Mitglieder der Gruppe hätten schwerste Straftaten begangen, unter anderem Sexualstraftaten, Menschenhandel und versuchte Tötungsdelikte, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD).

Vereinsverbot in Abstimmung mit den Innenministerien

Am Mittwochmorgen seien in Zusammenhang mit dem Verbot Objekte in neun Bundesländern durchsucht worden. Das Vereinsverbot erfolge in Abstimmung mit den Innenministerien von Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Vereinsvermögen wird beschlagnahmt

Der Gesamtverein sowie die 13 Chapter der „United Tribuns“ als Teilorganisationen werden aufgelöst, das Vereinsvermögen beschlagnahmt. Von dem Verbot seien nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts knapp 100 Mitglieder in Deutschland betroffen, erklärte das Innenministerium.
In Baden-Württemberg wurden laut Landesinnenministerium fünf Objekte von 100 Polizeibeamten in allen vier Regierungsbezirken durchsucht, beteiligt waren Kräfte der Präsidien Ulm, Konstanz, Pforzheim und Reutlingen. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte, das Verbot sei ein weiterer bedeutsamer Schlag gegen die organisierte Rockerkriminalität.
Eine der Razzien betraf auch die Region Ulm-Heidenheim. Nach Informationen der „Heidenheimer Zeitung“ wurde die Wohnung des früheren Präsidenten des United-Tribuns-Chapters Ulm-Heidenheim durchsucht in Heidenheim durchsucht. Der Mann war 2018 vom Landgericht Ellwangen wegen Drogen und Falschgeld zu einer Haftstrafe von vier Jahren und acht Monaten verurteilt worden, soll aber seit einigen Monaten wieder auf freiem Fuß gewesen sein.

Auseinandersetzungen mit den „Hells Angels“

Nach Angaben des Bundesinnenministerium hatte sich die 2004 von einem ehemaligen bosnischen Boxer im baden-württembergischen Villingen-Schwenningen gegründete Gruppe gewalttätige Auseinandersetzungen mit konkurrierenden Rockergruppierungen wie den „Hells Angels“ geliefert.

Einer der mächtigsten Gruppierungen in Deutschland

Zusammen mit weiteren Personen aus dem Türsteher-, Rocker- und Rotlichtmilieu habe dieser zwei Bordelle eröffnet. Die „United Tribuns“ seien neben der in Heidenheim gegründeten rockerähnlichen Gruppierung „Black Jackets“ zu einer der mächtigsten und mitgliederstärksten Gruppierungen in Deutschland aufgestiegen. Das Chapter Ulm-Heidenheim war in der Region unter anderem wegen eines tödlichen „Rockerkriegs“ in Heidenheim mit der rivalisierenden Gang der „Black Jackets“ aufgefallen, bei der 2016 ein Mitglied der „United Tribuns“ erschossen wurde.
True Crime Podcast „Akte Südwest“ Folge 9: Der tödliche „Rockerkrieg“ von Heidenheim

Heidenheim

Deutscher Ableger der Rockergruppe Bandidos verboten

Das Bundesinnenministerium hat 2021 die Rockergruppe „Bandidos MC Federation West Central“ verboten und aufgelöst. Bei Razzien in mehreren Bundesländern waren zuvor unter anderem Waffen und Drogen gefunden worden.

Streit in Rockerszene in Tuttlingen

Zu einer Auseinandersetzung zwischen verschiedenen der Rockerszene zuzuordnenden Personen kam es im September 2021 auf der Stockacher Straße in Tuttlingen.