Kanzlerkandidat der Union
: Markus Söder: „Friedrich Merz macht's“

Friedrich Merz und Markus Söder haben in einer Pressekonferenz offiziell verkünden, wer die Union als Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf führt.
Von
dpa
Berlin/München
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Pressekonferenz zu Kanzlerkandidatur-Frage der Union: 17.09.2024, Berlin: Friedrich Merz (l), CDU-Bundesvorsitzender und Unionsfraktionsvorsitzender, und Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, geben eine Pressekonferenz zur Frage um die Kanzlerkandidatur der Union. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

CDU-Chef Friedrich Merz und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beantworten am Dienstagmittag bei einer Pressekonferenz die Kanzlerkandidaten-Frage der Union.

Kay Nietfeld/dpa

Bereits kurz vorher sickerte die Nachricht über Medienberichte durch, nun machten es die Verantwortlichen selbst offiziell: Friedrich Merz wird der Kanzlerkandidat der CDU bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr.

CSU-Chef Markus Söder versprach dem aktuellen CDU-Chef bei einem Pressestatement seine volle Unterstützung für den Bundestagswahlkampf. „Die K-Frage ist entschieden. Friedrich Merz machts. Ich bin damit fein und unterstütze es ausdrücklich“, sagte der bayerische Ministerpräsident in Berlin.

Zuvor hatten sich die beiden Parteichefs darauf geeinigt, dass Merz bei der nächsten Bundestagswahl den amtierenden Kanzler Olaf Scholz (SPD) herausfordern wird. Er unterstütze Merz ohne jedes Zähneknirschen, betonte Söder. „Wir beide sind uns komplett einig.“ Es gebe für die Union nur ein Ziel, dies sei die „Ampel abzulösen und Deutschland wieder auf Vordermann zu bringen“.

Söder verzichtet auf Kanzlerkandidatur

Schon im Laufe des Vormittags hatte NTV berichtete, dass Söder seinem Mitstreiter nun doch Platz im Rennen um das Kanzleramt machen: Es wurde bereits allgemein erwartet, dass die Union mit Merz an der Spitze in die nächste Bundestagswahl zieht. Endgültig entschieden war es bislang allerdings nicht. Söder und Merz hatten wiederholt angekündigt, im Spätsommer eine Entscheidung über die K-Frage der Union zu treffen und den Parteien einen gemeinsamen Vorschlag zu machen.

Hendrik Wüst hatte bereits verzichtet

Zuletzt hatte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst am Montagabend erklärt, aktuell für eine Kanzlerkandidatur nicht zur Verfügung zu stehen. Zugleich sagte Wüst, der den mitgliederstärksten Landesverband der CDU leitet, Merz Unterstützung zu.

Merz hatte am Sonntag eine baldige Lösung der K-Frage angekündigt. Auf die Frage, ob seine Entscheidung in diesem Zusammenhang gefallen sei, sagte er im ZDF: „Bald.“ Söder und er würden „einen Vorschlag machen“, dann würden sich die Parteivorstände von CDU und CSU damit beschäftigen.

Am kommenden Montag, nach der Landtagswahl in Brandenburg am Sonntag, stehen bei CDU und CSU reguläre Gremiensitzungen an. Dies wäre auch Gelegenheit für die Parteispitzen, die Frage der Kanzlerkandidatur zu beraten.

Söder betonte mehrfach Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur

Der CDU-Vorsitzende hat in der Regel das erste Zugriffsrecht für die Kanzlerkandidatur von CDU und CSU. Nach den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen am 1. September hatte CSU-Chef Söder allerdings mehrfach wiederholt, dass er dafür ebenfalls bereitstehe.

Vor der Bundestagswahl 2021 hatte es einen Machtkampf zwischen Söder und dem damaligen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet um die K-Frage gegeben, den am Ende Laschet für sich entschieden hatte. Söder hatte Laschets Wahlkampf allerdings immer wieder mit öffentlichen Sticheleien belastet. Am Ende verlor die Union die Bundestagswahl.