Wien Terroranschlag
: Nach Terror in Österreich: Durchsuchungen in Deutschland

Nach dem islamistischen Terroranschlag in Wien am Montag hat das BKA Razzien in mehreren deutschen Städten durchgeführt.
Von
Tobias Knaack mit AFP, DPA
Berlin
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Nach dem Terroranschlag in Wien am Montagabend durchsucht das BKA in Deutschland am Freitag Wohnungen in mehreren Städten.

DPA
  • In Wien hat es am Montag einen Terroranschlag gegeben
  • Vier Menschen starben bei Schießereien an verschiedenen Orten
  • Am Freitag hat das BKA in Deutschland in diesem Zusammenhang Razzien durchgeführt

Im Zusammenhang mit dem islamistischen Anschlag in Wien am Montagabend hat das Bundeskriminalamt (BKA) in mehreren deutschen Städten Wohnungen und Geschäfte durchsucht. Polizisten durchsuchten am Freitagmorgen „Wohn– und Geschäftsräume von vier nicht tatverdächtigen Personen in Osnabrück, Kassel sowie im Kreis Pinneberg„, teilte das BKA im Onlinedienst Twitter mit. Es bestehe bei den vier Menschen bislang kein Anfangsverdacht auf eine Tatbeteiligung, sie sollen „jedoch Verbindungen zu dem mutmaßlichen Attentäter“ gehabt haben.

Die vier Personen seien nicht tatverdächtig, es solle aber Verbindungen zu dem mutmaßlichen Attentäter gegeben haben. Einer BKA–Sprecherin zufolge lief die Aktion am Freitagmorgen noch.

Zwei der vier Personen, deren Wohnungen durchsucht wurden, sollen den Attentäter von Wien vor wenigen Monaten in der österreichischen Hauptstadt getroffen haben. Das Treffen soll im Juli stattgefunden haben, wie der Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Die dritte Person soll demnach übers Internet mit dem Attentäter in Kontakt gestanden haben. Die vierte Person soll mit den Kontaktpersonen des Attentäters über das Internet kommuniziert haben. Die Durchsuchungen dienten lediglich der Sicherstellung möglicher Beweismittel. Festnahmen habe es keine gegeben.

Nach Terroranschlag in Wien: Durchsuchungen in Deutschland am Donnerstag angeordnet

Die Durchsuchungsbeschlüsse seien am Donnerstag beim Bundesgerichtshof erwirkt worden, nachdem Informationen der österreichischen Justiz an die deutschen Strafverfolgungsbehörden übermittelt worden seien, schrieb das BKA weiter.

Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hatte am Donnerstag in Wien gesagt — ohne Einzelheiten zu nennen — dass neben zwei Festnahmen in der Schweiz noch weitere Maßnahmen in einem anderen Land laufen würden.

Nach Informationen der Bild–Zeitung nahmen Beamte demnach in der Schweiz bereits zwei Männer fest. In Österreich hatte es nach der Tat laut Innenministerium 18 Hausdurchsuchungen und 15 Festnahmen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte in Berlin: „Wir haben durch den Fall in Wien auch Bezüge nach Deutschland hin zu Gefährdern, die rund um die Uhr überwacht werden.“

In Wien hatte am Montagabend ein 20–jähriger Islamist auf Barbesucher und Restaurantangestellte geschossen und dabei vier Menschen getötet, darunter eine Deutsche. Der Angreifer verletzte zudem 22 weitere Menschen, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich.