Erinnerungskultur
: Pentagon-Dienst setzt Gedenkfeiern aus – auch für Holocaust-Opfer

Die US-Regierung unter Donald Trump streicht systematisch Programme zur Förderung von Vielfalt. Im Zuge dessen überprüft laut Berichten mindestens eine Behörde Feierlichkeiten zu etlichen Gedenktagen.
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dpa STATISTISCH
Washington
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US-Flagge: ARCHIV - 30.07.2024, USA, Honolulu: Wehende US-Flagge. Die Mehrheit der Unternehmen in Rheinland-Pfalz rechnet unter Trump zunächst kaum mit Auswirkungen auf ihr US-Geschäft.  (zu dpa: «Kein allzu pessimistischer Blick Richtung USA - IHK-Umfrage») Foto: Soeren Stache/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Erinnerungskultur in den USA? Unter Präsident Donald Trump wird es diese nicht geben.

Soeren Stache/dpa
  • Pentagon setzt Gedenkfeiern wie Holocaust-Gedenktag und Martin Luther King Jr. Day aus.
  • Entscheidung im Zuge der Abkehr von Diversitätsrichtlinien unter Trump.
  • Maßnahme betrifft auch LGBTQ+, Frauen und Minderheiten.
  • Verteidigungsminister Hegseth setzt Trumps Pläne für US-Streitkräfte um.
  • Kritiker befürchten Einschränkung der Sichtbarkeit marginalisierter Gruppen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Zuge der Abkehr von Diversitätsrichtlinien unter US-Präsident Donald Trump soll beim militärischen Nachrichtendienst des Pentagon kein besonderer Fokus mehr auf historische und kulturelle Gedenktage gelegt werden. Mehrere US-Medien berichteten über ein internes Schreiben, das darüber informiert, dass zahlreiche Feierlichkeiten und Veranstaltungen vorerst ausgesetzt werden sollen.

Betroffen ist unter anderem der Holocaust-Gedenktag (Jom haSchoa), der in Israel und den USA im April oder Mai begangen wird. Ebenfalls ausgesetzt werden der Martin Luther King Jr. Day und Juneteenth, die an die Bürgerrechtsbewegung und das Ende der Sklaverei in den USA erinnern. Auch betroffen sind Gedenktage, die die LGBTQ+-Gemeinde, Frauen, Amerikaner mit asiatischen und lateinamerikanischen Wurzeln sowie Menschen mit Behinderungen würdigen.

Die Defense Intelligence Agency (DIA) beschäftigt geschätzt rund 16.500 Mitarbeiter. Damit ist der Nachrichtendienst ein vergleichsweise kleiner Zweig des Pentagons, dem etwa 3,5 Millionen Personen angehören. Ob andere Einheiten des Verteidigungsministeriums ähnliche Anweisungen erhielten, war zunächst unklar.

Maßnahmen Teil umfassender Neuausrichtung

Zuvor hatte der neue Verteidigungsminister Pete Hegseth angekündigt, Trumps Pläne für die US-Streitkräfte zügig umzusetzen. In einem Strategiepapier für die Pentagon-Führung skizzierte er die neuen Leitlinien, wonach Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt als „unvereinbar mit den Werten“ des Pentagon eingestuft werden. Beim Sender Fox News erklärte Hegseth, die bisherigen Richtlinien sollten „mit Stumpf und Stiel“ entfernt werden, um mit hohen Standards zu den „Wurzeln“ des Militärs zurückzukehren.

Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Neuausrichtung der Trump-Regierung, die Programme zur Förderung von Vielfalt in Behörden, Bildungseinrichtungen und der Gesellschaft zurückdrängt. Kritiker sehen darin den Versuch, die Sichtbarkeit marginalisierter Gruppen einzuschränken und gleichzeitig eine nationale Identität zu stärken, die sich vor allem an der weißen Mehrheitsbevölkerung orientiert.