35 Jahre Deutsche Einheit: Merz: „Wagen wir einen neuen Aufbruch“

Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (r) begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz (M, CDU) und seine Frau Charlotte Merz zu den zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken.
Jean-Christophe Verhaegen/POOL AFP/dpa- Kanzler Merz ruft zum 35. Jahrestag der Einheit zu Reformen und Zuversicht auf.
- „Wagen wir einen neuen Aufbruch“: Merz fordert Mut zu Veränderungen.
- Deutschland in einer entscheidenden Phase: Autokratien, digitale Revolution, Weltwirtschaft.
- Merz fordert Wehrdienst, weniger staatliche Eingriffe, Sozialstaatsreform.
- Feierlichkeiten in Saarbrücken: Ausrichterin Ministerpräsidentin Anke Rehlinger.
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In einer Grundsatzrede zum Tag der Deutschen Einheit hat Bundeskanzler Friedrich Merz das Land auf einen Neustart eingeschworen. „Nach 35 Jahren deutscher Einheit und in einer schwierigen Zeit für unser Land sollten wir uns neu sammeln und mit Zuversicht und Tatkraft nach vorn blicken“, sagte der CDU-Chef bei einem Festakt in Saarbrücken. „Lassen Sie uns eine gemeinsame Kraftanstrengung unternehmen für eine neue Einheit in unserem Land.“
Die Menschen sollten sich Veränderungen zutrauen und sich nicht von Ängsten lähmen lassen. „Wagen wir einen neuen Aufbruch“, forderte Merz. „Erinnern wir uns an die Zuversicht, mit der unsere ostdeutschen Landsleute vor 35 Jahren ihren Aufbruch wagten.“ Positiver Geist könne Kraft freisetzen, „Pessimismus und Larmoyanz“ vergeude Energie. „Es ist unser Land.“
„Ein entscheidender Moment“
Merz blickte in seiner Rede nur kurz zurück auf den Mut der Menschen in der DDR während der friedlichen Revolution 1989 und die Deutsche Einheit vom 3. Oktober 1990. Den Jahrestag nannte er einen „Festtag“. Er erinnerte aber auch an die wechselseitigen Missverständnisse und die Erfahrung individueller Zurücksetzung von Menschen in Ostdeutschland.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht anlässlich der zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in der Kongresshalle. Am 3. Oktober 2025 begeht Deutschland den 35. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung.
Jean-Christophe Verhaegen/POOL AFP/dpaDen größten Teil seiner Rede widmete der Kanzler Grundsatzfragen. „Wir erleben den Herbst des Jahres 2025 als entscheidenden Moment für unser Land“, sagte er. „Unsere Nation steht mitten in einer wichtigen, vielleicht entscheidenden Phase ihrer neueren Geschichte.“ Merz erinnerte an neue Allianzen von Autokratien, die digitale Revolution, die neue Weltwirtschaft mit Zollschranken und Egoismen.
„Vieles muss sich ändern“
Der Kanzler erneuerte die Forderung nach Reformen: „Vieles muss sich ändern, wenn Vieles so gut bleiben oder gar besser werden soll, wie es in unserem Land bisher ist.“ Die Dimension müsse von allen verstanden werden. „Wir, das sind alle Deutschen“, sagte Merz. Deutschland wolle ein demokratisches, rechtsstaatliches, wirtschaftlich starkes und soziales und auch ein europäisches Land bleiben.
Als Aufgabe formulierte er den Ausbau der Verteidigung und verband dies mit dem Appell, Verantwortung zu übernehmen und freiwillig Wehrdienst zu leisten. Zudem bekräftigte Merz die Ziele, mit modernster Technologie wieder wirtschaftlich stark zu werden, staatliche „Gängelung“ abzubauen und den Sozialstaat zu reformieren, damit wirklich Bedürftigen geholfen werde. Konkreter wurde er nicht.
Merz äußerte sich beim zentralen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken, den die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) als Bundesratspräsidentin ausrichtete.


Die Erwartungen an seine Ansprache hatte Friedrich Merz (CDU) selbst in ziemlich große Höhen getrieben. Mal wieder, muss man sagen. Zwei wichtige Punkte hat der Kanzler in Saarbrücken gesetzt.