Ab Herbst müssen Tierhalter beim Praxisbesuch tiefer in die Tasche greifen. Nachdem der Bundesrat im Juli die Neufassung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) beschlossen hat, werden die Behandlungen ab dem 22. November teurer. Die Aktualisierung 2022 ist die erste seit mehr als 20 Jahren.
  • Doch warum gibt es diese neue Gebührenordnung?
  • Und wie viel mehr Kosten kommen auf Tierhalter zu?

Gebührenordnung für Tierärzte: Warum wird der Tierarztbesuch teurer?

Dass ein Tierarztbesuch mit Hund, Katze und Co. im Ernstfall nicht unbedingt günstig ist, ist bekannt. Doch ab November 2022 kommen auf die Halter mehr Kosten zu. Der Grund: Die neue Tierärztegebührenordnung. Sie regelt, wie viel Geld Tierärzte für ihre Leistungen berechnen dürfen. Nachdem sich seit 1999 nichts an den Kosten geändert hatte, hat der Bundesrat in diesem Jahr einer Neufassung zugestimmt. Zurückzuführen ist die Erhöhung auf die Anpassung an die wirtschaftlichen Erfordernisse einer Tierarztpraxis als auch dem neuen Erkenntnisstand. Das heißt, weil sich in der Tiermedizin seit 1999 viel getan hat, die Untersuchungsverfahren sehr viel moderner geworden sind, müssen die Praxen auch höhere Rechnungen ausstellen können. Nicht außer Acht gelassen darf dabei auch die Erhöhung der Attraktivität des Berufs und letztlich der Fortbestand vieler Praxen.

Die Tierarztkosten steigen im November 2022 – Doch um wie viel?

Für die Besitzer von Tieren bedeutet die neue Gebührenordnung ab November, dass auf sie mehr Kosten beim Tierarztbesuch zukommen. „Die Höhe der einzelnen Gebühr bemisst sich, soweit nichts anderes bestimmt ist, nach dem Einfachen bis Dreifachen des Gebührensatzes“, heißt es in der Gebührenordnung. Wie finanzen.de berichtet, sind die allgemeine Untersuchung mit Beratung am häufigsten an der Tagesordnung. Hundebesitzer haben bislang (Stand von 2020) dafür 13,47 Euro bei einfacher Abrechnung bezahlt und Katzenhalter 8,98 Euro. Für beide Tiere werden nach der neuen GOT – wo es eine ausführliche Auflistung der Preise gibt – dann 23,62 Euro fällig. Die Kosten für Impfungen verdoppeln sich sowohl bei Hunden als auch Katzen. Bei Rindern und bei Zuchtschweinen steigen die Kosten von vormals rund 12,80 Euro auf 20,54 Euro.

Höhere Tierarztkosten: Lohnt sich jetzt die Versicherung?

Wenn die Tierarztkosten ab dem 22. November 2022 deutlich ansteigen, dann ändert sich vielleicht auch die Frage nach einer Tierkrankenversicherung. Bisher hatten Verbraucherschützer oft davor gewarnt, eine solche Versicherung abzuschließen, da die Kosten für ein krankes Tier sich meistens noch im Rahmen halten. Und: Oft zahlt die Versicherung in bestimmten dann doch nicht, weshalb Besitzer dann auf der Rechnung sitzen bleiben.
Mit dem großen Anstieg der GOT kann sich diese Einschätzung jetzt ändern. Tierhalter sollten zumindest darüber nachdenken, ob sich nicht ein OP-Schutz lohnen könnte. Denn bei Operationen können die Kosten schon jetzt schnell in die Höhe schießen – und das noch vor der neuen GOT.