Hot Chip Challenge
: Warum die superscharfen Chips in Deutschland bald nicht mehr erhältlich sind

Zuerst eine Lebensmittelwarnung, dann ein Verkaufsverbot einzelner Bundesländer. Der Hersteller der superscharfen „Hot Chip Challenge“ zieht sich jetzt aus dem deutschen Markt zurück.
Von
Kerstin Auernhammer
Prag/Berlin
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Der Hersteller der „Hot Chip Challenge“ stoppt den Export seiner Tortillas nach Deutschland.

Doreen Garuud/dpa, pixabay; Collage: befunky

Die Tage der ultrascharfen Tortillas namens „Hot Chip Challenge“ in Deutschland sind gezählt. Der Hersteller kündigte am Dienstag (14. November) an, das umstrittene Produkt nicht mehr nach Deutschland zu exportieren. Die Firma sitzt im Osten Tschechiens. Ein Sprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht des SWR. Andere Produkte seien derzeit nicht von dem Ausfuhrstopp in die Bundesrepublik betroffen.

Zuvor war die Debatte um den superscharfen Chip stetig eskaliert: Zunächst gab es Einzelberichte: Im September berichtete etwa eine Mutter aus Senden, dass ihr erst 10 Jahre alter Sohn einen solchen Chip an einem Automaten gekauft hatte. Nach mehreren Berichten über Notarzteinsätze folgte Anfang November zunächst eine offizielle Lebensmittelwarnung in mehreren Bundesländern.

Der Verpackung liegen Latexhandschuhe bei

Die Verpackung der „Hot Chip Challenge“ in der Form eines Sargs enthält einen einzigen extrem scharfen Tortillachip - sowie Latexhandschuhe zum Anfassen. Vor allem im Internet sind die „Hot Chips“ wegen ihrer Schärfe ein Phänomen, das sich per Videos in den sozialen Medien ausbreitet. Gewürzt sind die Tortillachips mit der schärfsten Chili-Sorte der Welt.

Nach Zwischenfällen, Notarzteinsätzen und Lebensmittelwarnungen darf das Produkt in Baden-Württemberg bereits nicht mehr verkauft werden. Landesverbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU) appellierte jüngst an Kinder und Jugendliche, keine dieser extrem scharfen Tortilla-Chips zu essen und auf Mutproben damit zu verzichten. Die tschechische Herstellerfirma hat in der Vergangenheit immer wieder betont, dass alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt würden.