Türkei-Reisende aufgepasst
: Größte Gefahr steht nach Erdbeben in Istanbul noch bevor

Nach einer Serie spürbarer Erdbeben in Istanbul warnen Experten vor einer ernsten Bedrohung für die Millionenmetropole. Trotz bislang geringer Schäden bleibt die Lage angespannt.
Von
David Hahn
Istanbul
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Erdbeben erschüttert Istanbul

Am 23.04.2025 wurde Istanbul von Erdbeben erschüttert. In der Türkei wächst die Sorge vor weiteren Erdbeben, denn Millionen Gebäude in der Metropole gelten als stark gefährdet.

Khalil Hamra/AP/dpa

Am 23. April 2025 haben mehrere Erdbeben Istanbul erschüttert. Die Erschütterungen wecken tragische Erinnerungen an 2023, als mehrere zehntausende Menschen bei Erdbeben in der Türkei ums Leben kamen. Dementsprechend groß ist die Sorge vor einem ähnlichen Ausmaß der Zerstörung. Zwar sind die Folgen des aktuellen Erdbebens bisher gering. In naher Zukunft könnte Istanbul jedoch ein noch deutlich stärkeres Erdbeben drohen.

Erdbeben in Istanbul am 23. April 2025

In der Türkei kam es laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und der Agence France-Presse (AFP) zu einer Reihe von Erdbeben, darunter eines der Stärke 6,2 im Marmarameer vor Istanbul. Tausende Menschen flüchteten in Panik auf die Straßen. Laut den Behörden traten bislang keine Schäden an Infrastruktur wie Straßen, Flughäfen oder U-Bahnen auf. Obwohl bei den jüngsten Beben noch keine Todesopfer gemeldet wurden und größere Schäden ausblieben, befindet sich Istanbul in Alarmbereitschaft.

Die stärksten Erdbeben der Geschichte gibt es in diesem Artikel.

Türkei: Hauptbeben könnte noch bevorstehen

Experten weiterhin vor einem bevorstehenden schweren Hauptbeben. Der Erdbebenforscher Naci Görür betont nach Angaben der dpa, das große Beben sei überfällig und die aktuellen Erschütterungen hätten die Spannungen entlang der Plattengrenze erhöht. Er rechne im Ernstfall mit bis zu hunderttausenden Toten. Städtebauminister Murat Kurum warnt, dass 1,5 Millionen Gebäude in Istanbul als erdbebengefährdet gelten und die Stadt einem schweren Beben vermutlich nicht standhalten würde.

Behörden rufen zur Vorsicht auf und bitten die Bevölkerung aktuell, sich von möglicherweise beschädigten Gebäuden fernzuhalten. Die Gefahr eines katastrophalen Bebens bleibt akut – insbesondere, da einige Stadtteile nur 15 Kilometer von der Nordanatolischen Verwerfung entfernt liegen. Die Region zählt zu den aktivsten Erdbebenzonen der Erde. Einige Experten halten ein Erdbeben der Stärke 7 bis zum Jahr 2030 für möglich, wodurch hunderttausende Gebäude ganz oder teilweise einstürzen könnten.