Traumdeutung: Träume deuten: Häufige Symbole, Bilder und ihre Bedeutung

Manche Träume bleiben einem oft noch Tage in Erinnerung. Die Bedeutung der Träume, die Geschichte der Interpretationen und die Zusammenhänge mit den Schlafphasen zusammengefasst.
Christin Klose/dpaJeder Mensch träumt im Schlaf. Erinnern kann man sich dabei in den allermeisten Fällen nicht. Bleiben die Bilder der letzten Nacht jedoch im Gedächtnis, bieten sie allerlei Anlass für Interpretationen. Die Symbole und Bilder, die einen teilweise noch über Tage beschäftigen können, sind bei den meisten Menschen größtenteils ähnlich. Über die Jahre haben sich dafür Deutungsweisen entwickelt und gefestigt. Alle Infos rund um die Geschichte der Traumdeutungen, Arten von Träumen und dem Zusammenhang zwischen Träumen und den Schlafphasen im Überblick.
Die Arten von Träumen: Von luzidem Träumen bis hin zum Albtraum
Es gibt viele verschiedene Arten von Träumen, die nicht einheitlich klassifiziert sind. Man kann Träume sowohl nach Zeitpunkt, Inhalt, aber zum Beispiel auch bestimmten Merkmalen wie des Bewusstseinszustands einteilen. Gängige Arten von Träumen sind:
„Normale Träume“
Bei den allermeisten Träumen ist man sich selbst nicht bewusst, dass man gerade träumt. Die Namen für die gängigste Art von Träumen können variieren. Eine umgangssprachliche Bezeichnung dafür wäre zum Beispiel der Trübtraum.
luzide Träume — Klarträume
Luzides Träumen stellt für viele ein Ziel dar, auf das mit Traumtagebuch, Übungen und Realitätschecks hingearbeitet wird. Bei dieser Art von Träumen ist man sich bewusst, dass man träumt. Mit viel Training kann man dadurch im Traum einen Zustand erreichen, bei dem man die Träume oder zumindest Teile davon auch kontrollieren kann.
Wiederkehrende Träume
Diese Art von Traum verstärkt oft den Wunsch, zu verstehen, welche Bedeutung sich hinter dem Traum verbirgt. Er taucht nämlich in unterschiedlichen Abständen wiederholt auf. Das Szenario kann dabei genau gleich bleiben, sich einzelne Details aber auch immer wieder abändern.
Albträume
Albträume verdienen ihre Bezeichnung aufgrund des Gefühlszustands während dem Traum. Von Albträumen spricht man zum Beispiel, wenn die Bilder im Schlaf Angstzustände, Panik oder Trauer auslösen. Unter Umständen können diese negativen Emotionen sogar dazu führen, dass man schlagartig und schweißgebadet aufwacht.
Falsches Erwachen
Wenn man sich am nächsten Morgen noch an einen solchen Traum erinnert, fühlt man sich oft, als hätte man sich selber ausgetrickst. Von einem falschen Erwachen spricht man, wenn man innerhalb eines Traums aufgewacht ist, aber eigentlich weiterschläft.
Tagträume
Neben den nächtlichen Bildern und Symbolen, die uns während dem Schlaf begegnen, gibt es auch Träume, bei denen man am helllichten Tag in Szenarien und Fantasievorstellungen weg driftet. Um diese mehr oder weniger bewussten Träume von den nächtlichen abzugrenzen, nennt man diese Tagträume.
Der Zusammenhang von Schlafphasen und Träumen
Der menschliche Schlaf besteht laut Apotheken.de aus verschiedenen Schlafphasen, von denen zwei für das Verständnis des Träumens von besonderer Bedeutung sind: der REM–Schlaf (Rapid Eye Movement) und der Non–REM–Schlaf (NREM). Im REM–Schlaf treten die meisten Träume auf, begleitet von einer Gehirnaktivität und Augenbewegungen, die dem Wachzustand ähneln. Dies ist die Phase, in der lebhafte und oft seltsame Träume stattfinden, die sich später erinnert werden können. Im Gegensatz dazu besteht der Non–REM–Schlaf aus mehreren Stadien, die vor allem der körperlichen Erholung und Regeneration dienen und in der Regel keine lebhaften Träume beinhalten.
Funktion: Warum gibt es Träume?
Forschende haben im Laufe der Zeit verschiedene Theorien zur Funktion von Träumen entwickelt. Die gängigsten Theorien sind dabei:
- Gedächtniskonsolidierung: Nach diesem Ansatz dienen Träume dazu, Informationen und Erlebnisse aus dem Wachzustand zu verarbeiten und zu speichern. Dies hilft bei der Organisation und Festigung von Gedächtnisinhalten.
- Emotionsregulation: Träume könnten eine Rolle bei der Regulation von Emotionen spielen. Emotionale Erlebnisse würden verarbeitet und möglicherweise Spannungen abgebaut.
