Vorwürfe gegen Konstantin Wecker
: Musiker reagiert auf Anschuldigungen einer damals Minderjährigen

Eine Frau erhebt schwere Vorwürfe gegen Konstantin Wecker – der Musiker reagiert nun und äußert sein Bedauern.
Von
Judith Müller
Berlin
Jetzt in der App anhören
Konstantin Wecker äußert sich zu den Vorwürfen einer heute 30-jährigen Frau über eine frühere Beziehung.

Konstantin Wecker äußert sich zu den Vorwürfen einer heute 30-jährigen Frau über eine frühere Beziehung.

picture alliance/dpa, Georg Wendt

Der deutsche Liedermacher Konstantin Wecker steht derzeit im Zentrum schwerwiegender Vorwürfe. Eine heute 30-jährige Frau berichtete der Süddeutschen Zeitung, dass sie als Minderjährige eine intime Beziehung zu Wecker gehabt habe.

Die Frau gab an, Wecker 2011 nach einem Konzert kennengelernt zu haben. Zu diesem Zeitpunkt war sie 15 Jahre alt, Wecker 63. Laut ihrer Schilderung habe die Beziehung über Monate hinweg fast täglich über Telefon und Nachrichten stattgefunden. Nach ihrem 16. Geburtstag sei es zudem zu mehreren sexuellen Begegnungen in Hotels in Deutschland gekommen.

Die Betroffene erklärte, dass sie ihre Erlebnisse bis heute nicht verarbeitet habe und deswegen seit Jahren therapeutische Unterstützung in Anspruch nehme. Sie wolle als erwachsene Frau für ihr damaliges 15-jähriges Ich einstehen, weshalb sie sich entschieden habe, ihre Geschichte öffentlich zu machen. Die Süddeutsche Zeitung belegte den Bericht mit Tagebucheinträgen, E-Mails und Chatverläufen, die die angeblich eineinhalb Jahre währende Beziehung dokumentieren sollen.

Konstantin Wecker reagiert und äußert Bedauern

Über seinen Anwalt ließ Wecker mitteilen, dass er sich an eine „einvernehmliche Beziehung zu der jungen Frau“ erinnere. Gleichzeitig betonte er, dass dies „unter moralischen Maßstäben ein gänzlich unangemessenes Verhalten“ seinerseits darstelle.

Der mittlerweile 78-jährige Musiker äußerte sein „tiefstes Bedauern“ über die damaligen Ereignisse. Wecker erklärte, er sei zu dieser Zeit „nicht Herr seiner Sinne gewesen“ und habe über längere Zeiträume hinweg regelmäßig Alkohol konsumiert. Außerdem war er damals bereits mit seiner 27 Jahre jüngeren Frau Annik verheiratet; das Paar hat zwei Söhne und fand nach einer Trennung 2013 wieder zusammen.

Gesundheitsprobleme und abgesagte Tour

Erst vor wenigen Wochen machte Konstantin Wecker Schlagzeilen, als er sämtliche Konzerte im November aufgrund einer neurologischen Erkrankung absagen musste. Diese Krankheit, die auf jahrzehntelangen Alkoholkonsum zurückgeführt wird, beeinträchtigt seine Fähigkeit, Klavier zu spielen. In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen erklärte Wecker: „Keiner kann mir bislang genau sagen, was es ist. Ich leide also an einer neurologischen Krankheit, von der ich noch nicht einmal weiß, wie sie heißt.“

Die aktuellen Vorwürfe gegen Wecker werfen ein Schlaglicht auf eine komplexe und belastete Vergangenheit des Liedermachers, die nun erneut öffentlich diskutiert wird.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, t-online.de, Augsburger Allgemeine