Desolate Zustände und schwerwiegende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in einer Hundezucht in Langenenslingen im Kreis Biberach: In dem Zuchtbetrieb sind am Montag fast 70 vernachlässigte Hundewelpen der Rassen Chihuahua und Zwergspitz entdeckt worden, wie das Veterinäramt im Landratsamt Biberach am Dienstag berichtet. Anlass der Kontrolle waren mehrere Anzeigen wegen Mängeln in der Tierhaltung und dem Verkauf kranker Welpen.

67 Hunde im Kreis Biberach beschlagnahmt, darunter 17 Welpen

Das Veterinäramt stellte verschiedene Mängel fest.
  • Unhygienische Zustände, die die Gesundheit der Hunde erheblich gefährdet.
  • Teilweise hatten die Tiere bereits ein gestörtes Allgemeinbefinden, Husten, Niesen und Durchfall.
  • Zusätzlich wird ermittelt, ob die Hunde teilweise illegal aus dem Ausland eingeführt wurden.
Die 67 Hunde waren am Montag beschlagnahmt und in Tierheimen untergebracht worden. Unter den Hunden waren fünf Hündinnen mit 17 Welpen im Alter von einer bis drei Wochen. Darüber hinaus waren 25 weitere Welpen und Jungtiere im Bestand.

Hunde in Tierheimen Ulm, Biberach und Sigmaringen untergebracht

20 der Hunde wurden vom Tierheim Ulm aufgenommen, wie Tierheimleiter Ralf Peßmann mitteilte. Eine weitere Belastung: In die Einrichtung war kürzlich eingebrochen worden, es wurden mehrere 1000 Euro gestohlen. Zudem hatter das Heim schon am Sonntag 27 Hundewelpen aufgenommen, nachdem Zollbeamte auf der A8 bei Dornstadt im Alb-Donau-Kreis einen Transporter aus der Slowakei mit fast 100 Hundewelpen entdeckt hatten. Tierheime in Biberach und Sigmaringen nahmen weitere Hundewelpen aus dem Zuchtbetrieb auf. Gegen den Tierhalter wird Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet.

Anfragen nach den Welpen noch nicht möglich

Dr. Peter Egle, Leiter des Kreisveterinäramts sagte zu der Aktion: „Unser Dank gilt insbesondere den Tierheimen und Tierschutzvereinen, die die Hunde aufgenommen haben.“ Da der Gesundheitszustand der Hunde erst in den kommenden Tagen vollständig festgestellt und auch die Dauer einer möglichen Quarantäne noch geprüft wird, wird gebeten, derzeit von Anfragen zu den Hunden abzusehen.