Die enorme Eislawine in den Dolomiten hat mindestens sechs Menschen in den Tod gerissen. Wie viele Menschen noch unter der durch ein abgebrochenes Gletscherstück verursachten Schnee- und Geröllmasse an der Marmolata verschüttet sind, bleibt nach Aussage der lokalen Bergrettung am Montag unklar. Neun weitere Bergsteiger seien verletzt, teils schwer. Insgesamt sind den Angaben nach 18 Personen in Sicherheit gebracht worden. Am Sonntagmittag war es auf der Normalroute zum Gipfel zu einem massiven Gletschersturz gekommen.

Gletscherbruch in den Dolomiten: Deutsche sterben bei Unglück

Die "Königin der Dolomiten" ist eine beliebte und hoch frequentierte Bergtour. Unter den Toten und Verletzten sind nach ersten Informationen Italiener, Tschechen und Deutsche. Die Bergrettung der Region Venetien hat einen Aufruf an Angehörige und Freunde möglicher Vermisster gestartet. Auf den Parkplätzen, an denen üblicherweise die Normalroute auf den Marmolata-Gipfel startet, stünden derzeit noch 16 Autos, die nicht zugeordnet werden könnten.
Die Such- und Bergungsarbeiten waren am Sonntagabend unterbrochen worden, weil die Gefahr eines weiteren Gletschersturzes bestand. Das gesamte Gebiet rund um den Gletscher wurde für die Öffentlichkeit gesperrt.

Gletscherbruch in den Dolomiten: Das ist passiert

Am Bergmassiv Marmolata hatte sich ein großer Gletscherbrocken gelöst und war zu Tal gestürzt. Dabei wurde auch der normale Aufstiegsweg auf den 3343 Meter hohen Berg getroffen, auf dem sich gerade mehrere Seilschaften befanden; zwei davon wurden getroffen. „Wir haben ein lautes Geräusch gehört, typisch für einen Bergsturz“, sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Ansa. „Danach sahen wir eine Lawine von Schnee und Eis in hoher Geschwindigkeit in Richtung Tal stürzen und wir wussten, dass etwas Schlimmes passiert ist.“
Die Marmolata ist die höchste Erhebung der Dolomiten – die Marmolatagruppe liegt in den Provinzen Trient und Belluno.

Nach Gletscherbruch am Bergmassiv Marmolata: Rettungskräfte müssen vorsichtig vorgehen

Einen Schwerverletzten flogen die Retter in ein Krankenhaus von Treviso. Zwei weitere Verletzte kamen in das Krankenhaus Belluno, fünf nach Trient. Die Such- und Rettungskräfte mussten äußerst vorsichtig vorgehen, weil die Gefahr bestand, dass weitere Eis- und Felsstürze folgen könnten. 18 Menschen befanden sich den Angaben zufolge oberhalb der abgebrochenen Stelle und warteten auf ihre Rettung.
mit Agenturen