Anschlag in Magdeburg: Auto fährt in Weihnachtsmarkt

Auto fährt in Menschenmenge auf Magdeburger Weihnachtsmarkt
Hendrik Schmidt/dpa- Autofahrer fährt in Menschenmenge auf Magdeburger Weihnachtsmarkt, Täter festgenommen.
- Hintergrund des Vorfalls noch unklar, keine Informationen zu Toten oder Verletzten.
- Rettungswagen und Sanitäter vor Ort, Augenzeugen berichten von chaotischen Szenen.
- Weihnachtsmarkt befindet sich auf dem Alten Markt nahe des Rathauses.
- Videos von Einsatzfahrzeugen auf Plattform X veröffentlicht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bei dem mutmaßlichen Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt sind nach Informationen aus Sicherheitskreisen ist die Zahl der Toten auf fünf gestiegen, mindestens 200 Menschen wurden verletzt.
Ein Auto war am Abend in den belebten Markt gerast, ein Großaufgebot an Einsatzkräften ist derzeit vor Ort.
Stadtsprecher Marcel Reif sagte: „Die Bilder sind schrecklich. Nach meinem Kenntnisstand ist ein Pkw in die Weihnachtsmarktbesucherinnen und -besucher gefahren - aber aus welcher Richtung und wie weit kann ich noch nicht sagen“, so Reif weiter.
Stadtsprecher: „Die Bilder sind schrecklich“
Sirenen überall, Blaulicht, Feuerwehr: Es wimmele auf dem Weihnachtsmarkt von Rettungswagen und Sanitätern, bestätigte eine dpa-Reporterin. An einer großen Weihnachtspyramide wurden Verletzte versorgt. Mehrere Verletzte wurden weggetragen. Zur Versorgung der Opfer wurden Zelte aufgebaut. Die Krankenhäuser der Stadt seien überlastet, sagte ein Polizeisprecher der afp. Diese sprach auch mit der Leitstelle des Rettungsdienstes in Magdeburg. Dieser zufolge gebe es „60 bis 80 Verletzte“. Mehrere von ihnen erlitten demnach schwere Verletzungen.
Ein Verdächtiger sei festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher. Ministerpräsident Haseloff sagte, man gehe von einem Einzeltäter aus. Der Mann ist den deutschen Behörden nach Informationen aus Sicherheitskreisen bislang nicht als Islamist bekannt gewesen. Er soll nach ersten Erkenntnissen etwa 50 Jahre alt sein und aus Saudi-Arabien stammen. Das Auto, mit dem der Täter „mindestens 400 Meter über den Weihnachtsmarkt“ in die Menschenmenge gerast war, sei noch vor Ort. Es soll sich um einen BMW handeln. Hinweise, nach denen ein zweites, möglicherweise tatrelevantes Auto in der Innenstadt gesichtet wurde, hätten sich nicht bestätigt, teilte die Polizei auf X mit.
Reporter: Es wimmelt von Rettungswagen
„Der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt ist geschlossen“, teilte die Polizei mit. Auch der Straßenbahnverkehr wurde eingestellt. Der Weihnachtsmarkt befindet sich auf dem Alten Markt, direkt am Rathaus in der Nähe der Elbe. In der Nähe liegt ein großes Einkaufszentrum. Eine dpa-Reporterin berichtete kurz nach der Tat, es wimmele auf dem Weihnachtsmarkt von Rettungswagen und Sanitätern. An einer großen Weihnachtspyramide wurden demnach Verletzte versorgt. Mehrere verletzte Menschen wurden weggetragen.
Ein Handyvideo soll die Festnahme des Verdächtigen zeigen. In dem Clip ist zu sehen, wie ein Polizist seine Waffe auf den Verdächtigen richtet und ihm zuruft, sich hinzulegen: „Die Hände auf den Rücken!“ und „Bleib liegen!“ Der Mann legt sich neben einem schwarzen - sichtbar beschädigten - Auto auf den Boden und befolgt die Anweisungen. Schließlich kommt Verstärkung, mehrere Polizisten springen aus dem Einsatzwagen und umkreisen den am Boden liegenden Verdächtigen. Der Polizist weist seine Kollegen an, „nicht so nah ran“ zu gehen.
Was wir wissen und was wir noch nicht wissen
Was wir wissen
- Ein Auto fährt am frühen Abend auf dem Weihnachtsmarkt in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt in eine Menschengruppe.
- Die Zahl der Toten ist auf fünf gestiegen.
- Mindestens 60 Menschen sind nach offiziellen Angaben verletzt, darunter sind 15 Schwerstverletzte.
- Das Auto rast rund 400 Meter über das Gelände, wie „Bild“ unter Berufung auf Polizeiangaben berichtet.
- Haseloff bestätigt, dass der Fahrer festgenommen worden sei.
- Der Mann soll nach Angaben von Landesinnenministerin Tamara Zieschang ein 50 Jahre alter Arzt aus Bernburg sein, der aus Saudi-Arabien stammt.
- Der Mann ist demnach 2006 erstmals nach Deutschland gekommen, arbeitet hier und hat einen unbefristeten Aufenthaltstitel.
- Die Polizei hat derzeit keine Hinweise auf Mittäter. Hinweise, nach denen ein zweites, möglicherweise tatrelevantes Auto in der Innenstadt gesichtet wurde, hätten sich nicht bestätigt.
