Benjamin Netanjahu feiert sein Comeback. Der rechtskonservative Oppositionsführer hat nach Auszählung aller Stimmen die Parlamentswahl in Israel gewonnen. Gewählt wurde am 1. November 2022, zum fünften Mal in drei Jahren.

Parlamentswahlen in Israel: Das Endergebnis

Benjamin Netanjahus rechts-religiöses Lager konnte eine Mehrheit von 64 der 120 Sitze im Parlament (Knesset) sichern. Die Likud-Partei des 73-Jährigen wurde demnach stärkste Kraft mit 32 Parlamentssitzen. Dahinter kommt die Zukunftspartei des liberalen Ministerpräsidenten Jair Lapid mit 24 Mandaten.
Zum ersten Mal in der Geschichte Israels schaffte es ein rechtsextremes Bündnis auf den dritten Platz. Die Religiös-Zionistische Partei von Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir gilt als Königsmacher für Netanjahu und kam auf 14 Sitze. Die linksliberale Meretz-Partei sowie die arabische Balad-Partei scheiterten knapp an der 3,25-Prozent-Hürde.
Ergebnisse im Detail
  • Likud: 32 Sitze
  • Jesch Atid (Zukunftspartei): 24 Sitze
  • Religiös-Zionistische Partei: 14 Sitze
  • Nationale Union: 12 Sitze
  • Schas: 11 Sitze
  • Tora-Judentum: 8 Sitze
  • Chadasch-Taal: 5 Sitze
  • Raam: 5 Sitze
  • Israel Beitenu: 5 Sitze
  • Arbeitspartei: 4 Sitze

Wahlbeteiligung in Israel: Hohe Beteiligung

Bei der Parlamentswahl in Israel wurde bisher die höchste Wahlbeteiligung seit 1999 verzeichnet. Die Wahlbeteiligung 2022 war mit 71,3 Prozent vergleichsweise hoch. Bei der letzten Parlamentswahl im März 2021 lag die Wahlbeteiligung bei 67,43 Prozent, die Wahl davor im Jahr 2020 zog 71,52 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne.

Kandidaten: Wer stand in Israel zur Wahl?

Zur Wahl standen bei der Wahl 2022 in Israel elf Parteien. Im Parlament Israels, dem Knesset, stehen 120 Sitze zur Verfügung. Um eine Mehrheit im Parlament zu gewinnen brauchen die Parteien 61 Sitze. Wie in Deutschland gelingt das meistens nur durch eine Koalition.
Diese Parteien standen auf dem Wahlzettel:
  • Likud; Vorsitzender: Benjamin Netanjahu
  • Jesch Atid (Zukunftspartei); Vorsitzender: Jair Lapid
  • Religiös-Zionistische Partei; Vorsitzende: Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir
  • Partei der nationalen Einheit; Vorsitzender: Benny Gantz
  • Schas; Vorsitzender: Arje Deri
  • Vereinigtes Thora-Judentum; Vorsitzende: Yaakov Litzmann und Mosche Gafni
  • Jisra’el Beitenu; Vorsitzender: Avigdor Lieberman
  • Israelische Arbeiterpartei; Vorsitzende: Merav Michaeli
  • Meretz; Vorsitzender: Zehava Gal-On
  • Hadash–Ta‘al; Vorsitzender: Ayman Odeh
  • Vereinigte Arabische Liste; Vorsitzender: Mansour Abbas