Drohnensichtung in München
: „Abschießen statt Abwarten“ – Söder will bayerisches Schnellgesetz

Am Münchner Flughafen wurden Drohnen gesichtet - zum siebten Mal in diesem Jahr. Der Ministerpräsident hält deshalb ein Schnellgesetz für notwendig.
Von
dpa
München
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Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, spricht während der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung. (zu dpa: «Söder will bayerisches Schnellgesetz zur Drohnenabwehr»)

Armin Weigel/dpa
  • Siebte Drohnensichtung 2023 am Münchner Flughafen sorgt für Diskussionen.
  • Bayerns Ministerpräsident Söder fordert ein Schnellgesetz für Drohnenabschussrechte.
  • Polizei soll Drohnen „sofort abschießen können“ – Beschluss am kommenden Dienstag geplant.
  • Wissenschaft warnt vor Risiken durch Trümmer und mögliche Explosionen bei Abschüssen.
  • Drohnensichtungen auch in anderen Ländern, Abschüsse dort bisher vermieden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach der erneuten Sichtung von Drohnen in der Nähe des Münchner Flughafens hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mehr Rechte für die Polizei des Landes gefordert. Die bayerische Polizei müsse in die Lage versetzt werden, Drohnen sofort abzuschießen, sagte Söder der „Bild“-Zeitung. Er wiederholte damit eine bereits seit längerer Zeit erhobene Forderung. Bayern wolle bereits in der nächsten Kabinettssitzung am kommenden Dienstag ein Schnellgesetz auf den Weg bringen.

„Die Drohnenvorfälle zeigen den großen Druck. Ab jetzt muss gelten: Abschießen statt Abwarten! Und zwar konsequent! Unsere Polizei muss Drohnen sofort abschießen können.“ Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung war es bis August in diesem Jahr bereits zu sechs Drohnensichtungen um den Münchner Flughafen gekommen.

Warum kaum Drohnen abgeschossen werden

Der Abschuss von Drohnen über zivilem Gelände gilt in der Wissenschaft nicht als probates Mittel. Zwar ist ein Abschuss rechtlich unter bestimmten Voraussetzungen möglich, wird aber in der Praxis kaum angewandt, wie die Expertin Verena Jackson von der Universität der Bundeswehr in München sagte. Grund sind große Gefahren, etwa durch herabfallende Trümmer oder möglicherweise explosive Last der Drohne. Auch bei den jüngsten Drohnensichtungen etwa in Dänemark haben die dortigen Behörden von einem Abschuss abgesehen.