Am Montag gab Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in einer Pressekonferenz bekannt, dass der Katastrophenfall per sofort in Bayern gelte. Bisher kenne man das von einzelnen Landkreisen, nun gelte er für ganz Bayern. Alle Behörden würden in eine Richtung ziehen - der Schritt biete umfangreiche Möglichkeiten in dieser Hinsicht. Es gehe um „maximale Fokussierung und Konzentration“.

Ab Dienstag werden dann unter anderem Freizeiteinrichtungen, Kino, Schwimmbäder, Bars, Spielhallen, Bordellbetriebe, Tierparks geschlossen.

Restaurants und Lokale: Im Katastrophenfall von 6 bis 15 Uhr geöffnet

Ab Mittwoch dann wird es Sonderregelungen für Lokale und Restaurants geben. Lokale und Kantinen werden maximal von 6 bis 15 Uhr geöffnet sein - es gilt der Sicherheitsabstand von anderthalb Metern. Zudem dürfen maximal 30 Personen parallel im Restaurant sein.

Ansonsten werde Essensversorgung zunehmend über „to go“, „drive in“ oder Essensausgabe stattfinden.

Supermärkte längere Öffnungszeiten, Einzelhandel weitgehend geschlossen

Supermärkte werden länger geöffnet haben, um eine Versorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen, werktags sei es bis 22 Uhr möglich. Sonntags seien Öffnungen von 12 bis 18 Uhr denkbar. Auch Apotheken, Optiker, Baumärkte, Tankstellen, Hörgeräteakkustiker würden öffnen.

Der Einzelhandel aber werde ansonsten geschlossen - alles, was nicht Waren des täglichen Bedarfs einschließe.

Katastrophenfall: Bayern stellt Sondervermögen von 10 Milliarden in Aussicht

Söder sagte zudem, dass das Land ein Sondervermögen von 10 Milliarden Euro einstelle, um finanzielle Engpässe von Bürgern und Unternehmern überbrücken zu können. „Wir lassen niemanden hängen“, sagte er.

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Katastrophenfall - Was bedeutet das für die Menschen? Welche rechtlichen Veränderungen ergeben sich dadurch für eine Regierung? Welche Änderungen sich ergeben, wenn Bayern den Katastrophenfall ausruft, erklären wir in diesem Artikel.

Keine Ausgangssperre

Angesichts der schnellen Ausbreitung des Coronavirus hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Menschen in Bayern dazu aufgerufen, ihre sozialen Kontakte zu überdenken. „Es gibt keine Ausgangssperre, jedenfalls derzeit nicht“, sagte Söder. Jeder solle sich aber überlegen, ob er nach draußen gehe und welche Kontakte er habe.

Söder berichtete, dass die Infektionsketten in Bayern nicht mehr nachvollzogen werden könnten. „Das heißt, es beginnt eine exponentielle Entwicklung.“ Deswegen sei es nun wichtig, alles zu unternehmen, um die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 zu verlangsamen. Und ein Instrument dabei sei, soziale Kontakte zu überdenken und das öffentliche Leben zu verlangsamen.

Söder warnte aber vor Panik: Man sei sehr besonnen, man habe keine Panik, aber man sei sehr entschlossen. Er sprach von einem Stresstest und Charaktertest für alle.