Jedes Jahr kommen die Hexen zu tausenden in den Harz. Insbesondere nach Thale, wo der Hexentanzplatz liegt, der die Hexen in der Walpurgisnacht anlockt. 2022 wird es im Harz wieder eine große Walpurgisnacht geben, nach zwei Jahren Corona-Pandemie.
In diesem Text wollen wir erklären:
  • Warum findet die Walpurgisnacht in Harz statt?
  • Was hat Goethe mit der Walpurgis zu tun?
  • Wo gibt es Veranstaltungen rund um den Hexentanzplatz und dem Brocken in der Walpurgisnacht?

Walpurgisnacht im Harz: Bedeutung und Herkunft der Walpurgis

Auch wenn die Hexennacht oder Walpurgisnacht in ganz Deutschland gefeiert wird, so beansprucht der Harz die Ursprünge der Tradition für sich. Fest steht, dass der Tanz in den Mai vermutlich eine germanische Tradition war, die bis heute in Deutschland fortbesteht. Nach altem Volksglauben vertreiben in dieser Nacht die germanischen Götter Wotan und Freya die Winter-Dämonen und zeugen den Frühling. Das Ritual, die Dämonen mit Kostümen, Masken, Tanz, Gebrüll, Fackeln und Maifeuer zu vertreiben, wird auch heute noch gepflegt.
Die Verbindung der Walpurgisnacht mit dem Harz und dem Brocken kommt von Goethes „Faust“. Insbesondere wird folgende Zeile aus dem Stück zitiert: „Die Hexen zu dem Brocken ziehn, Die Stoppel ist gelb, die Saat ist grün. Dort sammelt sich der große Hauf, Herr Urian sitzt oben auf. So geht es über Stein und Stock, Es farzt die Hexe, es stinkt der Bock.“
In dem Drama überredet Mephisto Faust, an einer Hexenfeier auf dem Brocken im Harz teilzunehmen. „Dort strömt die Menge zu dem Bösen; da muss sich manches Rätsel lösen“, hofft der verzweifelte Forscher. Die erste organisierte Walpurgisfeier auf dem Brocken ist aus dem Jahr 1896 überliefert.
Mehr Infos zum Brauch der Walpurgisnacht gibt es hier:

Walpurgisnacht: Der Hexentanzplatz in Thale

Rund um den Hexentanzplatz in Thale und im ganzen Harz gibt es viele Feiern zur Walpurgisnacht. Das Zentrum der Feierlichkeiten bildet jedoch der „Hexentanzplatz“. Woher der Name kommt, ist nicht bekannt. Es handelt sich um ein Bergplateau, den man heutzutage von Thale aus mit der Bode-Seilbahn erreicht. Nach Angaben der Harzer Touristinformation war der Hexentanzplatz vor mehr als zweitausend Jahren ein Kulturort der Germanen und Sachsen, die in der Region gelebt haben. Dort wurden vermutlich Feste gefeiert, unter anderem die oben beschriebenen Maifeste, bei denen germanische Götter verehrt wurden. „Nach der These von J. P. Chr. Decker wurde der Ort erst nach dem Verbot des Kultes durch die zugewanderten christlichen Franken zum Hexentanzplatz“, so die Touristinfo.

Walpurgisnacht 2022: Thale, Schierke, Goslar & Co.

Nach zwei Jahren Pandemie soll es 2022 wieder nach alter Tradition eine Walpurgisnacht im Harz geben. Folgende Veranstaltungen sind geplant: