Kurz vor dem Weihnachtsfest zeigt sich in Deutschland auch der Staat milde, zum Beispiel gegenüber Gefangenen. Unter gewissen Bedingungen können Häftlinge nämlich kurz vor dem 24. Dezember frühzeitig aus der Haft entlassen werden. In diesem Jahr traf es mehr als 1000 Häftlinge. Auch in anderen Ländern gibt es anscheinend diese Form der Weihnachtsamnestie. In London wurde nämlich die Ex-Tennis-Legende Boris Becker vorzeitig auf freien Fuß gesetzt.

Welche Bedingungen gibt es für die Weihnachtsamnestie?

Meist kommen Häftlinge bei der Weihnachtsamnestie nur Tage oder wenige Wochen vor der eigentlich geplanten Entlassung frei. Die Voraussetzungen für ein früheres Haftende sind streng: Nur die Häftlinge kommen infrage, die im Gefängnis nicht negativ aufgefallen sind und keine langjährige Haftstrafe verbüßen mussten.

Weihnachtsamnestie: Welche Strafen saßen die Häftlinge ab?

Genauen Daten dazu gibt es nicht. Fakt ist aber, dass keine Schwerverbrecher in den Genuss der Weihnachtsamnestie kommen können. Nach Angaben eines Justizsprechers saß ein Großteil der vorzeitig entlassenen Berliner Straftäter wegen Diebstahls oder Körperverletzung im Gefängnis. In anderen Fällen ging es um ein Erschleichen von Leistungen, meist handelt es sich dabei um Schwarzfahren.

Wieviele Häftlinge wurden je Bundesland entlassen?

Die Zahlen für die Weihnachtsamnestie sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die meisten Häftlinge kamen im bevölkerungsreichsten Bundesland frei. Das sind die Zahlen für die Weihnachtsamnestie 2022:
  • Nordrhein-Westfalen 291
  • Baden-Württemberg 200
  • Berlin 160
  • Rheinland-Pfalz 88
  • Hessen 75
  • Sachsen 48
  • Niedersachsen 46
  • Brandenburg 40
  • Schleswig-Holstein 26
  • Hamburg 23
  • Sachsen-Anhalt 22
  • Mecklenburg-Vorpommern 16
  • Bremen 9
  • Thüringen 7
  • Saarland 5

Weihnachtsamnestie: Warum macht Bayern nicht mit?

Der Freistaat Bayern beteiligt sich wie in den Vorjahren nicht an der sogenannten Weihnachtsamnestie. „Eine rechtskräftige Strafe im Gnadenwege zu ändern, muss daher absoluten Ausnahmefällen vorbehalten sein und darf nicht von Zufälligkeiten des Kalenders abhängen“, so das Justizministerium des Freistaats.
(mit Material von dpa)