Eskalation in Nahost: Wieder Angriffe aus Israel! Irans Außenminister spricht von „Kriegserklärung“

Mit einem „Präventivschlag“ hat Israel in der Nacht auf Freitag (13.6.) den Iran angegriffen.
Vahid Salemi/AP/dpa- Israel greift Irans Atomanlagen an, Iran droht Vergeltung.
- Angriffe auf Teheran und Natanz; Revolutionsgarden-Chef getötet.
- Israel verhängt Ausnahmezustand, beide Länder riegeln Luftraum ab.
- Iran verurteilt Angriff, beruft sich auf Selbstverteidigungsrecht.
- Öffentliches Leben in Israel kommt zum Erliegen, Parade abgesagt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Israel hat Medienberichten zufolge eine neue Welle von Angriffen auf den Iran ausgeführt. Explosionen ereigneten sich unter anderem in den Millionenstädten Tabris, Schiras und bei der Atomanlage Natans, wie iranische Medien berichteten.
Bereits in der Nacht auf Freitag, 13.6., hatte Israel trotz Warnungen von US-Präsident Donald Trump mehrere Ziele im Iran angegriffen, darunter in der Hauptstadt Teheran und in der Atomanlage Natanz. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sprach am Freitag von einem „Präventivschlag“. Iranischen Medienberichten zufolge wurde bei den Angriffen der Chef der Revolutionsgarden, Hossein Salami, getötet. Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei drohte Israel mit folgenschweren Konsequenzen. Israels Verteidigungsminister droht nun wiederum dem Iran. Die Sorge vor einer weiteren Eskalation wächst.
Iranischen Medien zufolge wurden bei den Angriffen die wichtige Atomanlage Natanz und drei Militäranlagen im Nordwesten des Landes getroffen. Beide Länder riegelten ihren Luftraum ab, Israel verhängte den Ausnahmezustand.
Die Führung in Teheran wertet den Angriff Israels als „Kriegserklärung“. Das iranische Außenministerium teilte am Freitag mit, Außenminister Abbas Araghtschi habe in einem Brief an die Vereinten Nationen den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, „sich sofort mit diesem Thema zu befassen“. Der Minister erklärte demnach weiter, die Angriffe auf militärische Einrichtungen und Atomanlagen im Iran seien eine „Kriegserklärung“ Israels.
Iran reagiert laut israelischen Angaben mit 100 Drohnen
Die israelische Armee hatte am frühen Freitagmorgen mitgeteilt, dass sie die erste Phase ihrer Angriffe auf den Iran abgeschlossen habe. Daran seien „Dutzende von Kampfflugzeugen der israelischen Luftwaffe“ beteiligt gewesen. Bei dem Einsatz seien iranische Militär- und Atomanlagen im ganzen Land getroffen worden. Die Angriffe galten demnach Dutzenden militärischen Zielen, „einschließlich nuklearen Ziele in verschiedenen Regionen des Iran“.
Der Iran hat israelischen Angaben zufolge in den vergangenen Stunden mehr als 100 Drohnen in Richtung Israel geschickt. Die Armee sowie die Abwehrsysteme des Militärs arbeiteten daran, diese abzuschießen, sagte der Militärsprecher Effie Defrin.
Die israelische Armee hat damit begonnen, erste aus dem Iran in Richtung Israel geschickte Drohnen abzufangen. Die Drohnen würden außerhalb der israelischen Grenzen abgefangen, sagte ein Militärsprecher. Israelischen Medienberichten zufolge geschieht dies in Nachbarländern Israels. Demnach sollen die Drohnen, die nicht frühzeitig abgefangen werden, voraussichtlich innerhalb von ungefähr einer Stunde Israel erreichen.
Israels Verteidigungsminister droht dem Iran
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat dem Iran im Fall von neuen Angriffen auf den jüdischen Staat mit Vergeltung gedroht. „Wer auf die Vernichtung Israels hinarbeitet, wird eliminiert – der Preis für den Iran wird mit jeder weiteren aggressiven Handlung steigen“, hieß es in einer Mitteilung von Katz. „Der Iran wird einen immer höheren Preis zahlen, je länger er seine aggressive Politik fortsetzt.“
Israel hat nach Militärangaben in der Nacht mit etwa 200 Kampfflugzeugen mehr als 100 Ziele im Iran angegriffen, darunter die iranischen Atomanlagen. Dabei seien 330 verschiedene Munitionsarten eingesetzt worden, erklärte ein Sprecher. Der Iran habe daraufhin mehr als 100 Drohnen in Richtung Israel geschickt.
Medien: Hossein Salami und Brigadegeneral Amir Ali Hadschisadeh getötet
Iranische Medien berichteten später, dass der Chef der berüchtigten Iranischen Revolutionsgarden, Hossein Salami, bei einem israelischen Luftangriff getötet worden sei. Auf Fernsehbildern war zudem zu sehen, wie dichter Rauch aus der Anlage aufstieg. Israel hat bei seinem Großangriff auch den Kommandeur der Luftstreitkräfte der iranischen Revolutionsgarden getötet. Wie die israelischen Streitkräfte erklärten, kam Brigadegeneral Amir Ali Hadschisadeh ihren Informationen zufolge bei den nächtlichen Angriffen ums Leben.
