ab, was im Libanon geschieht“, warnte Netanjahu jedoch im Fernsehen.

Nach der Einstellung der Kämpfe soll sich die Iran-treue Miliz den zunächst unbestätigten Berichten zufolge zunächst hinter den Litani-Fluss etwa 30 Kilometer nördlich der faktischen israelisch-libanesischen Grenze zurückziehen. Danach sollten Israels Bodentruppen innerhalb von 60 Tagen aus dem Libanon abziehen. „Wenn die Hisbollah das Abkommen verletzt und versucht, sich zu bewaffnen, werden wir angreifen“, betonte Netanjahu.

Netanjahu möchte sich auf Konflikt mit dem Iran konzentrieren

Netanjahu sagte, Israel habe den Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah sowie die restliche Führung getötet und den größten Teil des Raketenarsenals zerstört, ebenso wie ein unterirdisches Tunnelnetzwerk im Süden des Libanons. Zu heftigen Luftangriffen vor einer erwarteten Waffenruhe sagte Netanjahu: „In Beirut bebt die Erde.“

Nach einer Waffenruhe werde man sich auf den Konflikt mit dem Iran konzentrieren können, sagte er. Außerdem könnten sich die israelischen Soldaten vom Kampf erholen und das israelische Waffenarsenal erneuert werden. Mit einem Ende des Kriegs mit der Hisbollah werde die islamistische Hamas im Gazastreifen isoliert zurückblieben. Dies könne den Weg zu einer Vereinbarung über die Freilassung von rund 100 Geiseln ebnen.

Um eine Rückkehr von Hisbollah-Kämpfern zu verhindern, sollen Soldaten der libanesischen Armee, die am Krieg eigentlich nicht beteiligt sind, parallel zum israelischen Abzug im Grenzgebiet stationiert werden, berichteten Medien übereinstimmend auf Verhandlungskreise. Überwachen solle die Vereinbarung eine Staatengruppe unter Führung der USA zusammen mit Frankreich, dem Libanon, Israel und der UN-Friedenstruppe Unifil, die seit Jahren im Libanon stationiert ist. Die Überwachungskommission solle außerdem dafür sorgen, dass sich die Miliz nicht neu bewaffnet. In einem späteren Schritt sollten Israel und der Libanon dann auch über strittige Grenzfragen verhandeln.

Libanons geschäftsführender Ministerpräsident Nadschib Mikati hat nach den „hysterischen“ Angriffen Israels auf die libanesische Hauptstadt Beirut die sofortige Umsetzung einer erwarteten Waffenruhe gefordert. Die heftigen Angriffe auf Beirut zeigten, dass Israel keinem Gesetz Bedeutung beimesse, erklärte Mikati, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete. Die internationale Gemeinschaft müsse schnell handeln.