Verteidigung
: Diese Länder geben am meisten für ihr Militär aus

Die weltweiten Verteidigungsausgaben stiegen 2024 weiter an. Welche Länder investieren am meisten in ihre Streitkräfte, und wie entwickeln sich die Budgets der größten Militärmächte?
Von
David Hahn
Berlin
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Nato-Übung in Griechenland: 13.02.2025, Griechenland, Nea Anchialos: Spezialeinheiten aus Spanien nehmen an der Übung Steadfast Dart 2025 teil, an der rund 10000 Soldaten aus drei verschiedenen Ländern und neun Nationen beteiligt sind und die die größte in diesem Jahr geplante NATO-Operation darstellt. Die Übung findet in Nea Anchialos in Mittelgriechenland statt. Foto: Thanassis Stavrakis/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Spezialeinheiten aus Spanien nehmen am 13.02.2025 in Griechenland an der Übung Steadfast Dart 2025 teil, an der rund 10000 Soldaten aus drei verschiedenen Ländern und neun Nationen beteiligt sind. Es ist in diesem Jahr die größte geplante NATO-Operation. Welche Länder geben am meisten für ihre Verteidigung aus?

Thanassis Stavrakis/AP/dpa
  • Verteidigungsausgaben stiegen 2024 weltweit um 7,4 % auf 2,46 Billionen USD.
  • Haupttreiber: Sicherheitsbedrohungen in Europa, Naher Osten, Nordafrika und Asien.
  • NATO-Staaten investierten 2024 rund 1,5 Billionen USD, Deutschland 2,12 % des BIP.
  • Russland erhöhte seine Militärausgaben um 41,9 % auf 145,9 Mrd. USD.
  • Chinas Verteidigungsbudget wuchs um 7,4 %, USA blieben stabil.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Kriege wie in der Ukraine, im Jemen oder im Gazastreifen rücken die Sicherheitspolitik und damit auch die Ausgaben für das Militär in den Fokus. Donald Trump forderte zuletzt, dass die US-Partner in Zukunft fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für ihre Verteidigung aufwenden sollen, was für die meisten Länder derzeit allerdings als unrealistisch gilt. Wie viel geben Deutschland, die NATO-Bündnispartner, Russland, China und mehr aktuell für ihr Militär aus? Die globalen Entwicklungen der Verteidigungsausgaben gibt es hier im Überblick.

Weltweite Aufrüstung – mit einer regionalen Ausnahme

Im Jahr 2024 stiegen die weltweiten Verteidigungsausgaben laut Angaben des International Institute for Strategic Studies (IISS) auf 2,46 Billionen USD, was einem realen Anstieg von 7,4 % gegenüber 2023 entspricht. Haupttreiber waren zunehmende Sicherheitsbedrohungen, insbesondere in Europa, dem Nahen Osten, Nordafrika und AsienSubsahara-Afrika war die einzige Region mit sinkenden Verteidigungsausgaben (-3,7 %).

Militärausgaben 2024: Deutschland, USA, NATO, Russland, China

Die europäischen Verteidigungsausgaben wuchsen laut IISS 2024 um 11,7 % auf 457 Mrd. USD, das zehnte Jahr in Folge mit einem Anstieg. Deutschland verzeichnete mit 23,2 % auf 86 Mrd. USD dabei den größten Anstieg. Polen rückte auf Platz 15 der größten Verteidigungsausgaben weltweit vor. Die 32 NATO-Staaten investierten laut der Tagesschau 2024 insgesamt rund 1,5 Billionen US-Dollar – im Durchschnitt etwa 2,71 % ihres BIP. Deutschland kam nach Angaben der Nato prognostiziert auf 2,12 Prozent des BIP.

Russland erhöhte seine Militärausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 41,9 %, auf 145,9 Mrd. USD (13,1 Bio. RUB). In Kaufkraftparität (PPP) überstieg Russlands Militäretat mit 462 Mrd. USD damit sogar das gesamte europäische Verteidigungsbudget. Russlands Ausgaben erreichten 6,7 % des BIP und könnten 2025 auf 7,5 % steigen.

Chinas Verteidigungsbudget wuchs um 7,4 %, über dem regionalen Durchschnitt von 3,9 %, wobei in Japan und Indonesien das Budget ebenfalls erheblich stieg.

