Krieg in Israel
: Verschleppte Shani Louk ist tot – Kanzler spricht von „Barbarei der Hamas“

Der Tod der in Israel verschleppten Shani Louk hat bundesweit Entsetzen ausgelöst. Auch der Kanzler meldete sich zu Wort.
Von
Sven Kaufmann,
Kerstin Auernhammer
Ulm
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Die 22-jährige Shani Louk ist nach Angaben ihrer Mutter Ricarda Louk tot. Shani war beim Angriff auf Israel von der Hamas verschleppt worden.

David Pichler, dpa

Traurige Nachricht im Falle der Deutschen Shani Louk: Die 22-Jährige, die am 7. Oktober von der radikalislamischen Terrororganisation Hamas beim Angriff auf Israel verschleppt worden war, ist tot. Das melden mehrere Medien und die Nachrichtenagentur dpa.

Mutter von Shani: Sie ist nicht mehr am Leben

Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sagte Ricarda Louk, Mutter von Shani, dass ihre Tochter tot sei. Dies habe ihr das israelische Militär mitgeteilt. Die Leiche ihrer Tochter sei bislang zwar nicht gefunden worden, berichtete Ricarda Louk weiter. Man habe aber einen Splitter eines Schädelknochens gefunden und daran eine DNA-Probe gemacht.

Das erforderliche Vergleichsmaterial hätten die Eltern schon vor längerer Zeit zur Verfügung gestellt. Die Mutter geht davon aus, dass ihre Tochter bereits seit dem 7. Oktober tot ist – möglicherweise sei sie bei dem Terrorüberfall durch einen Schuss in den Schädel getötet worden.

Posts von Shanis Schwester Adi und dem Außenministerium Israels

Shanis Schwester Adi Louk schrieb am Montagmorgen auf Instagram: „Mit großer Trauer geben wir den Tod meiner Schwester bekannt“, meldet die Nachrichtenagentur KNA. Das israelische Außenministerium twitterte im Onlinedienst X, dass die Leiche Shanis gefunden und identifiziert worden sei. Das Ministerium schrieb von einem unvorstellbaren Albtraum, und dass die Gedanken und Gebete bei Shanis Freunden und ihrer Familie seien.

Shani möglicherweise schon im Video tot gewesen

Shani Louk hatte ein Musikfestival in der Nähe des Gazastreifens besucht, als der Angriff der Hamas plötzlich begann. Ihre Familie hatte Shani schon kurz darauf auf einem Video identifiziert. Darauf ist zu sehen, wie Hamas-Terroristen auf der Ladefläche eine Pick-Ups auf Shani eintreten und sie bespucken, sie lag mit dem Gesicht auf der Ladefläche. Zunächst ging Shani Louks Familie, von der ein Teil in Baden-Württemberg lebt, davon aus, dass die junge Frau schwer verletzt wurde, aber am Leben war und sich im Gazastreifen befand.

Die Nachricht sei zwar schrecklich. Es sei aber gut, nun Gewissheit zu haben. „Wenigstens hat sie nicht gelitten“, sagte Ricarda Louk. Mit zahlreichen Interviews in internationalen Medien hatte sich Ricarda Louk für die Freilassung ihrer Tochter und der anderen Geiseln eingesetzt.

Kanzler Scholz meldet sich zu Wort

Mittlerweile hat sich auch Bundeskanzler Olaf Scholz zu Wort gemeldet. Er bezeichnete Louks Tod als Beleg für die „Barbarei“ der radikalislamischen Palästinenserorganisation. Sie sei „auf brutale Weise“ ermordet worden, dies zeige „die ganze Barbarei hinter dem Angriff der Hamas“, erklärte Scholz im Onlinedienst X (vormals Twitter).

Die Hamas müsse „zur Rechenschaft gezogen“ werden, forderte Scholz in seiner X-Nachricht. „Das ist Terror und Israel hat das Recht, sich zu wehren.“ Im Gespräch mit dem Fernsehsender Welt TV sagte Scholz während seines Besuchs in Nigeria, auch angesichts dieser Nachricht sei „richtig (...), zu sagen, dass wir Israel dabei unterstützen werden, seine Sicherheit zu verteidigen“.

Angriff der Hamas: 1400 Menschen bei Massaker in Israel getötet

Terroristen hatten im Auftrag der islamistischen Hamas im Gazastreifen am 7. Oktober Massaker unter Zivilisten in Israel angerichtet. Dabei und in den folgenden Tagen wurden mehr als 1400 Menschen in Israel getötet und zahlreiche Menschen verschleppt. Bisher wurden vier Geiseln freigelassen. Unter den 239 von Israel bestätigten Geiseln sind laut Medienberichten auch 12 deutsche Staatsbürger.

(mit Material von dpa)