Israel Palästina: Armeesprecher: Vor Rafah-Offensive Bevölkerung in Sicherheit bringen

Palästinensischen Quellen zufolge bombardierten israelische Kampfjets in der Nacht zum Samstag das Hochhaus in Rafah. In dem Gebiet suchen aktuell über eine Million Menschen Schutz.
Mohammed Talatene/dpaIn Rafah suchen derzeit nach Schätzungen 1,5 Millionen Palästinenser auf engstem Raum und unter elenden Bedingungen Schutz vor den Kämpfen in den anderen Gebieten des Gazastreifens. Hilfsorganisationen warnen vor vielen weiteren zivilen Todesopfern. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Donnerstag gesagt, Israel werde trotz internationalen Drucks nach Rafah vordringen. Ein israelischer Armeesprecher hat sich nun zur Sicherheit der Bevölkerung während der Offensive geäußert.
Armeesprecher: Bevölkerung in Sicherheit bringen
Ein israelischer Armeesprecher hat am Freitag bekräftigt, im Fall eines Militäreinsatzes in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens müsse die Bevölkerung von dort in Sicherheit gebracht werden. Sprecher Arye Shalicar betonte am Freitag, man werde im Fall eines Einsatzes in Rafah dafür sorgen, dass die Zivilisten evakuiert werden, in sicherere Orte wie etwa das Al-Mawasi-Lager. „Das ist, wie wir es auch in den letzten Monaten gemacht haben und genauso würden wir dann auch mit Blick Richtung Rafah operieren“, sagte er.
Internationale Ablehnung von Rafah-Offensive
Man vermute in der Stadt an der Grenze zu Ägypten nicht nur die Führung der Hamas, sondern dort befänden sich auch die verbliebenen Bataillone der islamistischen Terrororganisation, sagte Sprecher Arye Shalicar am Freitag. Aus Israels Sicht ist ein Sieg über die Hamas ohne Einsatz in der Stadt an der Grenze zu Ägypten nicht möglich.
Wie andere internationale Spitzenpolitiker lehnt Bundeskanzler Olaf Scholz eine solche Militäroffensive Israels jedoch strikt ab. Er wird am Sonntag zum zweiten Besuch in Israel seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als fünf Monaten erwartet.
Israels Krieg in Palästina
Die brutale Terrorattacke der Hamas auf Israel vom 7. Oktober hatte den Gaza-Krieg ausgelöst. Die Angreifer ermordeten dabei im israelischen Grenzgebiet mehr als 1200 Menschen und verschleppten 250 weitere in den Küstenstreifen.
Bei israelischen Angriffen und Kämpfen im Gazastreifen sind seitdem nach Angaben der Hamas-Gesundheitsbehörde mehr als 31 300 Menschen getötet worden. Angesichts der schlimmen humanitären Lage und der vielen zivilen Opfer gibt es inzwischen aus vielen Ländern Kritik am Vorgehen des israelischen Militärs.
(Mit Material der dpa und AFP)

