Trump trifft Putin: Warum der Ukraine-Gipfel ausgerechnet in Alaska stattfindet

Die Chugach Mountains am östlichen Rand von Anchorage - der größten Stadt in Alaska.
Mark Thiessen/AP/dpaAm kommenden Freitag, 15. August 2025, treffen sich US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin, um über die Zukunft der Ukraine zu sprechen. Der Ort des Treffens birgt einige Brisanz: Alaska. Die Region hat zugleich eine russische, als auch eine amerikanische Geschichte.
Warum das russische Alaska ein Teil der USA wurde
Der Däne Vitus Bering entdeckte auf einer Expedition im Auftrag des russischen Zarenreichs die Meerenge zwischen Asien und Amerika, die heute Beringstraße genannt wird. Durch diese Entdeckung wurde der Westen erstmals auf Alaska aufmerksam. Russische Siedler ließen sich zunächst auf der Insel Kodiak nieder, um Robben zu jagen und deren Felle zu verkaufen. Im Jahr 1799 gründete Zar Paul I. die Russisch-Amerikanische Kompanie, die den Pelzhandel betrieb – ohne Rücksicht auf die einheimischen Ureinwohner.
Die intensive Jagd führte jedoch zum Rückgang der Bestände von Robben und Seeottern, was die Wirtschaft der russischen Siedler zum Zusammenbruch brachte. 1867 verkaufte Russland Alaska für 7,2 Millionen Dollar an die USA. Viele kritisierten den Preis damals als zu hoch für das abgelegene und unwirtliche Gebiet. Erst 1959 wurde Alaska offiziell ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten. Als der Zar Alaska verkaufte, wusste er noch nicht, welche Schätze an Öl, Gas und Edelmetallen sich dort im Boden verbergen. Doch Moskau hat aktuell keine Ambitionen, Alaska zurückzubekommen.
Russlands Spuren in Alaska sind immer noch sicht- und hörbar
Mehr als 35 orthodoxe Kirchen, einige mit den typischen Kuppeln, zeugen auch noch heute von der russischen Präsenz in Alaska. Die orthodoxe Diözese des Bundesstaates ist die älteste in Nordamerika und betreibt ein Seminar auf der Insel Kodiak. Ein aus dem Russischen entstandener Dialekt, der sich mit den Sprachen der Ureinwohner vermischte, war lange Zeit vor allem in der Nähe der Großstadt Anchorage verbreitet. Heute sprechen ihn jedoch nur noch wenige Menschen. In der Nähe der großen Gletscher auf der Halbinsel Kenai wird Russisch jedoch weiterhin unterrichtet – in einer kleinen Landschule einer orthodoxen Gemeinde mit etwa hundert Schülern.
In Alaska trennen Russland und die USA weniger als vier Kilometer
Die Russen „sind unsere Nachbarn von gegenüber, man kann sogar von einer Insel in Alaska aus Russland sehen“, sagte Sarah Palin 2008, damals Gouverneurin des Bundesstaates und Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikaner. Tatsächlich liegen sich in der Beringstraße zwei Inseln gegenüber. Die große Diomedes-Insel im Westen gehört zu Russland, die kleine Diomedes-Insel, auf der ein paar Dutzend Leute leben, gehört zu den USA. Sie sind weniger als vier Kilometer voneinander entfernt.
