Altersgrenze für Soziale Medien
: Bundesfamilienministerin Prien kündigt Vorschlag bis Jahresmitte an

TikTok, Instagram, Snapchat und Co. - all das ist in Australien für Jugendliche erst ab 16 Jahren zugänglich. Zieht Deutschland mit einem ähnlichen Gesetz nach?
Von
AFP STATISTISCH
Berlin
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Social-Media-App Tiktok: ARCHIV - 22.09.2023, Berlin: Auf einem Smartphone wird das Logo der Plattform Tiktok angezeigt. (zu dpa: «Kurzvideos für Nachwuchs - Influencerin wirbt für Polizei») Foto: Monika Skolimowska/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Australien sind Soziale Medien für Jugendliche bereits gesperrt.

Monika Skolimowska/dpa
  • Bundesfamilienministerin Karin Prien plant bis Mitte des Jahres Vorschläge zu Altersgrenzen für Social Media.
  • Australien hat seit Dezember ein Mindestalter von 16 Jahren für Soziale Medien eingeführt.
  • Eine Expertenkommission soll bis Mitte 2026 Empfehlungen zum Kinder- und Jugendschutz vorlegen.
  • GEW fordert neben Altersgrenzen mehr Medienbildung und stärkeren Schutz im digitalen Raum.
  • Großbritannien prüft derzeit ein ähnliches Gesetz wie Australien.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In der Debatte um eine Altersgrenze für Soziale Medien zum Schutz junger Menschen will Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) bis Mitte des Jahres Vorschläge vorlegen. „Wir beobachten die Erfahrungen in Australien sehr genau“, sagte Prien dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitagsausgaben) mit Blick auf das australische Gesetz zur Social-Media-Altersgrenze. Die von ihrem Ministerium eingesetzte Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ werde bis Mitte 2026 Empfehlungen präsentieren.

Die Expertenkommission prüft seit Herbst 2025 Schritte für einen effektiven Kinder- und Jugendmedienschutz. Laut Prien werden dort auch Maßnahmen wie ein mögliches Mindestalter wissenschaftlich und interdisziplinär untersucht. „Verbote, Altersbeschränkungen, Medienkompetenz, Teilhabe und der Zugang zu altersgerechten Inhalten müssen ineinandergreifen - mit Augenmaß und im Interesse der jungen Menschen“, sagte sie den RND-Zeitungen.

Medienbildung von Nöten

Aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) reicht eine Altersgrenze nicht, um junge Menschen wirksam zu schützen. „Der Handlungsbedarf ist groß, aber Verbote und höhere Altersgrenzen alleine greifen zu kurz“, kritisierte Ralf Becker, GEW-Vorstandsmitglied, gegenüber dem RND. Es brauche vielmehr eine „Offensive für mehr Medienbildung und die Durchsetzung des Kinder- und Jugendschutzes auch im digitalen Raum“.

Australien hatte im Dezember als erstes Land weltweit ein Mindestalter von 16 Jahren für Social Media eingeführt. Seitdem wurden nach Behördenangaben 4,7 Millionen Konten deaktiviert. Großbritannien erwägt derzeit eine ähnliche Regelung.