Die USA hielten ihre Verteidigungsausgaben 2024 stabil, begrenzt durch das Fiscal Responsibility Act von 2023.

Regionale Entwicklungen der Verteidigungsausgaben

  • Naher Osten & Nordafrika (MENA): Verteidigungsausgaben stiegen um 10 %, mit einem 72,9 %-Anstieg in Israel durch den Gaza-Krieg.
  • Algerien gab 8,2 % des BIP für Verteidigung aus – weltweit zweithöchster Wert nach der Ukraine im relativen Vergleich zum BIP.
  • Lateinamerika & Karibik: Anstieg um 4,1 %, aber weiterhin unter Vorkrisenniveau. Argentinien stabilisierte sein Budget und investierte in neue Militärtechnik, darunter F-16-Kampfjets.
  • Subsahara-Afrika: Rückgang um 3,7 % aufgrund von Inflation und Währungsabwertung. Burkina Faso, Mali und Niger erhöhten ihre Budgets hingegen deutlich.

Anmerkung: Die bisherigen Zahlen und Entwicklungen für 2024 basieren vor allem auf Angaben des International Institute for Strategic Studies (IISS). Die folgenden Daten entstammen dem Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) für das Jahr 2023. Dabei kann es auch abseits der unterschiedlichen Untersuchungszeiträume aufgrund verschiedener Arten der Datenerhebung zu unterschiedlichen Angaben kommen.

Ranking: Liste der höchsten absoluten Militärausgaben

Wenn man die Verteidigungsausgaben der Länder vergleichen möchte, gibt es verschiedene Ansätze. Zum einen kann die absolute Zahl in USD verglichen werden. Die USA gaben dabei 2023 am meisten für ihr Militär aus, gefolgt von China und Russland. Hier gibt es die 10 höchsten Militärausgaben laut dem Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) in Millionen US-Dollar 2023 im Ranking (gerundet auf die erste Nachkommastelle):

  • 1. USA: 916014,7
  • 2. China: 296438,6
  • 3. Russland: 109454,4
  • 4. Indien: 83574,6
  • 5. Saudi-Arabien: 5813,3
  • 6. UK: 74942,8
  • 7. Deutschland: 66826,6
  • 8. Ukraine: 64753,2
  • 9. Frankreich: 61301,3
  • 10. Japan: 50161,1

Rüstungsausgaben relativ zum BIP

Zum anderen kann man die Militärausgaben auch in Relation mit der wirtschaftlichen Größe, mehrheitlich dem Bruttoinlandsprodukt, setzen. Die Liste der höchsten Verteidigungsausgaben wandelt sich in dieser Betrachtung stark. Deutschland kam 2023 auf einen Anteil von 1,52 %. 2024 soll Deutschland eine Quote von 2,12 % an die Nato gemeldet haben. Die höchsten Militärausgaben laut SIPRI als Anteil des BIP 2023 in Prozent als Übersicht (gerundet auf die erste Nachkommastelle):

  • 1. Ukraine: 36,7 %
  • 2. Libanon: 8,9 %
  • 3. Algerien: 8,2 %
  • 4. Saudi-Arabien: 7,1 %
  • 5. Süd-Sudan: 6,3 %
  • 6. Russland: 5,9 %
  • 7. Armenien: 5,5 %
  • 8. Oman: 5,4 %
  • 9. Israel: 5,3 %
  • 10. Jordanien: 4,9 %

Die höchsten Verteidigungsausgaben relativ zum Haushalt

Eine weitere Möglichkeit, die Verteidigungsausgaben der Länder miteinander zu vergleichen ist, diese an den Ausgaben der jeweiligen Regierungen zu messen. Hier gibt es die höchsten Militärausgaben nach Angaben von SIPRI im Vergleich zu den Gesamtausgaben der jeweiligen Regierung der Länder im Jahr 2023 (gerundet auf die erste Nachkommastelle):

  • 1. Ukraine: 58,2 %
  • 2. Belarus: 50,6 %
  • 3. Saudi-Arabien: 24 %
  • 4. Myanmar: 20,7 %
  • 5. Oman: 20,7 %
  • 6. Armenien: 20 %
  • 7. Somalia: 19,8 %
  • 8. Algerien: 19,3 %
  • 9. Singapur: 18 %
  • 10. Russland: 16,1 %