Ukraine aktuell: So laufen die Kämpfe gegen Russland kurz vor dem Treffen von Trump und Putin

Beschädigte Gebäuden im Zentrum von Pokrowsk vorbei, dem Schauplatz der schwersten Gefechte mit den russischen Truppen in der Region Donezk.
Michael Shtekel/AP/dpaAm Freitag in dieser Woche wollen Russlands Staatschef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump in Alaska über den Ukraine-Krieg beraten. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskyi ist bislang nicht eingeladen. Die russischen Truppen in der Ukraine scheinen sich unterdessen nicht auf einen Waffenstillstand oder gar eine Beendigung des Krieges einzustellen. So ist die Lage in der Ukraine aktuell:
Krieg gegen Russland: So ist die Lage in der Ukraine aktuell
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte am Dienstag, 12. August 2025, vor einem weiteren Vorrücken Russlands auf ukrainischem Gebiet gewarnt. „Wir stellen fest, dass sich die russische Armee nicht auf eine Beendigung des Krieges vorbereitet“, erklärte Selenskyj drei Tage vor dem Trump-Putin-Treffen im Onlinedienst X und fügte an: „Sie unternimmt im Gegenteil Truppenbewegungen, die auf die Vorbereitung neuer Offensiven hindeuten.“
Russland hatte zuletzt Geländegewinne in mehreren ukrainischen Regionen gemeldet. Am Dienstag schrieben der ukrainische Generalstab und armeenahe Militärblogger über russische Vorstöße an einem strategisch wichtigen Abschnitt in der Ostukraine. Die Armee meldete Gefechte in der Nähe des Dorfes Kutscheriw Jar in der Region Donezk. In dem der Armee nahestehenden Online-Portal „DeepState“ hieß es, russische Soldaten seien innerhalb eines Tages um etwa zehn Kilometer weiter nach Norden vorgerückt.
Eine von „DeepState“ veröffentlichte Karte von der Front zeigt einen Korridor, der nun unter russischer Kontrolle ist und somit die Garnisonsstadt Dobropillja bedroht. Auch die umkämpfte und zerstörte Industriestadt Kostjantiniwka ist durch das russische Vorrücken bedroht. Die Stadt ist eines der letzten großen städtischen Gebiete in der Region Donezk, das noch unter der Kontrolle der Ukraine steht.
Ein bekannter Militärblogger namens Sternenko schrieb im Onlinedienst Telegram, die russischen Einheiten hätten während ihres Vormarsches Teile einer Schnellstraße unter ihre Kontrolle gebracht, die wichtige Ortschaften in der Region Donezk verbindet.
Berichte über Tote und Verletzte nach russischen Luftangriffen
Die US-Denkfabrik Institute for the Study of War erklärte, russische „Sabotage- und Aufklärungstrupps“ seien in Gebiete in der Nähe von Dobropillja eingedrungen. Um die Tragweite der Offensive einzuschätzen, seien die kommenden Tage „vermutlich entscheidend“.
Eine in der Region aktive Einsatzgruppe der ukrainischen Armee schrieb im Onlinedienst Facebook, sie habe am Dienstag „erschöpfende Verteidigungskämpfe“ gegen „deutlich überlegene“ russische Kräfte geführt. Die Lage sei „komplex, unangenehm und dynamisch“, da es russischen Truppen gelungen sei, zwischen den ukrainischen Verteidigungslinien vorzudringen.
Die ukrainische Armee hat Berichte zu einem russischen Frontdurchbruch im Abschnitt bei den Städten Pokrowsk und Dobropillja im Gebiet Donezk zurückgewiesen. Das Durchsickern russischer Gruppen mit wenig Mann bedeute noch nicht, dass sie diese Gebiete unter Kontrolle bringen würden, teilte die für den Frontabschnitt zuständige Armeegruppe „Dnipro“ bei Telegram mit. Die Situation bleibe schwierig und die Kämpfe in dieser Region seien die intensivsten im Vergleich zu anderen Frontabschnitten.
Auch aus der Luft griff die russische Armee wieder Ziele in der Ukraine an. In der Region Donezk wurden nach Angaben der ukrainischen Polizei bei Angriffen mit Gleitbomben und Raketen drei Menschen getötet und 13 weitere verletzt.
