Zeitumstellung auf Sommerzeit
: Was macht das mit dem Körper? Tipps gegen den „Jetlag“

Einige Menschen haben mit der Umstellung von Winterzeit auf Sommerzeit zu kämpfen. Die Unfälle steigen rasant an und die Müdigkeit plagt viele. Was dagegen helfen kann.
Von
Laura Mensch,
dpa
Stuttgart
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Zeitumstellung - Sommerzeit

Zeitumstellung auf Sommerzeit.

Sina Schuldt/dpa
  • Zeitumstellung auf Sommerzeit: Ab 26. Oktober gilt die MESZ in Deutschland und EU.
  • Maßnahme 1980 eingeführt, um Tageshelligkeit besser zu nutzen.
  • EU-Kommission schlug Abschaffung vor, keine Einigung bisher.
  • Müdigkeit und Unfallzahlen durch Zeitumstellung steigen.
  • Tipps: Tageslichtlampen, körperliche Aktivität, angepasste Arbeits- und Schulzeiten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Sommerzeit gilt ab jetzt wieder: In Deutschland und in den anderen EU-Ländern sind die Uhren von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt worden. Damit gilt bis zum 26. Oktober die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Ziel der 1980 wieder eingeführten Maßnahme ist die bessere Ausnutzung der Tageshelligkeit. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig setzt die Zeitumstellung um.

Die EU-Kommission hatte vor Jahren vorgeschlagen, die Zeit nicht mehr umzustellen. Seitdem ist aber keine Einigung bei dem Thema in Sicht. Dennoch soll das Vorhaben nicht aufgegeben werden. Aber auch die derzeitige polnische EU-Ratspräsidentschaft ist sich laut einer Sprecherin bewusst, dass der Vorschlag bisher nur begrenzt Unterstützung der Mitgliedstaaten erfahren habe.

Jetlag muss nicht sein

Müdigkeit und Konzentrationsprobleme – viele Menschen blicken mit gemischten Gefühlen auf die. Die äußere Uhr sei dann nur 23 Stunden lang, „während die innere Uhr weiter 24 Stunden benötigt, um sich anzupassen“, erklärte der Leiter des Zentrums für interdisziplinäre Schlafmedizin an der DKD Helios Klinik Wiesbaden, Markus Specht. Diese Anpassung sei für viele Menschen mühsam: So stiegen am ersten Tag nach der Zeitumstellung die Unfallzahlen signifikant an.

Wer es nicht geschafft hat, schon ein paar Tage vor der Umstellung, schrittweise früher aufzustehen, und den Körper vorzubereiten, sollte wenigstens am Sonntag nicht zu lang im Bett liegen bleiben – unterstützend könne dabei eine Tageslichtlampe wirken. Wer den morgendlichen Kaffee auf dem Balkon trinke, nutze das natürliche Licht, um sich auf die „Neutaktung“ einzustellen. Gegen Müdigkeit wirke körperliche Aktivität.

Arbeits- und Unterrichtszeiten anpassen?

Der Experte sieht darüber hinaus auch Arbeitgeber gefragt: Sie könnten mit Gleitzeitmodellen helfen und Arbeitnehmer gemäß ihrem Chronotyp (Morgen- oder Abendmensch) einsetzen. Studien zeigen laut Specht, dass sich dadurch nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Produktivität steigert. Auch spätere Schulzeiten könnten die Leistung verbessern: Abiturienten, die morgens Prüfungen schreiben, befinden sich häufig noch in ihrer biologischen Nachtphase, hieß es. Untersuchungen zeigen, dass spätere Schulzeiten die Leistung um bis zu eine ganze Notenstufe verbessern können.

Smartwatches seien zudem hilfreich, um Schlafmuster zu erfassen, hätten aber Grenzen: „Eine 2023 veröffentlichte Studie zeigt, dass die Messung der Tiefschlafqualität mit diesen Geräten nicht zuverlässig genug ist“, erklärte Specht. Daher eigneten sie sich eher zur Dokumentation von Schlaf- und Wachphasen, weniger als präzises Analysetool.

Auch warnte der Wissenschaftler vor einer nicht ärztlich abgesprochenen Einnahme von Melatonin. Entsprechende Präparate könnten zwar helfen, schneller einzuschlafen, jedoch sei häufig deren genaue Zusammensetzung unbekannt. Wer regelmäßig Medikamente zu bestimmten Tageszeiten einnehme, solle zudem mit Arzt oder Ärztin besprechen, ob eine Anpassung notwendig sei, um negative Auswirkungen der Zeitumstellung zu vermeiden.

Das gilt bei Medikamenten

Für einige kommt da die Frage auf: Muss ich etwas beachten bei Medikamenten, die ich immer zur gleichen Uhrzeit einnehmen soll? Ursula Sellerberg, Apothekerin und stellvertretende Pressesprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, gibt Antworten.

Grundsätzlich gilt: Wie der Körper mit Änderungen des Tagesrhythmus umgeht, sieht man beim Jetlag, also beim Überschreiten von Zeitzonen, erklärt die Apothekerin. In der Regel werden zwei Stunden vom Körper gut toleriert.

Die Zeitumstellung, die nur eine Stunde Verschiebung bringt, sollte also zu keinen Problemen mit Medikamenten führen. Man kann der bewährten Uhrzeit für die Einnahme auch in der Winterzeit treu bleiben. Aber im Zweifel sollte man sich in der Apotheke beraten lassen.