- Auch Haseloff geht von einem Einzeltäter und keiner weiteren Gefahr aus.
- Nach Informationen aus Sicherheitskreisen ist der mutmaßliche Täter nicht als Islamist bekannt.
- Der Mann wird nach offiziellen Angaben verhört.
- Laut Polizei werden Durchsuchungen durchgeführt. Eine Sprecherin sagte, es laufe eine Durchsuchung in Bernburg.
- Stadtsprecher Michael Reif sagt, es sei „ein Anschlag“.
- Verletzte wurden vor Ort versorgt, etwa vor Marktbuden, und nach und nach in Krankenhäuser gebracht. Zur Versorgung der Verletzten wurden Zelte aufgebaut.
- Die Polizei spricht von umfangreichen Einsatzmaßnahmen.
- Der Weihnachtsmarkt wurde laut Polizei geschlossen.
Was wir nicht wissen
- Die genaue Zahl von Verletzten ist noch unklar.
- Der Name des Täters ist noch nicht bekanntgegeben worden.
- Der Hintergrund des Vorfalls oder das Motiv des Täters ist noch unklar.
Ministerpräsident Haseloff reagiert entsetzt
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat mit Entsetzen auf das Geschehen auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt reagiert. „Das ist ein furchtbares Ereignis, gerade jetzt in den Tagen vor Weihnachten“, sagte Haseloff der Deutschen Presse-Agentur. Er wolle sich jetzt selbst ein Bild von der Lage vor Ort machen und sei im Auto auf dem Weg nach Magdeburg. Zu Opfern und Hintergründen des Geschehens konnte Haseloff zunächst keine Angaben machen.
Erinnerungen an den Anschlag vom Breitscheidplatz
Fast auf den Tag genau vor acht Jahren, am 19. Dezember 2016, war in Berlin ein islamistischer Terrorist mit einem entführten Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gerast. Dabei wurden zwölf Menschen getötet, das 13. Opfer starb 2021 an den Folgen. Mehr als 70 Menschen wurden verletzt. Der Attentäter floh nach Italien, wo er von der Polizei erschossen wurde.
Politik und Sicherheitsbehörden hatten ihre Lehren aus dem Fall gezogen und in vielen deutschen Städten die Weihnachtsmärkte besser gesichert, unter anderem mit Pollern. Bundesinnenministerin Nancy Faeser hatte zuletzt wiederholt zu Wachsamkeit bei Weihnachtsmarktbesuchen aufgerufen. Konkrete Gefährdungshinweise gebe es zwar aktuell nicht, sagte die SPD-Politikerin Ende November. „Aber wir haben angesichts der abstrakt hohen Bedrohungslage weiter Grund zu großer Wachsamkeit und konsequentem Handeln für unsere Sicherheit.“ Das Sicherheitskonzept spielte auch bei den Vorbereitungen für den Ulmer Weihnachtsmarkt eine große Rolle. Dieser läuft noch bis einschließlich Sonntag auf dem Münsterplatz.
Reaktionen von Scholz, Merz und Weidel
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und weitere führende Bundespolitiker haben mit Entsetzen auf den mutmaßlichen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Magdeburg reagiert. „Die Meldungen aus Magdeburg lassen Schlimmes erahnen“, schrieb Scholz am Freitagabend im Online-Dienst X. Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen, sein Dank gelte „den engagierten Rettungskräften in diesen bangen Stunden“.
Vize-Kanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) schrieb im Online-Dienst X über „furchtbare Nachrichten aus Magdeburg, wo Menschen die Adventszeit in Frieden und Gemeinschaft verbringen wollten“.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich bestürzt über den mutmaßlichen Anschlag in Magdeburg gezeigt. „Die Vorfreude auf ein friedliches Weihnachtsfest wurde durch die Meldungen aus Magdeburg jäh unterbrochen“, erklärte Steinmeier ebenfalls auf X. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Ich danke allen Rettungskräften für ihren Einsatz.“
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) nannte die Nachrichten aus Magdeburg „zutiefst erschütternd“. Die Rettungsdienste täten alles, „um die Verletzten zu versorgen und Menschenleben zu retten“. Ihre Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen. „Die Sicherheitsbehörden werden die Hintergründe aufklären.“
„Die Bilder aus Magdeburg erschüttern mich zutiefst“, schrieb auch Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne). „Für Familien und Freunde, die auf dem Weihnachtsmarkt Zeit miteinander verbringen wollten, ist nichts mehr, wie es war.“
„Das sind sehr bedrückende Nachrichten aus Magdeburg“, schrieb CDU-Chef Friedrich Merz auf X. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.“ Auch Merz dankte „allen Einsatzkräften, die sich vor Ort um die Verletzten kümmern“.
„Es sind schreckliche Bilder, die uns aus Magdeburg erreichen“, schrieb FDP-Generalsekretär Marco Buschmann auf X. „Meine Gedanken sind bei den Menschen, die Opfer dieses furchtbaren Anschlags wurden.“
„Die Bilder aus Magdeburg sind erschütternd!“, schrieb AfD-Chefin Alice Weidel auf X. „In Gedanken bin ich bei den Hinterbliebenen und Verletzten. Wann hat dieser Wahnsinn ein Ende?“















