Unwetter Österreich aktuell: Wo gibt es jetzt Überschwemmungen und Erdrutsche?

Österreich, Sankt Johann im Saggautal: Manfred Harkam steht vor den Trümmern seiner Werkstatt nach einer Hangrutschung in St. Johann im Saggautal im Bezirk Leibnitz in der Steiermark in Österreich. Wie ist die Lage aktuell?
Erwin Scheriau/dpaDie Situation in den südlichen Überschwemmungsgebieten Österreichs bleibt weiterhin besorgniserregend. Laut Informationen der Nachrichtenagentur APA zeigten sich am Montagmorgen zwar rückläufige Wasserstände in den stark betroffenen Gebieten der Bundesländer Kärnten und Steiermark. Dennoch bestand gleichzeitig die Bedrohung von Wohngebieten an verschiedenen Orten aufgrund von Erdrutschen. Insgesamt waren aufgrund der Gefahr von Erdrutschen in beiden Bundesländern über 300 Menschen gezwungen, ihre Wohnungen zu verlassen.
Mehrere Erdrutsche in Kärnten — erstes Todesopfer
Am Sonntag blieben in Kärnten nach wie vor fünf der zehn Bezirke von Überschwemmungen betroffen. Obwohl einige Straßensperren aufgehoben werden konnten, nachdem das Hochwasser abgeklungen war, führte die anhaltende Gefahr von Erdrutschen zur Verhängung neuer Sperrungen.
Bis zum Sonntagnachmittag wurden laut APA in Kärnten rund 80 größere Erdrutsche registriert, die von Geologen begutachtet wurden. Im Bezirk Völkermarkt in Kärnten sahen sich infolge der Erdrutschgefahr bereits am Sonntag 213 Menschen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Ebenso wurden im nahegelegenen St. Veit an der Glan zehn Wohnhäuser evakuiert.
Am Sonntag war in Kärnten das erste Todesopfer der Unwetter entdeckt worden. Augenzeugen hatten nach Behördenangaben am Sonntagnachmittag gemeldet, dass ein Mensch im Bereich der Orte Zollfeld — Maria Saal von einem gesperrten Radweg aus in den Hochwasser führenden Fluss Glan gestürzt sei. Trotz einer großangelegten Rettungsaktion habe das Unglücksopfer nur noch tot geborgen werden können.

Österreich, Mureck: Feuerwehrleute bauen einen Schutzdamm aus Sandsäcken, der das Wasser der über die Ufer getretenen Mur aufhalten soll. In Österreich gibt es nach den Überschwemmungen im Süden noch keine Entspannung.
Erwin Scheriau/dpa280 Erdrutsche in der Steiermark
Auch in der Steiermark verzeichnete man landesweit einen Rückgang der Wasserstände von Flüssen und Bächen, dennoch waren hier 82 Personen von Evakuierungen betroffen. Laut Angaben der APA waren am Montagmorgen lediglich die Flüsse Mur in der Landeshauptstadt Graz und die Mureck noch mit der Alarmstufe Gelb eingestuft. Trotzdem nahm die Gefahr von Erdrutschen zu: Bis zum Sonntagvormittag waren insgesamt 280 Erdrutsche verzeichnet worden. Besonders im Südosten der Steiermark führten diese Erdmassen zur Zerstörung von Wasserleitungen in mehreren Ortschaften. In den Bezirken Leibnitz und Südoststeiermark wurde der Katastrophenfall ausgerufen.
Rekordwasserstände in Kroatien
Infolge der starken Regenfälle gegen Ende der vergangenen Woche in Österreich und Slowenien verzeichneten die kroatischen Behörden nun Rekordwasserstände an den Flüssen Save, Drau und Mur. Die daraus resultierenden Überschwemmungen betrafen Straßen, Felder und Siedlungen, wie das kroatische Fernsehen HRT am Montagmorgen berichtete. In Rugvica, nahe Zagreb an der Save, in Botovo an der Drau sowie in Mursko Središće und Goričan an der Mur wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Durch die Errichtung von Dämmen aus Sandsäcken konnten größere Schäden an Wohngebäuden verhindert werden. Bis zum Montag waren die Wasserstände der Hochwasser führenden Flüsse gesunken.
Überschwemmungen in Slowenien
Neben Österreich war auch Slowenien von den Regenmassen Ende vergangener Woche überrascht worden. Die aktuelle Lage im Überblick gibt es hier:
(mit Material von afp und dpa)
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