Hunter Biden
: Muss der Sohn des Präsidenten ins Gefängnis?

Hunter Biden ist im Waffen-Prozess für schuldig befunden worden. Wie hoch wird das Strafmaß ausfallen?
Von
Philipp Staedele
Washington/Wilmington
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Prozess gegen US–Präsidentensohn Biden: 11.06.2024, USA, Wilmington: US-Präsidentensohn Hunter Biden verlässt das Bundesgericht in Wilmington. Foto: Matt Slocum/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der US–Präsidentensohn Hunter Biden.

Matt Slocum/AP/dpa

Nicht nur Donald Trump steht derzeit vor Gericht, auch Hunter Biden, Sohn von US-Präsident Joe Biden, wurde nun wegen mehrerer Verstöße gegen das Waffengesetz für schuldig befunden. Welches Strafmaß droht dem Präsidentensohn?

Prozess gegen Hunter Biden: Wie ist der aktuelle Stand?

Im Prozess gegen Hunter Biden wegen mehrerer Verstöße gegen das Waffenrecht haben die Geschworenen den Sohn von US-Präsident Joe Biden laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa in allen drei Anklagepunkten für schuldig befunden. Das meldeten amerikanische Medien am Dienstag übereinstimmend unter Berufung auf Reporter im Gerichtssaal.

Die zwölf Geschworenen hatten sich am Montagnachmittag (Ortszeit) zur Beratung zurückgezogen, nachdem Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Beweisführung beendet hatten.

Wann wird das Strafmaß verkündet?

Das Strafmaß wird von der zuständigen Richterin Maryellen Noreika zu einem späteren Zeitpunkt verkündet.

Waffen-Prozess: Muss Hunter Biden ins Gefängnis?

Dem 54-Jährigen drohen bis zu 25 Jahre Haft. Es ist allerdings unklar, inwieweit die Richterin das Strafmaß ausreizt, da er nicht vorbestraft ist.

Vor dem Urteil gegen Hunter Biden hatte US-Präsident Biden angekündigt, ihn im Falle eines Schuldspruchs nicht zu begnadigen. Hunter ist sein Sohn aus erster Ehe.

Was wird Hunter Biden vorgeworfen?

In dem Prozess in der Stadt Wilmington im Bundesstaat Delaware war Hunter Biden zur Last gelegt worden, bei einem Waffenkauf im Oktober 2018 falsche Angaben gemacht und seine damalige Drogenabhängigkeit verschwiegen zu haben.

Hunter Biden macht seit Jahren Schlagzeilen. Es geht neben Alkoholsucht und Drogenabhängigkeit auch um windige Geschäfte oder rechtliche Streitigkeiten mit einer ehemaligen Stripperin über den Unterhalt für ein uneheliches Kind. Anfang Dezember wurde er auch im Bundesstaat Kalifornien angeklagt, weil er Bundessteuern für mehrere Jahre nicht ordnungsgemäß gezahlt haben soll.

Wegen der verschiedenen Vorwürfe hatte es gegen den Präsidentensohn zuvor ausführliche Ermittlungen gegeben. Im Juli 2023 scheiterte eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft zur Umgehung von Gerichtsverfahren. Mitte August ernannte US-Justizminister Merrick Garland einen Sonderermittler in dem Fall. Im September und Dezember folgten dann jeweils die Anklagen in Delaware und Kalifornien.

Welchen Einfluss hat die Anklage auf das US-Wahljahr?

Die juristischen Probleme von Hunter Biden verschärfen die Lage in einem ohnehin extrem aufgeheizten US-Wahljahr. Demokrat Joe Biden will für eine zweite Amtszeit ins Weiße Haus einziehen - ebenso wie der republikanische Ex-Präsident Donald Trump, der selbst von einer Jury im Bundesstaat New York wegen illegaler Wahlkampf-Finanzierung schuldig gesprochen wurde. Die Verkündung des Strafmaßes steht noch aus, im schlimmsten Fall drohen Trump bis zu vier Jahre Haft. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird oder er eine Geldstrafe zahlen muss.

Im Wahlkampf dienen die jeweiligen Prozesse als politische Munition für die Gegenseite. Die Demokraten versuchen, Trump als verurteilten Straftäter zu diskreditieren. Dieser wiederum benutzt das Urteil in New York ausgiebig, um Wahlkampfspenden zu sammeln und stellt das juristische Vorgehen gegen ihn als politische Hexenjagd dar. Selbst bei einer rechtskräftigen Verurteilung könnte Trump bei der Präsidentenwahl im November antreten. Der Republikaner hat außerdem bereits durchblicken lassen, Urteile bei einem Wahlsieg zurückdrehen zu wollen. In New York könnte er das allerdings nicht, da es sich nicht um einen Fall auf Bundesebene handelt.