Der Tanz in den Mai ist einer der ältesten Bräuche in Deutschland. Jedes Jahr am 30. April gibt es in zahlreichen Städten, Dörfern und Gemeinden Deutschlands kleine und große Feste, um den Mai zu begrüßen. Es werden Maibäume aufgestellt und Maifeuer entzündet, in manchen Regionen verkleidet man sich und feiert die Walpurgis.
Woher stammt der Brauch zum Maitanz? Warum wird ein Maibaum aufgestellt? Hier sind die Hintergründe zum Maifest.

Maibaum aufstellen: Bedeutung des geschmückten Baums

Der Maibaum ist ein großer Stamm, der geschält und festlich geschmückt wird und vor dem 1. Mai auf dem zentralen Platz einer Gemeinde aufgestellt wird. Der Maibaum wird je nach Region unterschiedlich geschmückt: Mit Girlanden, Krepppapier, Wappen, Zweigen, bunten Bändern etc. Oben befindet sich in der Regel ein Kranz oder eine Krone, der ganz zum Schluss platziert wird. Hier einige Beispiele von Maibäumen in Deutschland:
Ein geschmückter Maibaum steht immer auf einem zentralen Platz einer Gemeinde.
Ein geschmückter Maibaum steht immer auf einem zentralen Platz einer Gemeinde.
© Foto: dpa
Ein geschmückter Maibaum steht immer auf einem zentralen Platz einer Gemeinde.
Ein geschmückter Maibaum steht immer auf einem zentralen Platz einer Gemeinde.
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Ein geschmückter Maibaum steht immer auf einem zentralen Platz einer Gemeinde.
Ein geschmückter Maibaum steht immer auf einem zentralen Platz einer Gemeinde.
© Foto: dpa
Ein geschmückter Maibaum steht immer auf einem zentralen Platz einer Gemeinde.
Ein geschmückter Maibaum steht immer auf einem zentralen Platz einer Gemeinde.
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Es ist nicht ganz klar, woher der Brauch des Maibaums kommt. Maibäume gibt es in Zentral- und Nordeuropa in verschiedenen Formen. So wird in Skandinavien zum Beispiel zum Teil zur Mittsommernacht ein Baum aufgestellt, der dem Maibaum ähnelt. Das lässt einige Historiker darauf schließen, dass der Brauch germanischen Ursprungs ist und sich regional unterschiedlich verbreitet hat. Nach dem Einzug des Christentums in Zentraleuropa wurden viele heidnische Bräuche wie die der Germanen verboten, sodass es möglich ist, dass es eine jahrhundertelange Unterbrechung der Maibaumtradition gab. Die erste schriftliche Nennung des Brauchs taucht im Jahr 1224 auf.
Die Maibaumtradition in seiner heutigen Form kommt wohl aus dem 19. Jahrhundert. Über die Jahrhunderte haben sich in den Gemeinden auch lokale Traditionen etabliert, sodass die Maifeste regional sehr unterschiedlich ausfallen können. In der Regel folgt aber nach dem Aufstellen des Maibaums der Maitanz.

Tanz in den Mai: Woher kommt der Maitanz?

Der Tanz in den Mai folgt in vielen Gemeinden auf das Aufstellen des Maibaumes. So wird tagsüber der Baum aufgestellt, danach gibt es ein Fest, abends wird das Maifeuer entfacht und es werden die „bösen Geister“ des Winters vertrieben. Der Maitanz ist heute eine moderne Form der Walpurgisnacht, die weiterhin gefeiert wird. Nach altem Volksglauben vertreiben in dieser Nacht die germanischen Götter Wotan und Freya die Winter-Dämonen und zeugen den Frühling. Das Ritual, die Dämonen mit Kostümen, Masken, Tanz, Gebrüll, Fackeln und Maifeuer zu vertreiben, wird auch heute noch im Form des Tanzes in den Mai gepflegt. Es handelt sich also weniger um einen wirklichen Tanz als um ein Volksfest, bei dem gesellig getrunken und gegessen wird – und wer will, der darf natürlich auch tanzen.
Hier gibt es mehr Informationen über die Walpurgisnacht im Harz:

Tanz in den Mai 2022: Große Veranstaltungen geplant

Nach zwei Jahren Corona-Pandemie sind dieses Jahr wieder größere Veranstaltungen am 30. April geplant. In fast jeder größeren Stadt gibt es Maitänze, so auch in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Stuttgart & Co. Auf den Dörfern und in kleineren Gemeinden gibt es die traditionellen Maifeuer, die mit dem Einbruch der Dunkelheit entfacht werden. Am 1. Mai ist der Maifeiertag, der 2022 auf einen Sonntag fällt.