- Problemlösung und Kreativität: Einige Forschende sind der Ansicht, dass Träume bei der Lösung von Problemen und kreativen Denkprozessen behilflich sein können. Es gibt Berichte von Erfindern und Künstlern, die in Träumen Inspiration gefunden haben. So ist auch der Film Terminator von James Cameron zufolge seiner Biografie auf einen Traum zurückzuführen.
- Evolutionäre Perspektive: Eine evolutionäre Theorie besagt, dass Träume evolutionäre Vorteile bieten könnten, indem sie dazu beitragen, gefährliche Situationen zu simulieren und Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
- Die Rolle des Unterbewusstseins: Viele Träume enthalten Symbole, Bilder und Szenarien, die auf persönliche Erfahrungen, Ängste und Wünsche hinweisen. Diese Trauminhalte können dazu beitragen, tief verwurzelte Gefühle und Gedanken ans Licht zu bringen und bieten somit eine Möglichkeit zur Selbsterkenntnis und Reflexion.
Keine Erinnerung: Warum träume ich nicht?
Laut Dr. Tatjana Tchumatchenko vom Max–Planck–Institut für Dynamik und Selbstorganisation, Göttingen hängt die Erinnerung an einen Traum stark davon ab, in welcher Schlafphase man geweckt wird. Die Gehirnaktivität variiert während dem Schlafen zwischen einer aktiven Phase, bei der man auch träumt und der Tiefschlafphase, bei welcher die Gehirnaktivität und Träume abnehmen. Wird man bei Ersterem geweckt, kann man sich meist noch gut an die Träume erinnern. Wacht man aus einer Tiefschlafphase auf, liegen die Träume weiter zurück und das Erinnerungsvermögen ist verringert.
Die Geschichte der Traumdeutung
Laut der Berliner Zeitung hat Traumdeutung eine lange Geschichte und reicht bis in die antiken Zivilisationen zurück. In der altägyptischen Kultur wurden Träume als Botschaften der Götter betrachtet, die durch Priester und Traumdeuter interpretiert wurden. Auch in den folgenden Jahrhunderten wurden Träume überwiegend als übersinnliche Erfahrung gedeutet. Die Aufklärung zweifelte diese Interpretation von Träumen an. Daraus entstanden neue Strömungen, die Träume psychologisch oder neurowissenschaftlich zu begründen versuchten. Heute wird sich meist auf die folgenden Theorien berufen:
Sigmund Freud betrachtete Träume als Manifestationen unterdrückter Wünsche und Triebe aus dem Unbewussten, die im Schlaf zum Ausdruck kommen. Diese Träume enthielten oft abstrakte und bizarre Darstellungen von verdrängter Sexualität und Trieben, und ihre Botschaften seien oft verzerrt und schwer zu entschlüsseln.
Carl Gustav Jung sah Träume als Mittel zur Darstellung der aktuellen Lebenssituation an. Er glaubte, dass das Unterbewusstsein Träume erzeugt, um Dinge mitzuteilen, die dem bewussten Verstand entgehen. Jung betonte die Bedeutung von Traumsymbolen, die „übersetzt“ werden müssten. Durch ein Verständnis der symbolischen Sprache könne man demnach wertvolle Einblicke in das eigene Leben gewinnen.
In den 1970er Jahren trug Ann Faraday maßgeblich zur Popularisierung der Traumdeutung bei. Sie organisierte Gruppen, in denen Träume geteilt und analysiert wurden, wobei häufig Parallelen zu realen Erlebnissen im Wachzustand gezogen wurden.
Traumdeutung: Das bedeuten die Träume, ihre Symbole und Bilder
Träume sind äußerst subjektiv und von individuellen Erfahrungen und Emotionen beeinflusst. Um den genauen Kontext und die persönliche Bedeutung eines Traums zu verstehen, ist es hilfreich, die eigene Lebenslage, Assoziationen und Gefühle im Zusammenhang mit dem Traum zu berücksichtigen. Es gibt allerdings Motive und Symbole, die sehr populär sind und bei denen sich gängige Interpretationen entwickelt haben. Diese können eine Hilfe bei der Suche nach dem Grund für die Träume zurate gezogen werden. Die gängigsten Symbole und Bilder und ihre Deutungen im Überblick:
- Zähne
- Schlangen
- Ex–Freund*In
- Fremdgehen
- Verfolgung
Bei der Traumdeutung gilt es zu beachten, dass Träume durch Alkohol–, Drogen–, Medikamenten–Konsum und intensive Bilder wie Horrorfilme verzerrt werden können. Auch wenn man stark übermüdet, hungrig oder durstig schlafen geht, können die Träume mit dem jeweiligen Zustand in Verbindung stehen, sodass eine Traumdeutung in diesen Fällen nur wenig sinnvoll ist.


