Immer mehr „unbesetzte Dienstposten“
: Bundeswehr hat massive Personalprobleme

Die Soldaten in der Bundeswehr sind im Schnitt älter als früher, ihre Zahl ist leicht gesunken. Die Wehrbeauftragte stellt zudem fest: Zu viele Dienstposten sind unbesetzt.
Von
dpa
Berlin
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Feierliches Gelöbnis zum 69. Gründungstag der Bundeswehr: ARCHIV - 12.11.2024, Niedersachsen, Hannover: Rekruten stehen beim feierlichen Gelöbnis zum 69. Gründungstag der Bundeswehr. (zu dpa: «Zahl der Rekruten aus Schleswig-Holstein steigt stark») Foto: Michael Matthey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Zahl der Soldatinnen und Soldaten für die deutsche Bundeswehr ist gesunken.

Michael Matthey/dpa
  • Bundeswehr leidet unter massivem Personalmangel, viele Dienstposten sind unbesetzt.
  • Zahl der Soldaten ist leicht gesunken, Durchschnittsalter gestiegen.
  • Eva Högl, Wehrbeauftragte des Bundestages, fordert entschlossene Maßnahmen.
  • Bis Ende 2024 waren fast 20% der Dienstposten bei Offizieren unbesetzt, bei Mannschaften sogar 28%.
  • Ziel von 203.000 Soldaten bis 2031 nicht erreicht, Zahl aktuell bei 181.174.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, bescheinigt der Bundeswehr einen massiven Personalmangel und fordert entschlossene Schritte. „Leider weiterhin verschlechtert hat sich die sehr hohe Anzahl unbesetzter Dienstposten“, schreibt die SPD-Politikerin in ihrem in Berlin vorgelegten Jahresbericht für 2024.

Im Jahr 2020 – dem Beginn ihrer Amtszeit – seien rund 18 Prozent des militärischen Personals in den Laufbahnen oberhalb der Mannschaften unbesetzt gewesen. Ende 2024 seien es sogar knapp 20 Prozent gewesen. Bei den Mannschaften waren im vergangenen Jahr sogar rund 28 Prozent aller Dienstposten unbesetzt gewesen.

Leerstellen durch Ausbildung, Elternzeit und Krankheit

Ursachen seien neben dem allgemeinen Personalmangel auch Vakanzen – wie durch Ausbildung, Elternzeit, Krankheit oder Freistellung. Die Streitkräfte liefen aber Gefahr, dass die personelle Einsatzbereitschaft erheblich leide, wenn fast jede fünfte Kraft bei Unteroffizieren und Offizieren und mehr als jede vierte Kraft bei den Mannschaften fehle.

Übergabe des Jahresberichts 2024 der Wehrbeauftragten: 11.03.2025, Berlin: Eva Högl, Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, stellt den Jahresbericht 2024 zur Lage der Bundeswehr vor. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eva Högl, Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, stellt den Jahresbericht 2024 zur Lage der Bundeswehr vor.

Kay Nietfeld/dpa

„Genügend und vollständig einsatzbereites Personal ist der Schlüssel zur Verteidigungsfähigkeit. Dem ursprünglich bis zum Jahr 2025 gesteckten, jedoch später zeitlich angepassten Ziel, eine Personalstärke von 203.000 Soldatinnen und Soldaten bis zum Jahr 2031 zu erreichen, ist die Bundeswehr im Berichtsjahr erneut nicht nähergekommen“, stellt Högl fest.

Die Zahl der Männer und Frauen in der Bundeswehr sei auf 181.174 sogar leicht gesunken. Högl warnt: „Gleichzeitig wird die Bundeswehr immer älter. Während das Durchschnittsalter Ende 2019 noch 32,4 Jahre betrug, ist es bis Ende 2024 auf 34 Jahre gestiegen.“