Höhepunkt der Hitzewelle
: Bis zu 42 Grad im Südwesten – Purzeln weitere Rekorde?

Im Südwesten könnten am Wochenende neue Rekordtemperaturen von bis zu 42 Grad erreicht werden. Experten warnen vor extremer Wärmebelastung und fordern Vorsicht bei Sportveranstaltungen.
Von
dpa
Stuttgart
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Ein Jogger kühlt sich auf der Neckarwiese an einer Bewässerungsanlage ab. Aufgrund der zu erwartenden Temperaturen sollten viele Menschen am Wochenende die Sonne vermutlich lieber meiden.

Uwe Anspach/dpa
  • Im Südwesten steuern die Temperaturen auf Rekorde zu – bis zu 42 Grad sind möglich.
  • Der DWD meldet extreme Wärmebelastung, teils neunter Tag in Folge mit Hitzewarnungen.
  • Sportministerin mahnt Anpassungen bei Wettbewerben an; Ausdauer nur früh oder sehr spät.
  • Notaufnahmen verzeichnen mehr Fälle, viele mit Hitzeproblemen, auch Kinder sind betroffen.
  • Ab Sonntag drohen Gewitter mit Unwetterpotenzial, ab Montag kühlt es etwas auf 26 bis 31 Grad.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mitten in der extremen Hitzewelle purzeln im Südwesten nun die Temperaturrekorde. Gerade erst wurde der bisherige Hitzerekord für den Monat Juni im Südwesten gerissen, heute und morgen steuert das Land auf weitere Rekordwerte zu. Der Juni-Höchstwert vom Donnerstag könnte bereits am Abend ein weiteres Mal übertroffen werden und erneut am Samstag, wie ein Experte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte. 

Am Samstag fällt voraussichtlich der All-Time-Hitzerekord im Südwesten

Am Samstag werde aller Voraussicht nach auch der bisherige Jahreshöchstrekord für den Südwesten fallen – um die 41,5 bis 42 Grad seien möglich. Bisher liegt der Jahreshöchstwert für Baden-Württemberg bei 40,3 Grad, gemessen am 20. Juli 2022 in Bad Mergentheim.

„Wir steuern auf die Spitze der Hitzewelle zu“, sagte der DWD-Meteorologe. Die Wärmebelastung in weiten Teilen des Südwestens dürfte teilweise extrem ausfallen. Man verzeichne den neunten Tag in Folge mit Warnungen vor Hitze und extremer Hitze. „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Am Donnerstag hatte es einen neuen Hitzerekord für Juni gegeben in Waghäusel-Kirrlach im Kreis Karlsruhe, wo nach vorläufigen DWD-Daten 39,0 Grad gemessen wurden. Damit wurde der bisherige Juni-Höchstwert für Baden-Württemberg von 38,9 Grad übertroffen, der am 30. Juni 2019 in Mannheim registriert worden war.

Vorsicht bei Sportveranstaltungen

Bei strahlend blauem Himmel steigen die Temperaturen laut DWD am Samstag auf bis zu 40 Grad, örtlich sogar auf mehr als 41 Grad. Der Vorhersage zufolge werden in den Niederungen verbreitet 37 bis 41 Grad erwartet, in der Kurpfalz seien lokal sogar bis zu 42 Grad möglich. Nachts kühle es kaum noch ab.

Angesichts der zu erwartenden hohen Temperaturen appellierte Sportministerin Theresa Schopper (Grüne), vor allem Kinder und Jugendliche bei Sportveranstaltungen vor Hitze zu schützen. Insbesondere bei Wettbewerben seien die verantwortlichen Verbände und Vereine gefordert, ihre Veranstaltungen an die hohen Temperaturen anzupassen, zu verlegen oder abzusagen. „Im Grunde kann man gerade nur frühmorgens oder teils sehr spät abends Ausdauersportarten betreiben“, sagte die Ministerin.

Bevölkerungsschutztag ist abgesagt

Der für diesen Samstag geplante Bevölkerungsschutztag mit zentraler Veranstaltung in Freiburg wurde wegen der aktuellen Hitze abgesagt. „Gerade jetzt, wenn das Thermometer immer weiter klettert, möchten wir unsere Bevölkerungsschützer maximal entlasten und ausschließlich dort einsetzen und in Bereitschaft halten, wo sie jetzt am drängendsten gebraucht werden – vor Ort“, sagte Innenminister Manuel Hagel (CDU). Den Bürgerinnen und Bürgern riet er, die brütende Hitze zu meiden und ausreichend zu trinken.

Sonnenschirme schützen vor Sonnenstrahlung, aber nicht vor der Schwüle.

Uwe Anspach/dpa

Mehr Betrieb in Notaufnahmen

Auch in den Krankenhäusern im Südwesten macht sich die Hitze bemerkbar. „In unserer Notaufnahme beobachten wir seit der vergangenen Woche einen deutlichen Anstieg der Patientenzahlen“, teilte das Universitätsklinikum Freiburg mit. Etwa 50 Prozent der Patienten kämen aktuell wegen Hitzebeschwerden in die Notaufnahme. 

Im Klinikum Stuttgart sei ebenfalls mehr los in der Notaufnahme, wie ein Arzt berichtete. Die Menschen würden wegen Herz-Kreislauf-Problemen oder Flüssigkeitsmangel eingeliefert. Laut dem Olgahospital in Stuttgart würden in den letzten Tagen auch vermehrt Kinder wegen Austrocknung, Hitzeerschöpfung oder Sonnenstichen eingeliefert. 

Zum Sonntag wächst die Unwettergefahr

In der Nacht zum Sonntag dürfte es ebenfalls tropisch werden. Es seien kaum Tiefstwerte unter 20 Grad zu erwarten, sagte der Experte. In einigen Regionen seien neue Rekorde bei den Tiefsttemperaturen möglich. Tagsüber werden nochmals Höchstwerte zwischen 31 und 38 Grad erwartet.

Im Verlauf des Sonntags nimmt nach DWD-Angaben die Gewitterneigung von Westen her deutlich zu. Ab dem Nachmittag bestehe Unwetterpotenzial. „Die Luftmasse ist sehr gewitterträchtig.» 

Abkühlung gibt es ab Montag – trotzdem bleibt es warm bis heiß

In der Nacht zum Montag könnten dann teils schwere Gewitter mit hoher Blitzaktivität, heftigem Starkregen, Hagel und Sturmböen über Baden-Württemberg hinwegziehen. Der Montag werde deutlich kühler. „Aber mit 26 bis 31 Grad immer noch sehr warm bis heiß.“