Für die Sozialdemokratin Mette Frederiksen waren es schwierige Monate, die hinter ihr liegen. Ihre Entscheidung, während der Pandemie 15 Millionen Nerze in Dänemark zu töten, um eine Mutation des Coronavirus durch die Tiere zu vermeiden, kostete sie ihre Verbündeten – und führte damit am 1. November 2022 zu Neuwahlen. Nach Auszählung der Stimmen wurde zwar klar, dass Frederiksen und ihre Sozialdemokraten mit Abstand stärkste Kraft wurden. Doch haben sie und ihre Verbündeten Verluste hinnehmen müssen – weshalb sie nun den Weg für eine neue Regierung freimachen will.

Parlamentswahl in Dänemark: Alle Ergebnisse

In Dänemark sind alle Stimmen jetzt ausgezählt. Die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen werden bei der Parlamentswahl in Dänemark erneut stärkste Kraft. Dennoch verliert sie ihre Mehrheit im Parlament. Der „rote Block“, der von Frederiksen und den Sozialdemokraten angeführt wird, kommt auf 87 Sitze, der „blaue Block“ hinter den konservativ-rechten Parteien auf 72 Sitze. Um zu regieren braucht einer der beiden Blöcke 90 der 179 Sitze im Parlament. Königsmacher wird also wie schon Umfragen erwarteten die neue Partei des ehemaligen Regierungschefs Lars Løkke Rasmussen: Die Moderaten kommen laut Hochrechnungen auf 16 Sitze. Sie sind keinem der beiden Blöcke zugeordnet – haben also freie Wahl, wen sie unterstützen.
Mette Frederiksen hat nach der Parlamentswahl in Dänemark angekündigt, noch heute den Rücktritt ihrer Regierung bei Königin Margrethe II. einzureichen. Damit will sie den Weg zur Bildung einer neuen Regierung frei machen. Da die Sozialdemokraten erneut die mit Abstand stärkste Kraft geworden sind, dürfte Frederiksen diesen Sondierungsauftrag erneut erhalten.

Ergebnisse im Detail

  • Sozialdemokraten: 27,6 Prozent
  • Venstre: 13,3 Prozent
  • Die Moderaten: 9,3 Prozent
  • Sozialistische Volkspartei: 8,3 Prozent
  • Dänemarkdemokraten: 8,1 Prozent
  • Liberale Allianz: 7,9 Prozent
  • Konservative Volkspartei: 5,5 Prozent
  • Rot-Grüne Allianz: 5,2 Prozent
  • Radikale Venstre: 3,8 Prozent
  • Die Neue Rechte: 3,7 Prozent
  • Die Alternative: 3,3 Prozent
  • Dänische Volkspartei: 2,6 Prozent
  • Freie Grüne: 0,9 Prozent
  • Christdemokraten: 0,5 Prozent

Wahlbeteiligung in Dänemark: Traditionell wählen viele Dänen

Die Wahlbeteiligung ist in Dänemark traditionell hoch: Bei der vorigen Parlamentswahl 2019 lag sie bei 84,6 Prozent. Auch diesmal kamen viele Dänen und Däninnen zur Wahlurne: 84,1 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.

Kandidaten: Wer stand in Dänemark zur Wahl?

Geht es nach Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, dann wird Dänemark bald eine Regierung mit breiter Mehrheit in der politischen Mitte erhalten. Nach knapp dreieinhalb Jahren mit einer linksgestützten Minderheitsregierung peilt die Sozialdemokratin bei der Parlamentswahl am Dienstag eine Zusammenarbeit jenseits der traditionellen Blockgrenzen an.
Nach der Wahl 2019 konnten sich 17 Parteien ins Parlament befördern, vier davon haben nur einen einzigen Sitz. Um ins Parlament gewählt zu werden braucht eine Partei nur 2 Prozent der Stimmen. Die größte Partei hat aktuell 48 der 179 Sitze. Folgende Parteien standen 2022 zur Wahl:
  • Sozialdemokraten; Vorsitzende: Mette Frederiksen
  • Venstre; Vorsitzender: Jakob Ellemann-Jensen
  • Sozialistische Volkspartei; Vorsitzende: Pia Olsen Dyhr
  • Radikale Venstre; Vorsitzende: Sofie Carsten Nielsen
  • Konservative Volkspartei; Vorsitzender: Søren Pape Poulsen
  • Rot-Grüne Allianz; Vorsitzender: keinen
  • Dänemarkdemokraten; Vorsitzende: Inger Støjberg
  • Dänische Volkspartei; Vorsitzender: Morten Messerschmidt
  • Die Neue Rechte; Vorsitzende: Pernille Vermund
  • Liberale Allianz; Vorsitzender: Alex Vanopslagh
  • Die Alternative; Vorsitzende: Franciska Rosenkilde
  • Die Freie Grüne; Vorsitzender: Sikandar Siddique
  • Die Moderaten; Vorsitzender: Lars Løkke Rasmussen
  • Volksbewegung gegen die EU; Vorsitzende: keine
  • Christdemokraten; Vorsitzende: Marianne Karlsmose
  • Schleswigsche Partei; Vorsitzender: Carsten Leth Schmidt