• Der subtropische Sturm Apollo erreicht Sizilien – dabei handelt es sich um einen Medicane
  • Sizilien wurde zu Beginn dieser Woche von starken Niederschlägen und Überschwemmungen heimgesucht
  • Die Insel und ganz Süditalien stellen sich jetzt auf weitere und womöglich noch schwerere Unwetter ein
  • Catania war am Dienstag, 26.10.2021, überschwemmt worden – Bilder einer Flut waren zu sehen
  • Bei den verheerenden Niederschlägen auf der süditalienischen Insel kamen in den vergangenen Tagen drei Menschen ums Leben
  • Wie ist die Wetter-Vorhersage in Catania und Umgebung heute?
Seit Montag gehen extreme Unwetter über den Osten Siziliens und Teilen Kalabriens am Südzipfel von Italien nieder. In Catania - am Fuße des Ätna - wurden Teile der Stadt komplett überschwemmt. In etliche Häuser flossen Wasser und Schlamm, teilweise fiel der Strom aus. Die heftigen Unwetter führen seit Tagen zu Überschwemmungen und Schäden im Osten Siziliens. Die Regionalregierung rief am Mittwoch den Notstand aus.

Nach Unwetter mit Hochwasser: Welche Wetter-Vorhersage gibt es aktuell für Sizilien?

Nach den starken Niederschlägen und Überschwemmungen zum Wochenbeginn stellt sich Süditalien auf weitere und womöglich noch schwerere Unwetter ein. Das sagte der nationale Zivilschutz-Chef Fabrizio Curcio am Mittwoch nach einem Krisengespräch mit den örtlichen Behörden in Catania. Das sagte der nationale Zivilschutz-Chef Fabrizio Curcio am Mittwoch nach einem Krisengespräch mit den örtlichen Behörden in Catania.
Am Freitagmittag, 29.10.2021, hießt es: Der angekündigte Wirbelsturm bewege sich in Richtung Insel. Im Wetterbericht der Luftwaffe sagten die Meteorologen für Freitag weiter starken Regen und kräftige Winde voraus.
Wie wetter.de berichtet, sollen binnen drei Tagen noch nicht offiziell bestätigten Meldungen zufolge stellenweise über 600 Liter pro Quadratmeter gefallen sein. Laut der aktuellen Vorhersage von weather.com könnten bis Freitag könnten 200 bis 300 Liter Regen hinzukommen. Schlammlawinen, Hangrutsche und Hochwasser an den Bergbächen drohen nach der Prognose des Wetter-Kanals.
Der Medicane, der laut daswetter.com bei Sizilien enstanden ist, bringt weitere Unwetter – erneute Überschwemmungen sind nicht ausgeschlossen.

Medicane am Freitag auf Sizilien: Subtropischer Sturm Apollo trifft Italien

Auf der beliebten Ferieninsel wird eine weitere Schlechtwetterfront erwartet. Ein sogenannter Medicane könnte am Freitag die Region erreichen, wie mehrere italienische Medien berichteten. Unter einem Medicane versteht man ein Wirbelsturm im Mittelmeer (englisch: Mediterranean Hurricane). Die Zivilschutzbehörde sagte an der sizilianischen Ostküste außerdem starke Gewitter voraus.
Ein solches tropensturm-ähnliches Sturmtief im Mittelmeerraum ist sehr selten. Verglichen mit einem Hurrikan ist ein Medicane kleiner.
Am Freitagnachmittag, 29.10.2021, berichtete wetteronline.de davon, dass der subtropische Sturm Apollo Sizilien und Malta erreicht hat. In Folge dieses Medicane komme es zu lang anhaltenden Regenfällen. Es müsse mit Überflutungen und Erdrutschen gerechnet werden.