Derweil hieß es aus israelischen Sicherheitskreisen, dass bei den Angriffen zudem „wahrscheinlich Mohammad Bagheri“, der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte, „ausgeschaltet“ worden sei. Der Iran hat den Tod seines Generalstabschefs mittlerweile bestätigt. Generalmajor Mohammed Bagheri wurde bei dem nächtlichen israelischen Angriff getötet, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim.
Bei dem Angriff sind auch mindestens sechs führende Wissenschaftler und Professoren getötet worden. Unter den Toten sind drei Professoren der Fakultät für Nukleartechnik der Schahid-Beheschti-Universität, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Ein weiterer Nuklearwissenschaftler wurde gemeinsam mit seiner Ehefrau getötet. Davor war bereits bekanntgeworden, dass Mohammed Mehdi Tehrantschi, Professor für Physik, sowie Fereydun Abbasi, der frühere Leiter des iranischen Atomprogramms, bei dem Großangriff ums Leben kamen.
Irans Außenministerium verurteilt Angriffe
Irans Außenministerium hat den israelischen Großangriff aufs Schärfste verurteilt. Dieser stellte einen klaren Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen dar, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums. Iran werde sich auf sein Selbstverteidigungsrecht berufen und entsprechend antworten. „Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran werden nicht zögern, mit voller Kraft und in der von ihnen selbst gewählten Weise die Grundlagen Irans zu verteidigen“, hieß es weiter. Israels Handlungen hätten nicht ohne Koordination und Genehmigung der USA erfolgen können, erklärte das Ministerium. Daher sei auch die US-Regierung als Hauptunterstützer Israels für die Konsequenzen und Folgen mitverantwortlich. Die USA hatten zuvor erklärt, nicht an dem israelischen Angriff auf den Iran beteiligt gewesen zu sein.
Das Weiße Haus teilte mit, dass Trump am Freitag um 11 Uhr (Ortszeit, 17.00 Uhr MESZ) an einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates teilnehmen werde.
Sein Außenminister Marco Rubio erklärte jedoch unmittelbar danach, Israel habe den USA mitgeteilt, dass ein Militärschlag gegen den Iran „für seine Verteidigung notwendig“ sei. Zugleich unterstrich Rubio, dass die USA daran nicht beteiligt gewesen seien. Den Iran warnte er davor, „amerikanische Interessen ins Visier zu nehmen“ und betonte, „Priorität“ der USA sei der Schutz ihrer Streitkräfte in der Region.
Auswärtiges Amt: Deutsche sollen aufpassen
Angesichts der israelischen Luftangriffe auf den Iran hat das Auswärtige Amt alle Deutschen in der Region zu besonderer Wachsamkeit aufgerufen. Sie sollten örtlichen Sicherheitsanweisungen folgen und sich in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts eintragen, um im Notfall schnell kontaktiert werden zu können, sagte ein Außenamtssprecher am Freitag in Berlin. Das Auswärtige Amt stufte die Lage im Nahen Osten als „extrem zugespitzt“ ein, die Entwicklung sei „mehr als Besorgnis erregend“.
Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums betonte, dass die Bundeswehr betroffene Bürgerinnen und Bürger rasch aus der Region herausholen könne. Die Bundeswehr halte ganz generell „immer Kräfte bereit, um deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sowie EU-Bürger aus Krisenregionen nach Hause zu holen“. Das betreffe „die Dimensionen Land, Wasser und Luft“. Die Bundeswehr sei in der Lage, solche Einsätzen „auch kurzfristig zu planen, zu initiieren und durchzuführen“.
Nach Angaben des Auswärtigen Amts sind in der Krisenvorsorgeliste aktuell knapp unter dreieinhalbtausend Deutsche in Israel eingetragen. Im Iran sei es eine niedrige dreistellige Zahl, im Libanon knapp über tausend und im Irak eine sehr niedrige dreistellige Zahl.
Öffentliches Leben kommt zum Erliegen
Nach dem israelischen Großangriff auf den Iran kommt das öffentliche Leben in Israel weitgehend zum Stillstand. Schulen, Geschäfte und Büros müssen auf Anordnung des israelischen Heimatschutzes vorerst geschlossen bleiben, wie die Zeitung „Haaretz“ berichtete. Nur Supermärkte dürfen demnach öffnen, um Lebensnotwendiges zu verkaufen. Da mit einem Gegenschlag des Irans gerechnet wird, rief der israelische Rettungsdienst die Bevölkerung zu Blutspenden auf.
Einkaufszentren bleiben ebenso geschlossen wie Veranstaltungszentren, Kultureinrichtungen und religiöse Stätten. Auch die für dieses Wochenende geplante Christopher-Street-Day-Parade der LGBTQ-Community in Tel Aviv – die größte im gesamten Nahen Osten – wurde abgesagt.
