In Deutschland wächst die Angst davor, dass die neue Corona-Variante Omikron für etliche Neuinfektionen sorgt. Das Robert-Koch-Institut spricht davon, dass „durch diese Variante mit einer Infektionswelle von bisher noch nicht beobachteter Dynamik gerechnet werden muss“. Deshalb empfiehlt das RKI, die Weihnachtsferien für Kitas und Schulen zu verlängern. In Niedersachsen etwa plädiert die Lehrergewerkschaft für verlängerte Weihnachtsferien. Aber wie sieht es in Bayern aus?
  • Werden in Bayern die Weihnachtsferien verlängert?
  • Was plant der Freistaat nach den Ferien an Schulen?
  • Wie soll es 2022 weiter gehen?

Verlängerte Weihnachtsferien in Bayern – Das ist der Plan

In Bayern beginnen die Weihnachtsferien 2021 am 24.12. und dauern bis 8.01.2022. Die Schule beginnt dann am 10.01. Werden die Weihnachtsferien in Bayern wegen Omikron nun aber verlängert? Zu einer möglichen Verlängerung der Weihnachtsferien sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag, 21.12., nach einer Kabinettssitzung nichts. Bayern habe etwas Glück, weil die Schule im Gegensatz zu anderen Bundesländern erst am 10. Januar wieder beginne. „Das heißt, wir haben eine deutlich bessere Übersicht über das Ganze.“ Der Freistaat habe also die Möglichkeit, die Lage gut zu bewerten. Vorerst dauern die Weihnachtsferien in Bayern 2021 also so lange wie geplant.
Ganz ausschließen will Söder verlängerte Ferien aber nicht. Die Schulferien nicht vorzuziehen, sei jedenfalls eine gute Entscheidung gewesen, ist der Ministerpräsident überzeugt. Es sei richtig gewesen, die Schulen vor Weihnachten bei vergleichsweise niedrigerer Inzidenz offen zu halten und die Kinder gut getestet in die Feiertage zu entlassen. Sollte eine Verlängerung der Ferien im Januar nötig werden, werde es so zumindest auch keine übermäßig lange „Pause“ geben.

Testpflicht für alle Schülerinnen und Schüler nach den Weihnachtsferien

Zwar steht eine Verlängerung der Weihnachtsferien derzeit nicht im Raum, nach den Ferien geht es in 2022 aber strenger weiter. Söder hat angesichts der Gefahr durch die neue Omikron-Variante wieder eine Testpflicht auch für geimpfte Schüler und Schülerinnen angekündigt - ab Januar. „Wir müssen in der Schule, wenn es dann wieder losgehen sollte, auch Testpflichten machen dann für Geimpfte - weil zweifach geimpft ja nicht ausreicht“, sagte Söder nach der Kabinettssitzung in München. Dazu müsse das Boostern bei den Jugendlichen weiter vorangebracht werden.
Derzeit sind Schülerinnen und Schüler, die doppelt geimpft sind, von der regelmäßigen Testpflicht befreit. Jugendliche und Kinder ab zwölf Jahren, die sich erst in den vergangenen Wochen haben impfen lassen, haben allerdings noch gar keine Möglichkeit zu einer Booster-Impfung. Und für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren sind die Impfungen überhaupt erst angelaufen. Welche Corona-Regeln sonst noch in Bayern gelten, erfahrt ihr in folgendem Artikel:

Anfang Januar nochmal über Schulen beraten

Grundsätzlich schlug Söder vor, das gesamte Thema „Schule“ Anfang Januar noch einmal gemeinschaftlich unter den Ländern zu beraten. Die nächste Ministerpräsidentenkonferenz findet am 7. Januar 2022 statt. Es bleibe laut Söder dabei, dass Schule eine sehr hohe Priorität habe. Aber dazu müsse man auch noch einmal eine Bewertung bekommen, wie hoch die Gefährdung für die Schülerinnen und Schüler durch die neue Omikron-Variante sei.

Jugendring kritisiert Corona-Testpflicht für Kinder im ÖPNV

Wie sollen die Schülerinenn und Schüler an einen Corona-Test-Nachweis kommen, wenn sie nur getestet Bus und Bahn fahren dürfen? Der Bayerische Jugendring hat die Regelung, dass ungeimpfte und nicht-genesene Schüler in den Ferien einen Corona-Test für die öffentlichen Verkehrsmittel brauchen, kritisiert. Die Änderung treffe junge Menschen besonders hart und schließe sie von vielen Freizeitmöglichkeiten aus, sagte Sprecher Patrick Wolf am Dienstag. „Gerade Kinder und Jugendliche sind ohne Führerschein in ihrem Alltag auf die Nutzung des ÖPNV angewiesen.“ Die Einschränkung verhindere die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, „dadurch werden junge Menschen wieder einmal massiv beschränkt und unverhältnismäßig benachteiligt“.
Vor allem auf dem Land sei völlig unklar, wie junge Menschen eigenständig zu Teststationen kommen können, kritisierte der Jugendring. „Es stellt sich zwangsläufig die Frage, wie (...) Kinder und Jugendlichen zu einem Testergebnis kommen sollen, wenn sie den ÖPNV nicht nutzen dürfen und die Möglichkeit, mit dem Privat-PKW gefahren zu werden, nicht besteht.“ Kinder könnten auch bis zu den Ferien noch gar nicht vollständig geimpft sein, da die Impfung noch nicht sehr lange empfohlen wird und sich bereits Engpässe zeigten. Bei Minderjährigen sei außerdem der Impfstatus im Wesentlichen von der Einstellung der Eltern abhängig.