Catania auf Sizilien schwer getroffen von Flut nach Unwetter

Vor allem die Großstadt Catania war von den schweren Unwettern der letzten Tage betroffen. Dort hatten die Fluten Autos weggetragen und Straßen voller Schlamm und weggespülten Gegenständen hinterlassen. Bürgermeister Salvo Pogliese ordnete als Konsequenz für Donnerstag und Freitag an, Schulen sowie Ämter und Geschäfte, die keine essenziellen Dienste anbieten, zu schließen. „Die Vorhersagen sind besorgniserregend“, sagte der Politiker in einem Video auf Facebook. Er forderte die Menschen auf, ihre Häuser nur für notwendige Erledigungen zu verlassen.

Unwetter im Osten von Sizilien: zahlreiche Einsätze der Feuerwehr in Catania und Syrakus

Unwetter im Osten der italienischen Insel Sizilien haben zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr geführt. Die Rettungskräfte in Catania und Syrakus rückten binnen 24 Stunden rund 160 Mal aus, wie die Feuerwehr am Freitagmorgen auf Twitter mitteilte. In der Nacht habe sich der Regen verstärkt, erklärte der Chef der Zivilschutzbehörde Siziliens, Salvo Cocina, am Freitag im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Rai 1.

Starkregen überschwemmt Catania und fordert drei Todesopfer

In Catania forderten die Fluten mindestens drei Todesopfer. Ein Mann starb, weil er ersten Erkenntnissen zufolge mit seinem Auto auf einer überschwemmten Straße stecken blieb. Offenbar stieg der 53-Jährige aus seinem Wagen aus und wurde vom Wasser erfasst. Laut Nachrichtenagentur Ansa fanden Rettungskräfte den Mann leblos unter seinem Auto. Er konnte nicht mehr wiederbelebt werden.
Nach den Unwettern auf Sizilien haben Rettungskräfte die Leiche einer vermissten Frau geborgen. Damit kamen bei den verheerenden Niederschlägen auf der süditalienischen Insel in den vergangenen Tagen drei Menschen ums Leben. Die Frau war nach Einschätzung der Rettungskräfte am Sonntag - so wie auch ihr Mann - aus dem Auto ausgestiegen und von den Wassermassen erfasst worden. Ihr Körper wurde etwa fünf Kilometer vom Wagen entfernt entdeckt, wie die Polizei in Catania am Fuße des Vulkans Ätna am Donnerstag mitteilte. Zuvor war ihr Mann in etwa zwei Kilometern Entfernung tot aufgefunden worden. Am Dienstag war ein anderer Mann in Catania gestorben, weil er den Erkenntnissen zufolge ebenfalls aus dem Auto ausstieg und dann vom Wasser unter den Wagen gedrückt wurde.
Extreme Regenfälle überfluteten die Straßen von Catania auf Sizilien.
Extreme Regenfälle überfluteten die Straßen von Catania auf Sizilien.
© Foto: STRINGER/AFP

Schulen und bestimmte Geschäfte sollen geschlossen bleiben

Bürgermeister Salvo Pogliese schrieb auf Facebook von Unwettern, „die es in dieser Kraft und mit dieser Intensität“ noch nie gegeben habe. Er ordnete an, bis Mitternacht aus Sicherheitsgründen alle Geschäfte zu schließen - mit Ausnahme von Apotheken und Lebensmittelläden. Die Einwohner Catanias sollten ihre Häuser nicht verlassen, schrieb er. Auch die Schulen sollen geschlossen bleiben.

Ätna auf Sizilien: Vulkanausbruch am 23.10.2021

Der Vulkan Ätna auf Sizilien hält seit Anfang des Jahres die Inselbewohner immer wieder in Atem. Zuletzt schien er wieder etwas ruhiger zu werden. Am Samstag erwachte der Berg jedoch wieder. In den frühen Morgenstunden sei eine erhöhte Aktivität gemessen worden, teilte das nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) am Samstag mit. Auf Fotos war zu sehen, wie Lava und Asche aus dem Krater auf der Südostseite drangen.