Zugunglück in Spanien: Erst die Hälfte der Todesopfer ist identifiziert

Der spanische Minister für Verkehr und nachhaltige Mobilität, Oscar Puente, während einer Pressekonferenz zum Zugunglück bei Toledo am Ministeriumssitz in Madrid.
duardo Parra/Europapress/dpa- Nach dem Zugunglück sind 36 von 69 Toten identifiziert, 27 Familien wurden informiert.
- Angehörige sollen DNA-Proben abgeben – in Toledo warten etwa 50 Menschen auf Nachrichten.
- Zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten nahe Urda, die Strecke Madrid–Andalusien ist gesperrt.
- 34 von rund 200 Verletzten liegen noch in Kliniken, 15 davon auf Intensivstationen.
- Ermittlungen prüfen LZB-Ausfall und Leitstellenfehler, die Regierung weist Rücktrittsforderungen zurück.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Drei Tage nach dem schweren Zugunglück in Spanien ist erst gut die Hälfte der Todesopfer identifiziert. Alle 69 geborgenen Leichen seien vom Gerichtsmedizinischen Institut in der Provinzhauptstadt Toledo südlich von Madrid bereits obduziert worden, haben die Behörden der Region Kastilien-La Mancha mitgeteilt. In 36 Fällen sei die Identität inzwischen zweifelsfrei geklärt. Die Familien von 27 Todesopfern seien benachrichtigt worden, heißt es weiter.
DNA-Proben zur Identifizierung
Die Behörden bitten Angehörige der Vermissten, DNA-Proben zur Verfügung zu stellen, um die Identifizierung zu beschleunigen. Rund 50 Verwandte und Freunde warten unterdessen weiterhin in einem Betreuungszentrum in Toledo auf Nachrichten zum Schicksal ihrer Lieben.
Beim Unglück waren am Mittwoch (28.Oktober) zwei Hochgeschwindigkeitszüge nahe der Gemeinde Urda in der Provinz Toledo rund 130 Kilometer südlich von Madrid zusammengestoßen. Ein Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe war von hinten auf einen stehenden Zug des privaten Betreibers Iryo aufgefahren. Die Strecke zwischen Madrid und Andalusien bleibt in beide Richtungen gesperrt.
Vielen Verletzten geht es langsam besser
34 der rund 200 Verletzte werden noch in vier Krankenhäusern behandelt, 15 von ihnen auf Intensivstationen. Ihr Zustand entwickle sich „relativ gut“, berichtet der Regionalpräsident von Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page. Ob sich unter den Toten oder Verletzten Deutsche befinden, ist weiterhin unklar.
Der Ausfall des Zugsicherungssystems LZB und mögliche Fehlentscheidungen in der Bahnleitstelle Madrid stehen im Zentrum der Ermittlungen. Von Medien veröffentlichte Funkmitschnitte legen nahe, dass der Lokführer des Renfe-Zuges von einem Mitarbeiter der Leitstelle in Madrid angewiesen wurde, den normalen Betrieb wieder aufzunehmen, obwohl das LZB-System noch außer Betrieb war und der andere Zug noch auf der Strecke stand.
Linke Regierung steht unter Druck
Verkehrsminister Óscar Puente weist Kritik an der Sicherheit des Bahnsystems zurück und schließt den von mehreren Oppositionsparteien geforderten Rücktritt aus. Puente soll sich am Dienstag (3. November) vor dem Parlamentsausschuss zu dem Unglück äußern.
Ministerpräsident Pedro Sánchez hat Investitionen angekündigt, um die Sicherheit des Bahnnetzes weiter zu verstärken. Die Regierung werde nicht nur die Ursachen des Unglücks aufklären, sondern auch Lösungen vorlegen, damit sich eine solche Tragödie nicht wiederhole.
Der Vorfall war bereits das zweite schwere Zugunglück in Spanien innerhalb von nur neun Monaten. Erst im Januar waren 46 Menschen bei einem Zusammenstoß zweier Züge in Adamuz in Andalusien ums Leben gekommen. Die erneute Katastrophe trifft die linksgerichtete Regierung in einer heiklen Phase: Am 29. November finden vorgezogene Parlamentswahlen statt. (mit dpa)

