RKI zur aktuellen Corona-Lage
: Hohe Infektionszahlen besorgniserregend - Aber vorsichtiger Optimismus

Die Corona-Lage in Deutschland ist nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts weiter sehr ernst. Es gebe aber auch Gründe für einen vorsichtigen Optimismus.
Von
Steffen Wolff mit Agentur
Ulm
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Lothar Wieler (M), Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI).

Markus Schreiber

Die Corona-Lage bleibt angespannt, die Infektionszahlen bleiben auf hohem Niveau. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert-Koch-Institut knapp 22.000 neue Infektionen innerhalb eines Tages. Am Donnerstag hat das RKI detailliert über den aktuellen Stand in der Corona-Krise informiert.

Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, ist „vorsichtig optimistisch„. Zwar bewege sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen auch weiterhin auf hohem Niveau - aber „die Kurve flacht sich langsam ab“. Allerdings: Ob dafür tatsächlich die derzeit geltenden Corona-Maßnahmen verantwortlich sind, sei noch nicht ganz sicher. „Das müssen wir in den nächsten Tagen noch genau beobachten.“ Auch die Zahl der schweren Krankheitsverläufe und der Todesfälle werde mit zeitlichem Verzug weiter steigen.

Immer mehr Kliniken melden Engpässe

Wieler mahnte, man müsse damit rechnen, dass Kliniken an Kapazitätsgrenzen stoßen. Immer mehr Kliniken in Deutschland würden Engpässe melden. Häufigster Grund sei das Personal. Es komme zunehmend zu akuten Einschränkungen des Betriebs aufgrund von Personalmangel. Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in den Krankenhäusern war zuletzt deutlich gestiegen.

Wieler führte aus, durch die hohen Corona-Fallzahlen im Land gebe es auch mehr Ansteckungen und Fälle von Quarantäne bei Klinikbeschäftigten. Es gelte zu verhindern, dass sich die Situation weiter zuspitze. Ziel sei nach wie vor, die Zahl der Neuinfektionen wieder auf ein Level zu bringen, mit dem auch die Krankenhäuser umgehen können. Es gelte, so wenige Infektionen wie möglich zulassen.