Hohe Preise bei Sprit und Gas
: Nicht nur die Rentner wurden bei den Entlastungen vergessen – ein Kommentar

Ob Rentner, Studenten oder Minijobber, wichtige Gruppen sollen beim Maßnahmenpaket der Ampel-Koalition gegen die hohen Energiepreise leer ausgehen. Politiker machen immer die gleichen Fehler.
Von
Dieter Keller
Berlin
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Hilfspaket mit Lücken: Die Parteichefs Lars Klingbeil (SPD), Christian Lindner (FDP) und Ricarda Lang (Grüne) bei der Präsentation ihrer Beschlüsse.

Bernd von Jutrczenka/dpa

Gehen die Rentner beim Hilfspaket gegen die hohen Energiekosten leer aus? Es sieht ganz so aus. Zumindest bei der „Energiepreispauschale“ von 300 Euro. Die verspricht die Koalition nur Erwerbstätigen. Genau das sind Rentner nicht mehr. Dabei belasten die explodierenden Heizungspreise auch sie. Nur die Empfänger von Grundsicherung im Alter sollen 100 Euro Einmalzahlung bekommen wie alle Hartz-IV-Empfänger.

Auf was sich die Ampel-Partner da geeinigt haben, ist völlig unausgegoren. Jeder bekam ein Lieblingsprojekt. Wichtige Gruppen haben sie völlig vergessen, neben Rentnern etwa auch Studenten und Minijobber. Die dürfen lediglich mit dem ÖPNV-Ticket für neun Euro pro Monat fahren. Aber nicht morgen, sondern irgendwann. Keiner kann sagen, wann genau es kommt, schon weil die Verkehrsunternehmen völlig überrascht wurden.

Übermüdete Politiker machen Fehler

Die Pläne zeigen leider, wie weit Spitzenpolitiker von der Lebensrealität der Bürger entfernt sind. Mit ein bisschen gesundem Menschenverstand ist zu erkennen, dass alles nicht so einfach und vor allem nicht schnell umsetzbar ist. Sie machen immer den gleichen Fehler: übermüdet in der Nacht Dinge auszuhandeln, die sich bei Tageslicht als Unsinn erweisen.