Die Bevölkerung in Israel wurde laut „Haaretz“ vom Heimatschutz aufgerufen, in der Nähe von Bunkern zu bleiben oder in öffentlichen Gebäuden wie Schulen Schutz zu suchen. Wo kein Schutzraum vorhanden sei, werde empfohlen, sich in Treppenhäusern oder Räumen ohne Außenwände aufzuhalten.
Das israelische Gesundheitsministerium hat die Krankenhäuser des Landes Medienberichten zufolge aufgefordert, ihre Behandlungen in unterirdische Standorte und geschützte Bereiche zu verlegen. Die Bevölkerung sei aufgerufen, bei aufschiebbaren Behandlungen nicht in die Kliniken zu gehen, berichtete die „Times of Israel“. Die Kliniken hätten alle nicht dringend erforderlichen Behandlungen und Operationen abgesagt.
UN-Generalsekretär besorgt über Israels Angriff
UN-Generalsekretär António Guterres hat besorgt und kritisch auf die israelischen Angriffe auf den Iran reagiert. „Der Generalsekretär verurteilt jegliche militärische Eskalation im Nahen Osten“, teilte ein Sprecher des Portugiesen mit. Guterres sei besonders beunruhigt über Israels Angriffe auf iranische Atomanlagen, die sich während laufender Gespräche über das Programm zwischen dem Iran und den USA ereigneten.
„Der Generalsekretär fordert beide Seiten auf, äußerste Zurückhaltung zu üben und unter allen Umständen eine Eskalation des Konflikts zu vermeiden – eine Entwicklung, die sich die Region kaum leisten kann“, so der Sprecher.
Erste Stimmen aus Deutschland und Europa
Mit der Eskalation zwischen Israel und dem Iran rückt auch die Sicherheitslage in Deutschland wieder stärker in den Fokus der Innenminister. Der bayerische Ressortchef Joachim Herrmann (CSU) sprach am Morgen im Deutschlandfunk von einer „dramatischen Eskalation“ der Situation im Nahen Osten. Die Innenminister würden den Schutz von jüdischen und israelischen Einrichtungen besonders in den Blick nehmen. Auch müssten auf den Straßen „Überreaktionen möglichst verhindert“ werden. Bereits seit dem Angriff der terroristischen Hamas auf Israel hätten tätliche Angriffe sowie Hass und Hetze zugenommen. In Bremerhaven tagt noch bis Mittwoch die Innenministerkonferenz.
Der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich sagte im Deutschlandfunk, es müsse nun darum gehen, einen möglichen Flächenbrand im Nahen und Mittleren Osten noch einzugrenzen. Israel habe ein Recht auf Selbstverteidigung, das sei aber gebunden an eine unmittelbare Gefahr und eine existenzielle Bedrohung. Ob Israel dies habe nutzen können, werde sicher im UN-Sicherheitsrat behandelt, mutmaßte das Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages.
Mützenich unterstrich zugleich die Gefährlichkeit des iranischen Atomprogramms. „Teheran hat immer an dieser Spirale gedreht, unverantwortlich“, sagte er.
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer warnt nach Beginn des israelischen Großangriffs auf Irans Atomanlagen vor einer weiteren Eskalation. „Wir rufen alle Parteien dazu auf, einen Schritt zurückzutreten und sofort Spannungen abzubauen“, teilte er auf der Plattform X mit. „Eine Eskalation hilft niemandem in der Region.“ Stabilität im Nahen Osten müsse Priorität haben und sie setzten sich bei Partnern für eine Deeskalation ein. „Jetzt ist die Zeit für Zurückhaltung, Ruhe und eine Rückkehr zur Diplomatie.“
Israel hatte in der Nacht mit einem Großangriff auf iranische Städte und Atomanlagen begonnen. Der Iran schlägt nach israelischen Angaben mit Drohnen zurück.
Lufthansa setzt Flüge nach Teheran aus
Die Lufthansa hat wegen der israelischen Angriffswelle auf den Iran ihre Flüge nach Teheran ausgesetzt. Zunächst bis zum 31. Juli werde die iranische Hauptstadt nicht mehr angeflogen, erklärte der Konzern am Freitag. Außerdem verlängerte die Lufthansa die bereits bestehende Aussetzung ihrer Flüge nach Tel Aviv ebenfalls bis Ende Juli. Zusätzlich setzte sie für mindestens eine Woche die Flüge nach Amman in Jordanien, Erbil im Nordirak und Beirut im Libanon aus.
„Ebenso verzichtet die Lufthansa Group bis auf Weiteres auf die Nutzung des Luftraums der betreffenden Staaten“, führte der Konzern aus. Die Regelungen gelten für die Airlines Lufthansa, Swiss, Austrian, Eurowings, ITA Airways, Brussels sowie Lufthansa Cargo.
Dax gibt deutlich nach
Nach dem israelischen Großangriff auf Ziele im Iran geht es am deutschen Aktienmarkt bergab. Der Dax sank kurz nach dem Handelsstart um 1,24 Prozent auf 23.477 Punkte. Damit reagierten die Anleger auf die geopolitische Unsicherheit. Staatsanleihen und Gold waren als sogenannte sichere Häfen gefragt.



