Gefahr von Wildunfällen: Besonders in der Dämmerung ist Vorsicht geboten

Besonders in der Dämmerung kommt es nach der Zeitumstellung auf den Straßen vermehrt zu Wildunfällen. Davor warnt die Kreisjägervereinigung Hechingen.
Michael Bihlmayer/LVM Versicherung/obs/dpa- Gefahr von Wildunfällen in Hechingen steigt nach Zeitumstellung.
- Besonders Rehböcke betroffen, April und Mai sind Spitzenmonate.
- Vorsicht in der Dämmerung, besonders Wald-Feld-Ränder beachten.
- Um Wildunfälle zu vermeiden: langsamer fahren, abblenden, hupen, bremsen.
- Jeder zweite Wildunfall ist mit einem Reh, gefolgt von Hase und Kaninchen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit der Umstellung auf die Sommerzeit fällt der Berufsverkehr plötzlich in die aktive Zeit vieler Wildtiere. "Besonders Rehböcke geraten häufig unter die Räder", weiß der Hechinger Kreisjägermeister Markus Schuler.
In den Monaten April und Mai passieren die meisten Unfälle mit Rehen auf Deutschlands Straßen. Jede dritte übers Jahr gemeldete Kollision fällt in diesen Zeitraum. Besonders kritisch ist der Zeitraum um die Morgendämmerung. Zu diesen Ergebnissen kommt der Deutsche Jagdverband (DJV) nach Auswertung von über 69.500 Datensätzen, die Verkehrsteilnehmer in den Jahren 2018 bis 2023 im Tierfund-Kataster (tierfund-kataster.de) eingetragen haben. Um Zusammenstöße zu vermeiden, rät der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV), unter anderem Wildwechsel-Warnschilder zu beachten.
Es gibt Risikostrecken
„Rund um Hechingen gibt es einige Strecken entlang von Wald-Feld-Rändern sowie im Wald, bei denen die Autofahrer besonders aufmerksam fahren sollten.“ So Kreisjägermeister Markus Schuler. Er erklärt: „Gerade in der Morgen- und Abenddämmerung steigt die Wildunfallgefahr.“
Hunger und Hormone lassen Pflanzenfresser aktiver werden. Ein menschengemachter Grund für das erhöhte Wildunfallrisiko ist die anstehende Zeitumstellung. Der Berufsverkehr fällt dann von einem Tag auf den anderen wieder in die Dämmerung – genau in die Rushhour vieler Wildtiere.
Rehe besonders gefährdet
Vor allem Pflanzenfresser wie das Reh sind jetzt nach kargen Wintermonaten verstärkt auf der Suche nach frischem Grün und queren häufiger Straßen. Und bei den Rehböcken spielen zudem die Hormone verrückt: Sie verteidigen im Frühjahr ihr Revier gegen Kontrahenten, besonders junge Böcke werden vertrieben und müssen sich eine neue Bleibe suchen.
Das erklärt die besonders auffällige Häufung von Wildunfällen mit männlichen Tieren. Übers Jahr gesehen ist mehr als jeder zweite Wildunfall mit einem Reh, das zeigen die Zahlen aus dem Tierfund-Kataster. Auf Platz 2 folgen Hase und Kaninchen mit elf Prozent. Dahinter liegen Fuchs, Waschbär und Marderhund mit neun Prozent.
Fünf Tipps, um Wildunfälle zu verhindern
1. Vorsicht in der Dämmerung: Geschwindigkeit reduzieren entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder.
2. Besonders gefährlich: Neue Straßen durch Waldgebiete und entlang von Waldrändern, da Tiere gewohnte Wege nutzen.
3. Tier am Straßenrand in Sicht: abblenden, hupen, bremsen. Wenn‘s eng wird: scharf bremsen und nicht ausweichen.
4. Ein Tier kommt selten allein: Am Straßenrand mit Nachzüglern rechnen.
5. Mit Tempo 80 statt 100 durch den Wald: Bremsweg verkürzt sich bereits um 25 Meter – das kann Leben retten.
