Dreikönigstreffen
: Südwest-FDP will Kernkraftwerke erhalten und Erdgas-Fracking ermöglichen

Geht es nach der FDP in Baden-Württemberg, ist die Kernkraft-Debatte noch lange nicht beendet. Auch Fracking-Gas soll nach dem Willen der Liberalen hierzulande gefördert werden.
Von
Igor Steinle
Berlin/Stuttgart
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Will einen neuen Strom-Stresstest im Frühjahr: Der Chef der Baden-Württemberg-FDP Michael Theurer.

picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Die Südwest-FDP fordert, auch hierzulande Erdgas zu fördern, auch per Fracking. „Dabei denken wir etwa an Schiefergasvorkommen der norddeutschen Tiefebene oder Erdgasförderung in der Nordsee“, heißt es in einem Leitantrag des Landesvorstands, der dieser Zeitung vorliegt. Über den Antrag soll beim Dreikönigs-Parteitag am 5. Januar abgestimmt werden.

So werde das Angebot an importiertem Flüssiggas langfristig über den bisherigen Kosten des Gaseinkaufs bleiben, zudem sei der Transport weder ökologisch noch ökonomisch effizient. „Deshalb wollen wir kurzfristig und für die Absicherung des Übergangs in die klimaneutrale Energieversorgung auch die deutschen Erdgasvorkommen nutzen“, so die Begründung.

Außerdem fordert der Landesvorstand, die verbliebenen deutschen Kernkraftwerke (KKW) nicht zurückzubauen. „Vielmehr sind entsprechende Vorkehrungen zu treffen, um jederzeit den sicheren Leistungsbetrieb der drei KKW wieder aufnehmen zu können, sobald es zu einer Strommangellage kommt.“ Schon jetzt müsse geklärt werden, wo schnell neue Brennstäbe beschafft werden könnten, darüber hinaus müsse im April 2023 ein neuer Strom-Stresstest durchgeführt werden.

„Gerade Baden-Württemberg hat aufgrund seiner Lage im deutschen Energienetz ein Interesse an einem fortgesetzten Weiterbetrieb der Kernkraftwerke über den 15. April hinaus“, sagte FDP-Südwestchef und FDP-Bundespräsidiumsmitglied Michael Theurer dieser Zeitung. Eine verlässliche Versorgung und Bezahlbarkeit von Strom und Gas werde auch im kommenden Jahr ein zentrales Thema bleiben.