In BW und Deutschland
: Diese Temperaturrekorde wurden am Freitag geknackt

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Freitagabend mit 41,3 Grad Celsius die bisher höchste Temperatur in Deutschland registriert. Auch in Baden-Württemberg wurde es so heiß wie nie.
Von
Isabelle Jahn,
dpa
Offenbach
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Hitze in Deutschland - Bayern

Was für eine Hitze! Und sie erreicht Rekorde: Am Freitagabend wurden bundesweit erstmals 41,3 Grad gemessen, in Baden-Württemberg 40,6 Grad.

Daniel Löb/dpa
  • DWD meldete am Freitagabend 41,3 Grad in Saarbrücken-Burbach – vorläufiger Höchstwert.
  • Zuvor lag der Deutschland-Rekord bei 41,2 Grad, gemessen am 25. Juli 2019 in NRW.
  • In Baden-Württemberg wurden 40,6 Grad in Waghäusel-Kirrlach registriert, ebenfalls Rekord.
  • Am Samstag erwartet der DWD 36 bis 41 Grad, lokal bis 42 Grad, nachts wenig Abkühlung.
  • Ab Sonntag drohen Gewitter und Unwetter, ab Montag wird es etwas kühler mit bis zu 30 Grad.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat nach vorläufigen Angaben mit 41,3 Grad die höchste Temperatur registriert, die bisher in Deutschland gemessen wurde. Gemessen wurde der vorläufige Höchstwert am Freitag, 26. Juni, um 17 Uhr in Saarbrücken-Burbach im Saarland, wie der Wetterdienst auf Anfrage mitteilte. Der Hitzerekord für Deutschland hatte bisher bei 41,2 Grad Celsius gelegen, gemessen am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen.

Da der vorläufige Wert um 17 Uhr gemessen wurde, könnte die Temperatur im Laufe des Tages sogar noch höher liegen. Besonders heiß war es laut Wetterdienst außerdem in Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz und Kitzingen in Bayern mit jeweils 40,7 Grad am Nachmittag. Das alles sind vorläufige Werte – sie können vom Wetterdienst im Nachhinein noch korrigiert werden.

Mehrere Rekorde geknackt

Mit dem Wert fallen einige Rekorde: Neben der bisher höchsten jemals gemessenen Temperatur auch der Juni-Rekord für Deutschland. Bisher hatte der bei 39,6 Grad gelegen, gemessen am 30. Juni 2019 in Bernburg in Sachsen-Anhalt. Im Saarland hatte der bisherige Allzeit-Rekord bei 40,2 Grad Celsius gelegen. Dieser wurde am 25. Juli 2019 in Neunkirchen-Wellesweiler registriert.

Temperaturrekord in BW: 40,6 Grad

Auch in Baden-Württemberg wurde am Freitag ein Temperaturrekord geknackt: In Waghäusel-Kirrlach im Landkreis Karlsruhe sind 40,6 Grad gemessen worden. Bis dahin lag die Höchsttemperatur bei 40,3 Grad, die das Thermometer am 20. Juli 2022 in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) zeigte.

In Waghäusel-Kirrlach war am Donnerstag bereits der Juni-Rekord geknackt worden - und nun gleich übertroffen worden. Wie lange der Höchstwert Bestand hat, wird sich zeigen müssen. Am Samstag erwartet der Wetterdienst im Südwesten Temperaturen von bis zu 41 Grad. In der Kurpfalz könnten lokal sogar 42 Grad erreicht werden. Die Wetterdaten werden seit 1881 aufgezeichnet.

Oberrheingraben gut für Temperaturrekorde

Hohe Temperaturen werden in Baden-Württemberg dem DWD zufolge häufig in Nordbaden gemessen. Eine Rolle spielt dabei die Lage: „Die tief gelegene Lage im Oberrheingraben im Regenschatten von Pfälzerwald und Odenwald begünstigt die häufigen Temperaturextrema“, erklärten die Meteorologen.

Der Stadtteil Kirrlach in Waghäusel sei mit 105 Metern über dem Meeresspiegel einer der tiefstgelegenen Orte im Bundesland. Tiefer liege nur Mannheim mit 98 Metern - und sei daher auch oft der Zweit- oder Drittplatzierte des jährlichen Höchsttemperatur-Rankings.

Auf Lage der Messstation kommt es auch an

Zudem dürften sogenannte lokalklimatische Effekte wie die Bebauungsstruktur in unmittelbarer Nähe der Station eine Rolle spielen. In Kirrlach sei sie innerorts in einem Wohngebiet aufgestellt, in Mannheim außerorts in Stadtrandnähe.

Bei einem Idealstandort nach den Vorgaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) wird laut dem DWD über kurzgehaltenem Rasen in zwei Metern Höhe, abschattungs- und hindernisfrei die Temperatur gemessen. In der Praxis könnten diese Idealbedingungen aber nicht immer zu 100 Prozent umgesetzt werden. Daher könnten sich lokale Effekte an Messstandorten im Einzelfall auf Messwerte auswirken.

Extreme Wetterlagen durch Klimakrise häufiger

Seit Tagen sorgt eine Hitzewelle in Deutschland für Temperaturen bis an und über die 40-Grad-Marke und lässt die Menschen kräftig schwitzen. Die Belastung ist auch deshalb so groß, weil die Temperaturen aktuell nachts keine wirkliche Abkühlung bringen.

Extreme Wetterlagen wie diese sind wegen der Klimakrise hierzulande häufiger geworden – und dürften noch weiter zunehmen. Zahlen des Wetterdienstes belegen, dass die durchschnittliche Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad in Deutschland zugenommen hat.

Und auch am Wochenende ist zunächst keine Abkühlung in Sicht. Am Samstag rechnet der Wetterdienst mit Temperaturen zwischen 36 und 41 Grad, lokal können sie sogar auf 42 Grad steigen. Und auch nachts kühlt es teilweise nur wenig ab. In der Nacht zum Sonntag sind im Nordwesten und Norden einzelne Gewitter mit Unwetterpotential möglich. Die Tiefstwerte liegen laut Vorhersage zwischen 25 und 18 Grad.

Wann wird es wieder kühler?

Am Sonntag drohen dann Gewitter, Sturmböen, Hagel und Starkregen. Die Hitzewelle verlagert sich dann etwas in den Osten: In der Lausitz kann es bis zu 41 Grad werden, im Osten und Südosten generell zwischen 39 und 41 Grad - im Rest von Deutschland zwischen 32 und 38 Grad.

Erst am Montag kommt etwas Abkühlung nach Deutschland. Es werde „nicht mehr so heiß wie zuvor“ bei Höchstwerten zwischen 25 und 29 Grad, lokal seien bis zu 30 Grad möglich.